Berne
Manuscrit, non publié à l’époque. Seul le prononcé fait foi. Les notes de travail ont été retirées.
Discours prononcé en allemand. Texte original, non traduit.
Sehr geehrte Bundesräte
Sehr geehrte Damen und Herren National- und Ständeräte
Sehr geehrte Regierungspräsidentin, Damen und Herren Regierungsräte
Sehr geehrter Stadtpräsident, Damen und Herren Gemeinderäte
Sehr geehrter Grossratspräsident
Meine Damen und Herren
Als ich die Einladung an die BEA erhielt, war ich zuerst misstrauisch:
Da gibt es sicher ein Foto, wo ich einen Baby-Bären im Arm halten soll.
Und der riecht dann, dass ich schon mal an der Olma ein Schweinchen…
Aber nein. „Ha keh Ahning“, um es in den Worten von Steffe la Cheffe zu sagen.
Auf dem Plakat ist gar kein Bär drauf.
Sondern eine Kuh.
Da war ich natürlich erleichtert: ein Kalb können sie mir ja nicht gut in die Hand drücken.
Obwohl: mit Politikern macht man ja gerne „s Chalb“.
Und ich bin jetzt 50 und muss aufpassen mit meinem Rücken.
Vielleicht muss ich ja einfach eine Kuh streicheln, dachte ich dann – zwischen den Hörnern kraulen.
Und schon stieg mein Blutdruck:
Was, wenn die Kuh sich daran erinnert, dass der Bundesrat gegen die Hornkuh-Initiative war?
Eine Kuh mit Elefantengedächtnis!
Aber einen Elefanten werden sie ja wohl nicht… Mein Rücken!…
Manchmal macht man sich einfach zu viele Gedanken.
Es wird sicher ganz nett, beruhigte ich mich.
Es wird sicher etwas sein, dass man ohne Bedenken machen kann.
Einen Schnegg würde ich zum Beispiel ohne Bedenken auf den Arm nehmen…
Apropos Gesundheitspolitik:
Die Berner Platte nachher kann ich als Gesundheitsminister vorbehaltslos empfehlen:
Die Dörrbohnen haben einen enormen Nährwert.
Wertvolle Vitamine, Kalium, Magnesium, Eisen.
Auf die Beilagen sollten Sie allerdings unbedingt verzichten, insbesondere auf Rippli, Schüfeli, Wädli, Gnagi, Speck, Blut- und Leberwurst, Schweineohren und Rindszunge.
Womit wir wieder bei der Kuh auf dem Plakat sind:
Die ist ja nur ganz klein drauf.
Dafür ganz gross das Motto der diesjährigen BEA:
«Finde 1’000 Gründe, länger zu bleiben.»
Dieses Motto ist natürlich nicht ungefährlich für einen Politiker…
Denn der findet immer Tausend Gründe, um nicht gehen zu müssen.
Mein Kollege Maurer zum Beispiel…
Ja, als ich letzthin mit ihm Fondue gegessen habe, da wollte er gar nicht mehr gehen.
Nicht ungefährlich, mit diesem Motto einen Politiker einzuladen.
Und ihn auch noch reden zu lassen.
Deshalb lautet mein Motto heute: Finde 1000 Gründe, um länger zu reden.
Zuerst wollte ich als Gottéron-Fan über den SCB und Eishockey reden.
Aber nun, ich nutze die Gelegenheit, Ihnen im Laufe der nächsten 90 Minuten die Reform der Altersvorsorge im Detail darzulegen.
Vielleicht dauert das aber auch ein bisschen länger – die Reform dauert ja auch schon ein bisschen länger als geplant…
Meine Damen und Herren
Ich freue ich mich hier an der BEA zu sein.
Ein wunderbarer Ort.
Hier kriegt man ja fast alles: Rasenmäher, Whirlpool, Glace-Maschinen.
Gibt es eigentlich auch Faxgeräte?
Bei meinem ist die Tastatur schon etwas abgegriffen, so oft habe ich die Nummer des BAG in den letzten 2 Jahren eingetippt.
Meine Damen und Herren
Falls Sie es noch nicht wussten: Das Berner Motto «Nume nid gschprängt» nehmen wir uns im Bundeshaus sehr zu Herzen.
Deshalb komme ich auch erst jetzt auf das Thema, für das ich bekannt bin:
Die Corona-Regeln sind ja jetzt alle aufgehoben – ich kontrolliere deshalb, ob sich auf wirklich niemand mehr daran hält…
Im Ernst: Der Bundesrat hat in der Corona-Krise stets versucht, eine Balance zu schaffen zwischen unserer Gesundheit einerseits und dem gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Leben anderseits.
Aber klar:
Es lief nicht alles reibungslos.
Es kam zu Missverständnissen, zu Koordinationsproblemen.
Zwischen Bund und Kantonen.
Aber auch – und das ist aus Sicht des Bundesrates fast ein kleiner Trost – zwischen den Kantonen.
Alle diese Schnittstellen müssen wir im Rahmen einer Bilanz analysieren und die entsprechenden Schlüsse ziehen.
Aber eines lässt sich heute schon sagen:
Wir haben es gemeinsam als Gesellschaft nicht so schlecht gemacht.
Bei internationalen Vergleichen, die auf mehrere Dimensionen abzielen, schneidet die Schweiz regelmässig gut ab.
Nun sind wir zurück in der normalen Lage.
Nun geht es für die Kantone und den Bund darum, sich auf die Szenarien des kommenden Herbstes vorzubereiten.
Denn klar ist auch: Wir befinden uns nicht am Ende der Pandemie – eine Pandemie ist keine Messe, mit einem Beginn und einem angekündigten Ende.
Wie sind in einer Übergangsphase
Wir müssen wachsam bleiben und wenn nötig rasch reagieren können.
Meine Damen und Herren
Die Zusammenarbeit mit der Event- und Messebranche war in dieser Krise eng und vertrauensvoll, insbesondere in den heiklen Phasen.
Dafür möchte ich Ihnen danken.
Auch dafür, dass die BEA dem Parlament unkompliziert ermöglicht hat, zu tagen und dabei die Abstandsregeln einzuhalten.
Die Branche hat stark unter der Pandemie gelitten.
Lange konnten keine Messen und Grossveranstaltungen stattfinden.
Der Bundesrat und die Kantone haben deshalb alle Menschen und Unternehmen, die von dieser Krise finanziell getroffen wurden, nach Kräften unterstützt.
Und wir werden das auch weiterhin tun, wo es nötig ist:
so hat der Bundesrat erst vor zwei Wochen den Schutzschirm bis Ende Jahr verlängert.
Meine Damen und Herren
Diese Krise hat uns vor allem auch eines deutlich gemacht:
Es ist wichtig, dass wir uns persönlich treffen können.
Zum Beispiel hier an der BEA.
An der grössten Frühlingsmesse der Schweiz.
Aber die BEA ist mehr als das.
Einkaufsparadies, Erlebnispark und Streichelzoo
Ein Ort der Tradition und der Innovation
Die BEA ist lebendiges Kulturerbe, das Leben in seiner ganzen fröhlichen Vielfalt!
Es ist eine reale Welt, nicht eine virtuelle.
Nicht, dass ich etwas gegen die Digitalisierung hätte.
Im Gegenteil: Ich liebe Apps.
Im Gesundheitsbereich zum Beispiel sehr wichtig und hilfreich.
Ich habe zum Beispiel eine App, die mir das Wachstum der Gesundheitskosten anzeigt – hier habe ich jedoch ein Problem:
Meine Blutdruck-App rät mir, auf meine Kostenwachstums-App zu verzichten.
Und stattdessen mehr Dörrbohnen zu essen.
In diesem Sinn wünsche ich jetzt schon allen einen guten Appetit!
Oder auf Früh-Französisch:
Bon App!