Berne
Manuscrit, non publié à l’époque. Texte établi d’après l’exemplaire de lecture. Seul le prononcé fait foi. Les notes de travail ont été retirées.
Discours prononcé en allemand et en français. Texte original, non traduit.
Sehr geehrte Preisträgerinnen, sehr geehrte Preisträger
Sehr geehrter Präsident des Stiftungsrates
Meine Damen und Herren
Besten Dank für die spannenden Einblicke in diese zwei Arbeiten.
Eine hervorragende Auswahl.
Mein Interesse an Federn hat seit kurzem stark zugenommen, also genauer gesagt: seit der Street Parade. Ich kann Sie versichern – das Bundesamt für Vogelwesen hat eine DNA-Probe vorgenommen: Die Paradiesvogel-Federn waren echt.
Im Ernst: Die Arbeit über die Federn hat mich von Berufs wegen interessiert. Als Bundesrat ist man ja nicht einfach einer. Man ist immer sieben. Und nach fast 12 Jahren im Bundesrat kann ich sagen: das ist nicht einfach. Man ist gezwungen, ständig fremde Federn zu tragen. Auch dann, wenn man sie nicht schön findet. Psychologen würden von einer Identitätskrise sprechen. Wir in Bern nennen es Kollegialitätsprinzip.
Liebe Preisträgerinnen und Preisträger
Ich bin beeindruckt.
Ich habe die Liste Ihrer prämierten Arbeiten durchgeschaut: Kunststofftrennung, der Lebensraum der Wasseramsel, Namibias Landreform, Ethanol aus Altkleidern, die Vielfalt und Kreativität Ihrer Forschung ist beeindruckend.
Dazu möchte Ihnen gratulieren: zu Ihren hervorragenden Forschungsarbeiten, zu den spannenden Fragen, die Sie stellen. Denn die Basis einer guten Arbeit, ist eine gute Frage. Aber auch zu Ihrer Ausdauer und zu Ihrem Mut, Ihren Interessen zu folgen.
Sie gehören zu den jungen Menschen, die unser Land künftig vorwärts bringen. Vorwärts bringen müssen.
Denn die Herausforderungen unserer Zeit sind gross.
Und die Politik findet Antworten auf die drängendsten Fragen nicht alleine, sondern nur gemeinsam mit der Wissenschaft.
Die Wissenschaft ist unser Tor in die Zukunft.
Deshalb unterstützt der Bund im Rahmen seiner Bildungs-, Forschungs- und Innovationspolitik auch in die wissenschaftliche Nachwuchsförderung.
Diese Unterstützung ist natürlich nicht ganz uneigennützig. Denn gute Forschung, gute Hochschulen sind eine Bedingung für Innovationen. Eine innovative Wirtschaft schafft Perspektiven, schafft Arbeitsplätze. Innovation trägt wesentlich bei zum Erfolg der Schweiz.
Chers jeunes chercheuses et chercheurs,
La Suisse a besoin de vous.
Des organisations comme Science et jeunesse ou des lieux comme le nouveau Portail de la science au CERN, que j’ai eu le plaisir d’inaugurer il y a dix jours à Genève, sont tout aussi importants.
Ce nouveau Portail, qui permet de faire rayonner la science, est impressionnant et je vous recommande de le visiter. Pas seulement parce que le bâtiment, conçu par Renzo Piano, ressemble à un vaisseau spatial. Mais aussi parce que c’est un endroit où la science prend vie.
La Suisse est un pays d’innovation. Pour maintenir notre position d’excellence dans ce domaine, nous devons assurer la relève des chercheurs et pouvoir participer à la recherche internationale sur un pied d’égalité avec les autres pays européens.
Or, actuellement, la Suisse n’a qu’un accès limité à Horizon Europe, le plus grand programme de promotion de la recherche et de l’innovation au monde.
A long terme, cela posera un problème pour la recherche et l’innovation en Suisse.
Nous devons et allons tout faire pour que vous, jeunes chercheuses et chercheurs, ayez en Suisse, les meilleures conditions pour poursuivre vos recherches.
Geschätzte Preisträgerinnen und Preisträger,
Ich wünsche Ihnen, dass Sie auch künftig ungehemmt Ihren Interessen folgen und auf die Suche nach Erkenntnis gehen können.
Ich wünsche Ihnen, dass Sie ausdauernd bleiben und sich nicht entmutigen lassen, wenn eine Entdeckungsreise in einer Sackgasse endet.
Und ich wünsche Ihnen, dass Sie weiter Ihren kritischen Geist schulen; in der Forschung, im Studium, im Arbeitsleben, oder auch als Bürgerinnen und Bürger.
Und seit heute wissen wir: Es ist wichtig, genau zu bestimmen, von wem eine Feder stammt. Besonders wenn es eine fremde Feder ist. Es sei denn, man ist Bundesrat.
Nochmals herzliche Gratulation.