Berne

Manuscrit, non publié à l’époque. Texte établi d’après l’exemplaire de lecture. Seul le prononcé fait foi. Les notes de travail ont été retirées.

Discours prononcé en allemand et en français. Texte original, non traduit.

Sehr geehrte Damen und Herren

Erinnern Sie sich an Rotkäppchen? Rotkäppchen hat uns etwas Wichtiges gelehrt: Grossmütter haben grosse Ohren. Tatsächlich wachsen unsere Ohren immer weiter, ein Leben lang.

Forscher haben nun kürzlich festgestellt, dass auch das Gehirn weiter wächst. Es kann bis 50 noch an Volumen zulegen.

Ja, das Alter beschäftigt uns. Allerdings ist man mit 50 ja noch nicht alt.

50 ist noch kein Alter. Nicht mehr, muss man sagen.

Vor dem Ersten Weltkrieg betrug die Lebenserwartung bei Geburt etwa 50 Jahre. Heute ist sie bei über 80 Jahren.

Und wer im Jahr 2030 in einer Industrienation geboren wird, hat gute Chancen, mehr als 90 Jahre alt zu werden. Zu diesem Ergebnis kommt ein Forscherteam, nach der Analyse von Daten aus 35 Ländern. Es gibt natürlich die offensichtlichen Gewinner dieser Entwicklung.

Anbieter von Kreuzfahrten zum Beispiel. 1990 machten weltweit vier Millionen Menschen eine Kreuzfahrt. 2020 sollen es 25 Millionen sein.

Zu den Gewinnern gehören natürlich auch die Sozialminister. Sie erhalten die schöne Aufgabe, die Altersvorsorge für die Zukunft zu sichern.

Meine Damen und Herren

Wir haben ein grosses Ziel: Unsere Altersrenten sollen sicher sein und ihr Niveau soll erhalten bleiben. Mit der Reform Altersvorsorge 2020 erreichen wir dies.

Wir sichern die AHV-Renten für das nächste Jahrzehnt und passen die berufliche Vorsorge den Realitäten auf den Finanzmärkten an.

Das schafft Stabilität. Und von dieser Stabilität profitieren alle.

Altersvorsorge 2020 ist ein ausgewogenes Gesamtpaket. Am 24. September stimmen wir darüber ab. Es bringt wichtige soziale Fortschritte. Ich nenne hier nur ein paar:

Wer Teilzeit arbeitet, ist in der Pensionskasse besser versichert. Das ist eine spürbare Verbesserung der Rente all jener mit tieferen Einkommen.

Es wird möglich zwischen 62 und 70 Jahren individuell und flexibel in Rente zu gehen. Also vor 65, wenn nötig. Oder später, wenn möglich.

Es ist auch möglich sich in Schritten pensionieren zu lassen. Man kann also sein Pensum reduzieren und Teilzeit in Rente gehen. Damit kann man gleichzeitig die spätere Rente aufbessern.

Die Reform ist nötig. Darin sind sich alle einig. Die Babyboomer gehen in den nächsten Jahren in Pension. Und für die Pensionskassen sind die Zinsen seit längerem zu tief.

Und die Reform ist dringend. Auch darin sind sich alle einig. Denn in den letzten 20 Jahren ist es nicht gelungen, die Altersvorsorge zu reformieren.

Wenn wir nichts tun, dann ist die Stabilität der AHV und der beruflichen Vorsorge gefährdet. Dann steigt das jährliche Defizit der AHV mit jedem Jahr an und mittelfristig sind die AHV-Renten nicht mehr garantiert.

Wenn wir nichts tun, dann geht die Umverteilung in der Pensionskasse von den Jüngeren zu den Pensionierten weiter.

Gerade für Leute, die im Gesundheitswesen tätig sind ist die Reform ist eine wichtige Vorlage. Hier arbeiten viele Menschen Teilzeit, die Lücken in ihrer Vorsorge haben. Hier werden viele Fachkräfte gebraucht.

Und wenn ich schon über Abstimmungen rede, weise ich gerne auf die Energiestrategie hin, über die wir an diesem Wochenende entscheiden: Sie ist ein wichtiger Schritt für die erneuerbaren Energien und für den Ausstieg aus der Atomenergie.

Und der Pflegeberuf, meine Damen und Herren?

Gehört er zu den Gewinnern in einer alternden Gesellschaft? Als krisensicherer Beruf mit Fachkräftemangel?

Sicher ist: Die Pflege ist von der alternden Gesellschaft in besonderem Mass betroffen. Heute ist unser Gesundheitssystem noch stark auf die Akutversorgung ausgerichtet. Das wird sich massiv ändern müssen.

Insbesondere in der Langzeitpflege braucht es in Zukunft deutlich mehr Personal.

Sie kennen die Zahlen: Bis 2025 sind zusätzlich 40’000 Fachkräfte nötig, 70 Prozent davon in der Langzeitpflege.

Neun von zehn Alters- und Pflegeheimen sagen, Pflegende zu rekrutieren sei schwierig oder sehr schwierig.

Eine Karriere in der Langzeitpflege ist offensichtlich zu wenig attraktiv: Nur ein Fünftel der befragten jungen Fachangestellten Gesundheit (FaGe) sieht seine Zukunft dort.

Es besteht also grosser Handlungsbedarf. Insbesondere bei der Ausbildung bei der Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben und bei den Arbeitsbedingungen

Es braucht das Engagement aller Beteiligten, um den Personalmangel in der Pflege zu beheben.

Die Schweiz bildet nur rund die Hälfte des geschätzten Bedarfs an diplomierten Pflegenden aus. Und das, obwohl wir die Anzahl Abschlüsse in den letzten Jahren deutlich erhöhen konnten.

Es braucht dringend mehr Ausbildungsplätze. Hier sind die Gemeinden, Kantone und privaten Institutionen gefragt. Etwa mit Ausbildungsverpflichtungen in Alters- und Pflegeheimen. So wie sie in den Akutspitälern bereits weit verbreitet sind.

Sicher ist: Die Schweiz wird aber auch in Zukunft stark auf eine Zuwanderung von Fachkräften angewiesen sein. Fachkräfte, die wiederum in ihrem Herkunftsland fehlen.

Der Personalmangel wird verstärkt, weil fast die Hälfte der diplomierten Pflegefachkräfte aus dem Beruf aussteigt.

Natürlich: Ausstieg und Wiedereinstieg gehören zur normalen Berufsbiografie von Pflegenden. Unregelmässige Arbeitszeiten machen es schwierig, Arbeit und Privatleben gut miteinander zu vereinbaren. Der Pflegeberuf ist ein 24-Stunden-Beruf. Sieben Tage in der Woche.

Deshalb sind Massnahmen nötig, damit sich der Pflegeberuf besser vereinbaren lässt mit der Familie.

Der Bundesrat hat 100 Millionen Franken bewilligt, damit die familienexterne Kinderbetreuung den Bedürfnissen der Eltern besser gerecht wird. Und damit die oft hohen Kosten für die externe Betreuung gesenkt werden.

Nach dem Ständerat hat vor zwei Wochen auch der Nationalrat diesem Vorschlag zugestimmt. Mitte Juni findet hierzu die Schlussabstimmung statt.

Es wird dann an den Kantonen und Gemeinden sein, dieses Angebot zu nutzen und die Vereinbarkeit noch stärker zu fördern.

Entscheidend für Ausstieg und Wiedereinstieg ist aber auch die Arbeitsumgebung. Wer sich mit dem Job und dem Betrieb identifizieren kann, der bleibt länger im Beruf.

Hier können die Betriebe selber viel beitragen.

Wie ein Betrieb geführt wird, hat wesentlichen Einfluss auf die Zufriedenheit. Wie die Aufgaben verteilt sind und die Arbeitseinsätze geplant werden. Viele Betriebe sind gut geführt. Die Unterschiede sind aber gross.

Der Bund prüft derzeit, wie Betriebe der Langzeitpflege unterstützt werden können, welche die Arbeitsumgebung gezielt verbessern wollen.

Damit Pflegende nach einem Unterbruch wieder in den Beruf zurückkehren, hat der Bundesrat zudem Ende letzten Jahres beschlossen, Kurse für den Wiedereinstieg zu fördern.

Mesdames et Messieurs,

Nous vivons toujours plus vieux. En soi, c’est une très bonne nouvelle. Mais c’est aussi un défi. Pour tous ceux qui travaillent dans le domaine de la santé. Et pour l’ensemble de société.

Nous devons répondre à des questions complexes : Comment rester le plus longtemps possible autonomes et en bonne santé ? Comment soigner – et bien soigner – le nombre croissant de personnes atteintes de maladies chroniques ?

Comment renforcer la prévention de ces maladies ? Comment faire en sorte que le système de santé reste finançable et accessible à tous ?

À ces questions difficiles, il n’y a pas de réponse facile.

Le Conseil fédéral a élaboré la stratégie Santé2020 pour relever ces défis, proposer des solutions et les coordonner efficacement avec l’ensemble des acteurs impliqués.

Car une chose est claire : nous ne trouverons de solution que si tous les acteurs du système de santé assument leurs responsabilités et exploitent de manière conséquente les possibilités offertes :

La Confédération, les cantons et les villes. Mais aussi les assureurs et les fournisseurs de prestations. Sans oublier les patients bien sûr.

Tous ont le devoir d’apporter leur pierre à l’édifice. Le personnel soignant également.

Les infirmiers sont des interlocuteurs tout à fait essentiels pour les patients. Ils les voient, leur parlent et les soignent tous les jours. Et lorsqu’on vit dans un home ou à la maison avec le soutien des services de soins à domicile, c’est généralement avec son infirmière, son infirmier, que l’on parle le plus souvent.

C’est une chance pour les professionnels engagés que vous êtes – mais c’est aussi une grosse responsabilité. Vous êtes proches des gens et travaillez main dans la main avec tous les autres professionnels de la santé.

Pour renforcer la qualité et l’efficacité du système de soins, nous devons continuer à promouvoir les soins coordonnés. Et pour ce faire, nous avons besoin d’un personnel soignant de qualité. Nous avons besoin de vous.

Nous avons besoin de vous : pour mieux coordonner les décisions et le traitement des patients ; pour améliorer les échanges et l’information aux moments cruciaux. Par exemple lorsqu’un patient quitte l’hôpital pour aller en EMS. Et pour renforcer la collaboration avec l’ensemble des professionnels de la santé. Ce qu’il faut, c’est davantage d’interprofessionnalité : chaque soin est apporté par la personne la mieux à même de le faire. On ne peut plus agir chacun de son côté.

Les soins coordonnés sont au cœur de la stratégie Santé2020. Pour certains groupes de patients, atteints d’un cancer ou d’une démence, nous sommes sur la bonne voie. Des avancées ciblées ont été réalisées. Je pense notamment au dossier électronique du patient.

Mais il reste du chemin à parcourir et du potentiel à exploiter. Je compte sur votre soutien et votre collaboration.

Mesdames et Messieurs,

L’Association suisse des infirmiers et infirmières (ASI) est essentielle à l’efficacité de la collaboration dans le domaine de la santé.

L’ASI est une association majeure et un partenaire fiable.

Elle est intégrée à tous les niveaux du système de santé. Elle travaille pour que la formation continue soit accessible à tous. Elle s’engage pour que les conditions de travail soient bonnes et les salaires justes. Sans oublier de souligner tout ce que peut apporter un personnel soignant de qualité.

En ce moment, vous recueillez des signatures afin de donner aux citoyens suisses la possibilité de décider du rôle que doivent assumer les infirmiers dans le système de soins.

On m’a même demandé dans la rue si je souhaitais signer cette initiative sur les soins infirmiers.

De toute façon, je me réjouis du débat que cette initiative ne manquera pas d’amener.

D’après ce que j’ai entendu, la population lui réserve un bon accueil puisque 50 000 signatures ont été récoltées au cours des trois premiers mois.

À la maternité, à l’hôpital, en EMS et même à la maison : le personnel soignant s’occupe de nous, de notre première à notre dernière semaine de vie.

Les infirmières et les infirmiers sont des piliers de notre système de santé.

Pour pouvoir soigner, il faut s’investir personnellement.

J’aimerais ici vous remercier sincèrement pour cet engagement.

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