Cologne
Manuscrit, non publié à l’époque. Seul le prononcé fait foi. Les notes de travail ont été retirées.
Discours prononcé en allemand. Texte original, non traduit.
Ich freue mich sehr, hier an der Gamescom zu sein, im „heart of gaming“. Wenn man hier die Hallen der weltweit grössten Messe für Computer- und Videospiele betritt, merkt man sofort: Spielen ist keine Spielerei, sondern eine ernste Angelegenheit. Man merkt, dass es hier um eine weltweit bedeutende Industrie geht. Ihr Umsatz ist mehr als dreimal so hoch wie der Umsatz der Filmindustrie.
Ich bin hier, um mir selber ein Bild zu machen von diesem Anlass und der Präsenz der Schweizer Entwicklerinnen und Entwickler. Ich bin aber auch hier, weil ich selber fasziniert bin von den Spielen:
Von den Welten, die entworfen werden. Visuell, aber auch musikalisch.
Den Geschichten, die erzählt werden.
Und von dieser speziellen Kulturform. Dieser Mischung aus Innovation, Forschung, Wirtschaft und Kultur.
Der Bundesrat ist überzeugt: Games gehören zu den prägenden Kulturformen des 21. Jahrhunderts. Sie haben ein grosses Potential – kulturell und wirtschaftlich.
Pro Helvetia hat vor neun Jahren damit begonnen, Games zu fördern. Und vor vier Jahren wurden die interaktiven, digitalen Medien versuchsweise in die Kulturbotschaft des Bundes aufgenommen. Entstanden ist ein Fördermodell, das die Konzeptentwicklung, die Herstellung von Prototypen, die Produktion sowie die Verbreitung unterstützt.
Diese Förderung hat wesentlich zum Erfolg der Schweizer Games beigetragen. Sie bestechen durch Qualität und Innovation. Und sie sind international erfolgreich: Über 150 Preise an Festivals und Konferenzen zeugen davon.
In der neuen Kulturbotschaft 2021-2024, die derzeit in der Vernehmlassung ist, behandelt der Bundesrat die Games wie andere Disziplinen in der Kultur. Aus dem Pilotversuch wird eine systematische, reguläre Förderung.
Dazu gehört, dass der Bundesrat mehr Mittel beantragt: 1.8 Millionen Franken mehr für den Bereich „Design und interaktiven digitalen Medien“ für vier Jahre. Damit stehen Pro Helvetia jährlich zwei Millionen für diesen Bereich zur Verfügung. Damit soll ganz wesentlich auch der internationale Marktzugang erleichtert werden. Dieser ist für Entwicklerinnen und Entwickler eine der grössten Herausforderungen.
Die Games-Entwicklung bewegt sich an der Schnittstelle zwischen Kultur, Technologie und Wirtschaft. Die Kulturförderung an dieser Schnittstelle ist eine grosse Herausforderung. Sie muss das kreative Potential berücksichtigen, aber auch das Marktpotential.
Gleichzeitig ist diese Schnittstelle auch eine Chance. Die Kulturförderung stösst thematisch in neue Gebiete vor und ermöglicht neue Formen der Zusammenarbeit zwischen öffentlichen und privaten Geldgebern.
Ich freue mich nun, verschiedene Studios kennenzulernen und natürlich etwas zu gamen.
Ich wünsche Ihnen eine erfolgreiche und anregende Messe.