Bâle
Manuscrit, non publié à l’époque. Seul le prononcé fait foi. Les notes de travail ont été retirées.
Discours prononcé en allemand et en français. Texte original, non traduit.
Sehr geehrte Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren von
Zürich, Bern und Luzern
Uri, Schwyz, Obwalden und Nidwalden
Glarus und Zug
Freiburg und Solothurn,
Basel-Stadt und Basel-Landschaft
Schaffhausen, Appenzell Ausserrhoden und Innerrhoden
St. Gallen und Graubünden
Aargau und Thurgau
Tessin, Waadt und Wallis
Neuenburg, Genf und Jura
Meine Damen und Herren
Ja, die Schweiz ist ein hoch komplexes Land.
Das zeigt sich auch hier im Raum.
Verschiedene Sprachen, Kulturen, Perspektiven.
WIE rätselhaft unser politisches System ist, realisiert man aber erst, wenn man es ausländischen Beobachtern zu erklären versucht:
Das habe ich auch letztes Jahr als Bundespräsident feststellen müssen.
Bis ich der Präsidentin der Marshallinseln nur schon den Unterschied erklärte hatte
zwischen der Hornkuh-Initiative
und der Milchkuh-Initiative…
Zum Differenzbereinigungsverfahren bin ich gar nicht erst gekommen…
Wenn ich ausländische Amtskollegen treffe, dann sage ich nie, dass
ich eigentlich gar nicht der einzige Gesundheitsminister der Schweiz bin
und dass es noch 26 weitere gibt.
Liebe Mit-Ministerinnen und Mit-Minister
Ich finde diese Komplexität gut…
Sonst wäre das Gesundheitswesen ja ein Bereich,
bei dem es einem langweilig würde,
weil alles so verständlich und einfach ist.
So einfach wie die Medizin selber. Ich zitiere Mark Twain:
„Man kann die Erkenntnisse der Medizin auf eine knappe Formel bringen:
Wasser,
mässig genossen,
ist unschädlich.“
Ende Zitat
Im Ernst, meine Damen und Herren
Unser Gesundheitswesen ist wahrscheinlich das einzige Gebilde, das noch komplizierter ist als unser Land.
Woran erinnert uns das?
Klar, an eine Tinguely-Maschine.
Diesen Vergleich hat Thomas Heiniger immer wieder angestellt.
Zitat: „In unserem Gesundheitssystem müssen tausend unterschiedliche Teile ineinandergreifen, damit sie läuft.
Und sie läuft – insgesamt – ganz zuverlässig, aber nicht immer widerspruchs- und konfliktfrei.“
Ende Zitat.
Nun, meine Damen und Herren,
es wird Sie nicht erstaunen, wenn sie erfahren, was Thomas Heiniger nach seinem Rückzug aus der Politik tun wird.
Er hat es mir verraten: Er wird Kunstkritiker.
Lieber Thomas,
Ich möchte dir für deinen grossen Einsatz als Zürcher Gesundheitsdirektor und GDK-Präsident danken.
Du hast dich nicht nur für die Interessen der Kantone eingesetzt. Du hast immer auch einen Blick für das Ganze gepflegt.
Wir waren nicht immer einer Meinung. Aber oft haben wir am gleichen Ende des Strickes gezogen:
Bei der Qualitätssicherung zum Beispiel,
bei der Patientensicherheit
oder beim elektronischen Patientendossier.
Nun stellst du dein Wissen und dein Netzwerk zwei wichtigen Institutionen unseres Landes zur Verfügung:
der Spitex.
Und dem Schweizerischen Roten Kreuz
Für diese anspruchsvollen Tätigkeiten wünsche ich dir alles Gute!
Und Dir, liebe Heidi, wünsche ich viel Erfolg als neue GDK-Präsidentin.
Du bist ja bestens vertraut mit der Tinguely-Maschine.
Ich bin sicher, dass wir die gute Zusammenarbeit zwischen Bund und Kantonen weiterführen werden.
Ich freue mich darauf.
Mesdames et Messieurs,
Comme ministre de la Culture, je m’interroge naturellement sur le sens profond des machines de Tinguely.
Parfaitement huilées, elles s’agitent avec fracas et nous émerveillent – mais que produisent-elles au fond ?
Que veut nous dire Tinguely ?
Lui a affirmé avec malice :
« L’art est insensé et –
comme tout – NON dépourvu de sens. »
Nous pouvons nous inspirer des machines de Tinguely pour la politique de la santé.
Elle donne souvent l’impression d’être à l’arrêt – et pourtant, elle est en mouvement !
Elle l’est peut-être aussi en raison de sa complexité.
Le meilleur moyen de trouver une bonne idée est d’en avoir le plus possible.
À cet égard, la CDS est une plate-forme remarquable où le partage d’expériences et d’informations ne s’arrête jamais.
Malgré toutes nos différences, nous poursuivons le même objectif : un système de santé excellent, abordable et accessible à tous,
qui plus est dans le contexte difficile du XXIe siècle.
Cet objectif commun nous unit, Confédération et cantons.
Et je trouve la collaboration avec la CDS extrêmement précieuse et prometteuse.
J’en profite pour féliciter chaleureusement la CDS à l’occasion de son centième anniversaire.
Mesdames et Messieurs les Conseillers d’Etat,
J’en suis convaincu :
tout n’est pas novateur dans notre système de santé.
Mais chaque innovation n’est pas qu’un effet de mode.
Regardez le projet de Google qui entend supprimer la mort.
C’est une excellente nouvelle pour la politique de la santé,
mais une véritable catastrophe pour la prévoyance vieillesse.
Nous aurions non seulement des taux d’intérêt négatifs,
mais aussi un taux de conversion négatif dans le deuxième pilier…
War es früher besser, meine Damen und Herren?
Bei den Präventionskampagnen auf jeden Fall.
Früher haben sie problemlos funktioniert
und es gab auch keine Kritiker.
Wie schrieb doch Winston Churchill in den 30er Jahren, ich zitiere:
„Ein leidenschaftlicher Raucher,
der immer vor der Gefahr des Rauchens für die Gesundheit liest,
hört in den meisten Fällen auf –
zu lesen.“ Ende Zitat.
Dafür gab es vor 80 Jahren noch keine Apps.
Und ich muss sagen: Die sind ja schon sehr nützlich!
Ich habe eine App, die mir meinen Blutdruck anzeigt beim Thema TARMED.
Potentiell lebensrettend.
Und ich habe eine App, die mir das Prämienwachstum anzeigt.
Aber hier habe ich ein Problem:
Meine Blutdruck-App rät mir,
auf meine Prämien-App zu verzichten.
Auch in Sachen App haben wir also eine Überversorgung…
Und jetzt wünsche ich allen einen guten Appetit!
Oder auf Früh-Französisch:
Bon App!