Berne

Manuscrit, non publié à l’époque. Seul le prononcé fait foi. Les notes de travail ont été retirées.

Discours prononcé en allemand et en français. Texte original, non traduit.

Sehr geehrte Damen und Herren National- und Ständeräte
Sehr geehrte Damen und Herren Regierungsräte, Stadträte und Gemeinderäte
Sehr geehrte Damen und Herren Direktionsmitglieder von staatsnahen Betrieben
Sehr geehrte Damen und Herren

Ich begrüsse Sie herzlich hier in Bern zum nationalen Treffen zur «Förderung der Lohngleichheit im öffentlichen Sektor».

Es ist unser viertes Treffen.
In einem denkwürdigen Jahr für die Frauen.
Im Jahr des Frauenstreiks, der das Land bewegt hat.
Mit eidgenössischen Wahlen, die den Frauenanteil im Parlament deutlich erhöht haben.
Mit einer Frauenfussball-Weltmeisterschaft, die erstmals breit übertragen wurde.

Ist es aber auch ein Jahr der Gleichstellung?

Schauen wir ein paar Zahlen an, zum Beispiel der Fussball-WM:
Die US-Frauen haben für ihren Titel 4 Millionen Dollar Preisgeld erhalten?

Wissen sie, wieviel Frankreich letztes Jahr für den WM-Titel der Männer erhalten hat?
38 Millionen Dollar.

Same but different.

Es ginge auch anders.
Schauen wir uns die Liste der bestbezahlten Sportlerinnen an.
Nummer eins war letztes Jahr Serena Williams.
Nummer zwei: Naomi Osaka. Auch eine Tennisspielerin.
Nummer drei: Angelique Kerber. Nochmals eine Tennisspielerin.

Das geht so weiter. In den Top Ten sind ausschliesslich Tennisspielerinnen.
Und weshalb?
Wegen der guten Werbeverträge, ja!
Aber vor allem auch wegen der Preisgelder. Sie sind im Tennis für Männer und Frauen nämlich gleich hoch.
Rafael Nadal hat für seinen Sieg an den US Open knapp 4 Millionen Dollar erhalten.
Bianca Andreescu auch.

Zugegeben, das sind stolze Summen. Aber es geht ja hier ums Prinzip, meine Damen und Herren: Gleicher Lohn für gleiche oder gleichwertige Arbeit.

Deswegen sind wir hier.

Dieser Grundsatz ist seit 38 Jahren in unserer Bundesverfassung verankert. Und seit 23 Jahren gibt es das Gleichstellungsgesetz.
Lohngleichheit ist ein zentrales Versprechen.
Und dieses gilt es einzulösen.

Grosse Teile der Bevölkerung haben uns am Frauenstreik lautstark daran erinnert.
Und ihren Unmut über die anhaltende Ungleichheit zwischen den Geschlechtern kundgetan.

Das war ein sehr eindrücklicher Streik.
Nicht nur, weil so viele mitgemacht haben,
sondern auch wegen der fröhlichen Stimmung,
der Entschlossenheit
und der grossen Vielfalt: von Frauen und Männern. Jung und Alt. Von Genf bis Rorschach.

Der Streik hat klar gemacht:
Gleichstellung ist kein Frauenthema.
Gleichstellung betrifft uns alle.

Meine Damen und Herren

Es bewegt sich etwas in der Gleichstellung.

Ende 2018 verabschiedete das eidgenössische Parlament die Revision des Gleichstellungsgesetzes.
Neu werden alle Unternehmen und öffentlichen Verwaltungen ab 100 Mitarbeitenden dazu verpflichtet, eine Lohngleichheitsanalyse durchzuführen und diese von einer externen Stelle überprüfen zu lassen.
Und sie müssen die Resultate den Mitarbeitenden mitteilen.

Das revidierte Gleichstellungsgesetz setzt stark auf Eigenverantwortung und Vorbildlichkeit der einzelnen Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber.

Es tritt im Juli 2020 in Kraft und ist auf 12 Jahre begrenzt.

Mit dem revidierten Gleichstellungsgesetz kommen wir dem Versprechen der Lohngleichheit einen Schritt näher.

Wir können aber nun nicht einfach die Hände in den Schoss legen und warten.

Im Gegenteil: In der Förderung der beruflichen Gleichstellung und der Bekämpfung jeder Form der Diskriminierung muss der öffentliche Sektor Vorbild sein.

Deshalb sind unsere Ziele ambitionierter als das revidierte Gleichstellungsgesetz.
Denn auch im öffentlichen Sektor ist eine Lohnungleichheit zwischen den Geschlechtern trotz Fortschritten eine Realität:

Die durchschnittliche Lohndifferenz beträgt 16.7 Prozent. Das sind 1500 Franken pro Monat.
Davon können 65 Prozent durch objektive Faktoren wie berufliche Stellung, Dienstjahre oder Ausbildungsniveau erklärt werden.
35 Prozent sind jedoch nach wie vor unerklärt. Dieser unerklärte Anteil entspricht einer Einbusse von fast 6 Prozent oder 522 Franken. Monatlich.
In der Privatwirtschaft sind es übrigens 657 Franken.

Damit steht der öffentliche Sektor zwar besser da als der private Sektor. Doch 522 Franken sind 522 Franken.

Das ist unfair gegenüber den Frauen.
Aber nicht nur das.

Es hat auch Konsequenzen für die Gesellschaft als Ganzes:
weniger Renten für Frauen,
weniger Einkommen für Familien,
unfairer Wettbewerb zwischen den Unternehmen
und es gefährdet den gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Meine Damen und Herren

Wir sind heute zusammengekommen, um unser Engagement weiter voranzutreiben.

Denn die öffentliche Hand ist mächtig.
Sie beschäftigt eine grosse Anzahl Personen: Über 320‘000 Vollzeitstellen sind es in den Verwaltungen von Bund, Kantonen und Gemeinden.
Nehmen wir die staatsnahen Betriebe dazu, sind es 580’000.
Im öffentlichen Beschaffungswesen der Schweiz werden jährlich Aufträge im Wert von 41 Milliarden Franken vergeben. Das sind rund 6 Prozent des Bruttoinlandprodukts.

Diesen Einfluss gilt es zugunsten der Lohngleichheit zu nutzen. Und wir sollten unser Engagement sichtbar machen.

Deshalb hat 2016 der Bund zusammen mit Kantonen und Gemeinden die Charta der Lohngleichheit im öffentlichen Sektor lanciert.
Sie wurde bis heute vom Bund,
16 Kantonen
sowie 86 Städten und Gemeinden unterzeichnet.

In weiteren Kantonen und Gemeinden ist ein Beitritt in Abklärung.
Das ist ein grosser Erfolg!
An dieser Stelle: herzlichen Dank für das Engagement.

Um das gemeinsame Engagement weiter zu intensivieren, haben wir eine Charta für die staatsnahen Betriebe von Bund, Kantonen und Gemeinden aufgesetzt.

Die staatsnahen Betriebe haben Gewicht:
Sie beschäftigen zwei Fünftel aller Mitarbeitenden im öffentlichen Sektor
Sie vergeben Aufträge in Milliardenhöhe.

Mit der Charta sagen die unterzeichnenden Betriebe, dass sie bei der Lohngleichheit Vorbild sein wollen. Sie zeigen, dass sie ihren Einfluss geltend machen können.

Mesdames et Messieurs,

Signer la charte, c’est s’engager en faveur de l’égalité salariale.
C’est donner un signal clair à l’interne, mais aussi vis-vis de l’extérieur.

Mais c’est aussi faire de l’égalité une réalité. En effet :
les employés sont sensibilisés au thème de l’égalité ;
le respect de l’égalité salariale est régulièrement contrôlé et
constitue un critère obligatoire dans le cadre des marchés publics ;
le résultat des contrôles est communiqué.

La charte va plus loin que la nouvelle loi sur l’égalité.
D’une part, parce qu‘elle n’est pas limitée dans le temps.
D’autre part, parce qu’elle implique une sensibilisation des responsables ainsi qu’une vaste communication des résultats.

La charte prévoit par ailleurs des contrôles au niveau des marchés publics.

C’est un élément décisif pour garantir une concurrence équitable.

Les administrations publiques et les entreprises parapubliques ne doivent pas travailler avec des fournisseurs qui ne respectent pas l’égalité salariale.

Et des fonds publics ne doivent pas alimenter des structures discriminantes.

En exigeant une simple auto-déclaration de vos fournisseurs, vous leur indiquez clairement que le respect de l’égalité salariale est un critère obligatoire pour décrocher un contrat.

Les entreprises parapubliques peuvent en outre demander aux fournisseurs d’apporter la preuve qu’ils respectent l’égalité salariale. Elles peuvent aussi réaliser des contrôles aléatoires une fois le marché public attribué.

C’est une pratique courante de la Confédération et de certains cantons et villes.
Et de nombreuses entreprises ont elles aussi déjà intégré cette pratique.

La charte est un instrument pragmatique – sans valeur juridique.
Toutes les entreprises parapubliques devraient donc la soutenir.

Cet engagement commun doit avoir un impact aussi large que possible, et donner un signal clair à tous les employeurs, qu’ils soient publics ou privés.

Je suis extrêmement satisfait qu’à ce jour
34 entreprises parapubliques, de toute la Suisse, aient signé la charte.
Des entreprises actives dans de nombreux secteurs, allant des transports à la recherche, en passant par la santé et les banques.

Et j’en suis convaincu : beaucoup d’autres entreprises qui n’ont pas encore signé la charte vous rejoindront.

Mesdames et Messieurs,

La Suisse dispose de bons instruments pour évaluer l’égalité salariale.

Des instruments qui sont aussi reconnus au-delà de nos frontières.

Les mécanismes de contrôle appliqués dans le cadre des marchés publics, l’outil d’analyse Logib et la charte intéressent déjà d’autres États et organisations internationales.

Et c’est d’ailleurs grâce à ces instruments que la Suisse a reçu l’an dernier le Public Service Award, un prix décerné par l’ONU.

Nous avons donc de quoi être fiers !

Ces instruments vont maintenant faire l’objet d’améliorations techniques.

Ils seront encore plus simples à utiliser. Quant aux résultats obtenus, ils seront présentés de manière plus lisible. Un « plus » pour toutes les entreprises et organisations qui l’utilisent.

Enfin je suis heureux de vous annoncer que dès l’automne prochain, toutes les entreprises, même les plus petites, pourront analyser leur pratique salariale facilement et gratuitement.

La nouvelle version est déjà en phase de test et approuvée par les spécialistes.

Ce nouvel instrument est particulièrement important :
jusqu’à maintenant, les entreprises de moins de 50 collaborateurs ne pouvaient pas l’utiliser. Or celles-ci représentent 95 % du tissu économique de notre pays.
Et l’expérience a montré que ce sont surtout dans les PME que les différences de salaire inexpliquées sont particulièrement marquées.

Vous êtes nombreux, aux niveaux cantonal et communal, à avoir attendu le nouveau Logib.

L’Organisation internationale du Travail (OIT), qui a collaboré à l’évaluation scientifique du nouvel instrument, a aussi manifesté son intérêt.

Mesdames et Messieurs,

« Sagesse oblige ».
En adaptant cette expression française, le physicien suisse André Mercier a voulu nous rappeler que celles et ceux qui disposent d’un certain pouvoir ou d’un certain savoir doivent prendre leurs responsabilités.

Voilà pourquoi nous sommes ici.
Parce qu’en tant qu’employeurs, nous disposons d’un certain pouvoir.
Et parce que nous disposons d’un certain savoir sur la manière dont on mesure et instaure l’égalité salariale.

Nous sommes ici parce que nous prenons nos responsabilités.

Nous le ferons jusqu’à ce que l’égalité salariale soit une réalité. Ce qui, malheureusement, n’est pas encore le cas.

Je vous remercie d’être ici, et de vous engager en faveur de l’égalité salariale.

…

Meine Damen und Herren
Mesdames, Messieurs,

Nous arrivons au terme de cette rencontre. Les discussions ont été intenses et j’espère qu’elles porteront leurs fruits.

Ne l’oublions pas.
L’inégalité coûte cher – pour les personnes concernées, pour leurs familles, mais aussi pour la société.
A court terme et à long terme.
Car moins de salaire signifie une moins bonne protection sociale en cas de chômage ou d’invalidité, mais également une moins bonne rente à la retraite.
Les inégalités salariales contribuent aussi à une concurrence déloyale entre entreprises et nuisent à leur réputation en tant qu’employeur.

Aujourd’hui, nous pouvons toutefois nous réjouir.

La Charte est un succès et nous observons avec satisfaction
qu’un nombre grandissant de cantons et de villes ont signé la charte pour l’égalité salariale dans le secteur public ;
que les organisations proches du secteur public veulent elles aussi prendre leurs responsabilités
que le mouvement est lancé et que d’autres entreprises les rejoindront.

Pour parachever l’égalité salariale, nous devons nous atteler parallèlement à d’autres chantiers. Par exemple :
revoir les salaires des professions majoritairement féminines,
développer les structures d’accueil extrafamilial,
faciliter la prise en charge des proches dépendants,
promouvoir les femmes aux postes à responsabilités.

Les chantiers sont identifiés, les solutions existent, encore faut-il trouver des majorités politiques pour les mettre en œuvre. Vous pouvez compter sur mon engagement et ma volonté de trouver des solutions.

Meine Damen und Herren

Wir haben heute einen wichtigen Schritt gemacht für mehr Fairness.

Ich danke Ihnen ganz herzlich für Ihr Engagement für die Lohngleichheit.
Und damit auch für ein gerechtes und erfolgreiches Land.

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