Vaduz
Manuscrit, non publié à l’époque. Seul le prononcé fait foi. Les notes de travail ont été retirées.
Discours prononcé en allemand. Texte original, non traduit.
Sehr geehrter Herr Regierungspräsident
Sehr geehrte Damen und Herren
Ich freue mich, in Vaduz zu sein. Meine Reise und dieses Treffen sind Ausdruck der engen Verbundenheit unserer Länder.
Souveräne Staaten können sich kaum näherstehen als die Schweiz und Liechtenstein. Das gilt für alle Bereiche: politisch, wirtschaftlich, kulturell und zwischenmenschlich.
Die Zahlen sind eindrücklich: Ungefähr 3600 Schweizer Staatsangehörige leben in Liechtenstein, das entspricht etwa zehn Prozent der Bevölkerung. Umgekehrt leben rund 1700 Liechtensteinerinnen und Liechtensteiner in der Schweiz. Als Grenzgänger pendeln jeden Tag über 9000 Arbeitskräfte aus der Schweiz hierher. Und unsere Staaten sind durch über 100 Abkommen in den verschiedensten Bereichen verbunden – das älteste dieser Abkommen hat seit fast 100 Jahren Bestand.
Heute pflegen wir diese bewährte Freundschaft. Wir schauen aber auch gemeinsam in die Zukunft. Wir haben ähnliche Probleme zu lösen und ähnliche Herausforderungen zu meistern.
Auf der Traktandenliste unseres Austausches standen aktuelle Themen wie die bilaterale Zusammenarbeit im Gesundheitswesen und in der Kultur. Wir möchten erreichen, dass künftig auch Kinder und Jugendliche aus Liechtenstein am Förderprogramm Jugend+Musik teilnehmen können.
Ein wichtiger Punkt ist immer die Europapolitik. Die Schweiz und Liechtenstein haben unterschiedliche Wege der europäischen Integration gewählt. Aber es gibt zahlreiche Fragen, die uns beide betreffen, etwa die Personenfreizügigkeit (wegen der Grenzgänger, die in Liechtenstein arbeiten und in der Schweiz wohnen).
Gesprochen haben wir auch über den Brexit. Die Aufmerksamkeit gilt hier zunehmend der Übergangsperiode nach dem angekündigten Austritt Grossbritanniens aus der EU im März 2019. Dass der Übergang reibungslos gelingt, ist im gemeinsamen Interesse der Schweiz, der EWR-Staaten, der EU und Grossbritanniens.
Ein weiterer Schwerpunkt des Gesprächs war Zusammenarbeit auf globaler Ebene. Liechtenstein führt uns immer wieder in beeindruckender Weise vor Augen, wie viel ein vermeintlich kleiner Staat zu bewirken vermag.
Ein gutes Beispiel ist das Engagement Liechtensteins für den Internationalen Strafgerichtshof in den vergangenen Jahren. Dass dieser strafrechtlich Leute verfolgen kann, die für illegale Gewaltanwendung eines Staates gegen einen andern verantwortlich sind, ist wesentlich auf den Einsatz Liechtensteins zurückzuführen – und befreundeter Staaten wie der Schweiz …
Wir haben gezeigt, dass wir auch auf der Weltbühne etwas bewegen können. Und wir haben immer und immer wieder bewiesen, dass wir an unseren bilateralen Beziehungen arbeiten und gemeinsam vorwärts zu gehen.
Besten Dank an die Einladung zu diesem Besuch und die Gespräche in herzlicher Atmosphäre. Wir setzen auf die Kontinuität unserer Beziehungen und die dauerhafte Freundschaft unserer Länder!