Berne

Manuscrit, non publié à l’époque. Texte établi d’après l’exemplaire de lecture. Seul le prononcé fait foi. Les notes de travail ont été retirées.

Discours prononcé en allemand et en français. Texte original, non traduit.

Meine Damen und Herren,

Die beiden Referenten haben die Integration von Menschen mit einer gesundheitlichen Beeinträchtigung in den Arbeitsmarkt aus betriebswirtschaftlicher und aus sozialer Sicht beschrieben

Vielen Dank.

Ich möchte den Horizont nun nochmals erweitern: Die Integration von Menschen mit Behinderung ins Arbeitsleben ist eine gesellschaftspolitische Aufgabe.

Natürlich steht da gleich die Frage im Raum: Können wir uns diese Aufgabe überhaupt leisten, in Zeiten von Wettbewerbsdruck, Globalisierung und Digitalisierung?

Wir können nicht – wir müssen!

Und zwar nicht nur, weil wir das Arbeitskräftepotenzial optimal ausschöpfen müssen.

Sondern weil es in Zeiten des schnellen Strukturwandels das ernst zu nehmen gilt.

In einer solidarischen Gemeinschaft können alle Menschen an der Gesellschaft teilhaben. In allen Lebensbereichen.

Solidarität ist eine unverzichtbare Voraussetzung der sozialen Stabilität. Dafür wird unser Land immer wieder gelobt, gerade auch von der Wirtschaft.

Wenn ich hier von Solidarität spreche, dann meine ich nicht simple Hilfsbereitschaft. Sondern eine Form der Gerechtigkeit.

Es gibt ein Gefühl der Verbundenheit der Menschen in diesem Land. Ein wichtiger Ausdruck davon ist unsere Verfassung.

Dort steht, dass niemand wegen einer Behinderung diskriminiert werden darf. Dort steht auch, dass Bund und Kantone, Massnahmen ergreifen müssen, um die Benachteiligung von Menschen mit Behinderung zu beseitigen. Ziel muss sein: Menschen mit Behinderung oder mit Beeinträchtigung können am Arbeitsleben teilhaben wie Menschen ohne Behinderung.

Wir diskutieren also NICHT darüber, ob diese Menschen arbeiten dürfen.

Die Frage, die wir als Gesellschaft beantworten müssen ist eine andere: Wie unterstützen wir diese Menschen so, dass sie arbeiten können?

Meine Damen und Herren

Der Bundesrat ist daran, die Invalidenversicherung weiterzuentwickeln. Die IV stellt in der Schweiz gut 400‘000 Menschen eine Leistung zur Verfügung, 220‘000 von ihnen erhalten eine Rente.

Die IV ist deutlich erfolgreicher geworden bei der beruflichen Eingliederung von Menschen mit Beeinträchtigung.

Die IV hat dank den Revisionen der letzten 13 Jahre einen grundlegenden Wandel von einer Rentenversicherung zu einer Eingliederungsversicherung vollzogen.

Das zeigen zwei Entwicklungen: Die Anzahl Menschen, die von der IV eine Massnahme zur beruflichen Eingliederung erhielten hat sich seit 2008 mehr als verdoppelt. Dann ist die 5. Revision in Kraft getreten. Letztes Jahr waren es fast 40‘000 Menschen. Umgekehrt hat sich die Zahl der jährlichen Neurenten seit dem Höchststand von 2003 halbiert, auf rund 14‘000.

Die nächste Reform soll nochmals einen grossen Schritt vorwärts machen. Es besteht Handlungsbedarf bei Kindern und Jugendlichen mit Gesundheitsproblemen und bei psychisch Kranken.

Ziel ist, der Invalidisierung vorzubeugen und die Eingliederung zu verstärken. Junge Menschen sollen nicht als Rentner oder Rentnerin ins Erwachsenenleben starten.

Im Zentrum steht eine intensivere Begleitung und Betreuung der Betroffenen und eine engere Zusammenarbeit mit allen Beteiligten.

Der Bundesrat wird bis im Sommer das Geschäft verabschieden und dem Parlament vorlegen.

Der Bundesrat ist zudem daran, seine Behindertenpolitik zu vertiefen.

Die Gleichstellung von Menschen mit Behinderung soll in allen Lebensbereichen verankert und speziell in der Arbeitswelt gefördert werden.

Vor zwei Wochen hat sich der Bundesrat zum zweiten Mal mit der Behindertenpolitik befasst und entschieden, dass bis Ende Jahr ein Bericht mit Massnahmen vorliegen soll. Diese Nationale Konferenz dient explizit dazu, diese Massnahmen zu diskutieren und konkret auszugestalten.

Das Eidgenössische Büro für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen lanciert parallel dazu das Programm „Gleichstellung und Arbeit“. Ziel ist aufzuzeigen, wie Hindernisse in der Arbeitswelt abgebaut werden können.

Die Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen ist in den letzten Jahren vorangekommen. Dank dem Behindertengleichstellungsgesetz sind Gebäude und der öffentliche Verkehr heute besser zugänglich.

In vielen anderen Bereichen ist die Gleichstellung aber noch weniger weit, insbesondere in der Arbeitswelt.

Zahlreiche Menschen haben wegen einer Behinderung einen schweren Stand auf dem Arbeitsmarkt.

Das hat primär mit dem Bild zu tun, das viele von Menschen mit Behinderungen haben: Sie sehen nur die Defizite. Sie sehen nicht das, was diese Menschen leisten können.

Das beginnt bei der Bewerbung. Hier sind Menschen mit Behinderung mit Vorurteilen und Ängsten konfrontiert. Zum Beispiel, dass jemand die geforderte Leistung nicht erbringen kann. Oder dass jemand mit einer Behinderung mehr Aufwand verursacht. Oder dass die Arbeitskollegen oder die Kundeninnen und Kunden negativ reagieren.

Oft ist das berufliche Umfeld ein Hindernis. Zum Beispiel eine Software wie SAP, die nicht barrierefrei ist. Oder unflexible Arbeitszeitmodelle.

Häufig fehlt ganz einfach das Wissen, welche Unterstützungsangebote es für Unternehmen gibt.

Meine Damen und Herren

Der Bundesrat ist also daran, gleichzeitig die IV und die Behindertenpolitik weiterzuentwickeln. Denn die beiden Vorlagen ergänzen sich.

Erstens ist – wie erwähnt – ein doppelter Blick nötig: Es geht um jede einzelne Person und was es braucht, damit sie arbeiten kann. Gleichzeitig geht es um die Strukturen und wo Barrieren beseitigt werden müssen.

Wir müssen fragen: Wo ist ein Mensch behindert? Und wo wird er behindert?

Zweitens zeigt die Gesamtsicht von Behindertenpolitik und IV: Wir reden nicht von einer kleinen Gruppe. Es geht um fast eine Millionen Menschen zwischen 15 und 64 Jahren mit einer gesundheitlichen Beeinträchtigung.

Bei jenen, die stark eingeschränkt sind, ist die Hälfte erwerbstätig. Das zeigt, wie viel schon getan wird. Und wie hoch der Problemdruck ist.

Mesdames et Messieurs,

L’intégration professionnelle des personnes en situation de handicap doit être renforcée – et pas seulement dans le cadre de notre engagement actuel : nous devons redoubler d’efforts.

Certes, le travail, ce n’est pas toute la vie, mais cela en représente une bonne partie.

L’existence même de l’homme et de la femme repose sur le travail, et ce depuis qu’ils ont été…chassés du paradis. Et pour un peuple de travailleurs comme le nôtre, j’aime autant vous dire que c’est particulièrement vrai. Il y a cinq ans, nous avons même refusé d’avoir plus de vacances, c’est dire… Il y a visiblement une majorité des citoyens dans notre pays qui considère qu’être chassés du paradis, c’est être chassés du travail….

Sérieusement : avoir un travail et percevoir un revenu ne sert de loin pas qu’à satisfaire des besoins primaires comme se nourrir ou avoir un toit sur la tête.

Le travail donne aussi du sens à notre vie, il structure notre quotidien et constitue un élément d’intégration. En signant la Convention des Nations Unies relative aux droits des personnes handicapées, la Suisse a d’ailleurs souligné l’importance de la participation de ces personnes au marché du travail.

Permettre et appuyer cette participation est l’une des tâches centrales de l’Etat et de la société.

C’est aussi un véritable test : Allons-nous réussir à ne laisser personne au bord de la route ? Allons-nous respecter notre promesse aux habitants de ce pays : Oui, la Suisse est un pays qui offre à CHACUN de bonnes perspectives ?

C’est en regardant comment vont les personnes en situation de handicap que l’on reconnaît si une société est vraiment plus qu’un ensemble d’individus.

Lorsqu‘on parle ici d’intégration professionnelle, on entend sur le premier marché du travail.

C’est lui que cible cette conférence. C’est aussi lui qui est dans la ligne de mire du développement continu de l’AI et de l’initiative visant à combattre la pénurie de personnel qualifié.

Mais une chose est claire : toutes les personnes handicapées ne sont pas en mesure d’intégrer ce premier marché du travail ; c’est pourquoi nous avons aussi besoin d’un second marché du travail.

Et il faut une interperméabilité de ces deux marchés, car il est essentiel de pouvoir passer de l’un à l’autre, dans les deux sens.

Mesdames et Messieurs,

La mission que nous devons relever ensemble est difficile : intégrer davantage de personnes en situation de handicap sur le marché du travail.

Ouvrir la porte de l’emploi à une part aussi élevée que possible des 300 000 personnes qui n’ont pas encore réussi à trouver un travail. Et ce, alors que la pression sur le marché du travail est déjà très élevée.

C’est la raison pour laquelle la présente conférence bénéficie d’une aussi large assise. Elle rassemble : des personnes handicapées, bien sûr, des représentants de leurs organisations, des représentants des employeurs, des syndicats, du milieu médical, de la collaboration institutionnelle du secteur social, de l’AI et des autres assurances, des autorités cantonales, des services fédéraux, ainsi que des spécialistes des milieux scolaires et du domaine de la formation. Les améliorations à apporter concernent donc de très nombreux domaines, entre lesquels il s’agit de garantir une collaboration encore plus étroite. C’est d’ailleurs aussi ce qui transparaît des 10 thèses comprenant des exemples cantonaux préparées en vue de la conférence.

En Suisse, nous sommes habitués à travailler ensemble pour trouver des solutions pragmatiques. C’est notre recette, et elle marche !

La conférence nationale vise ainsi à élaborer un plan directeur comprenant des mesuresclés axées sur la pratique. Avec des objectifs clairs qui nous permettront de réaliser des avancées mesurables au cours des prochaines années.

Mesdames et Messieurs,

Lorsqu’on aborde la question de l’intégration professionnelle des personnes handicapées, on remarque qu’elle est souvent liée à une autre question, plus générale : quelle est notre approche du handicap et quelle place souhaitons-nous donner aux personnes handicapées ?

Et de se rendre compte que nous en savons finalement peu sur le handicap et les personnes concernées.

Il est donc primordial d’en savoir plus et de poser nos questions aux premiers intéressés : les personnes handicapées. Que peuvent et veulent-elles atteindre ? De quoi ont-elles besoin pour y arriver ? Qu’est-ce qui les en empêche ?

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