Berne

Manuscrit, non publié à l’époque. Seul le prononcé fait foi. Les notes de travail ont été retirées.

Discours prononcé en allemand et en français. Texte original, non traduit.

Sehr geehrte Damen und Herren

Als die Freiheitsstatue 1885 aus Frankreich als Geschenk in die USA verschifft wurde, fehlten 100‘000 Dollar für den Bau eines Granit-Sockels.

Die Stadt New York wollte diesen nicht bezahlen.

Darauf boten Boston, San Francisco und andere Städte an, bei sich einen Sockel zu bauen.

Da startete der renommierte Verleger Joseph Pulitzer in seiner Zeitung „The New York World“ eine eigentliche Fundraising-Kampagne.

Dank kleiner und grosser Beiträge von über 120‘000 Gönnern, konnten schliesslich die notwendigen Mittel zusammengetragen werden.

Anders gesagt: Die Freiheitsstatue vor New York steht auf einem Sockel, der nur durch Crowdfunding errichtet werden konnte; damals hiess das öffentliche Subskription.

Meine Damen und Herren

Wirtschaft und Kultur: Das ist eine spannende Beziehung.

Aber auch eine spannungsreiche.

Das spürt man im Kulturbereich ja schon länger.

Dort klingt es zuweilen wie auf einer Business-School: Begriffe wie „Return on Investment“, „Branding“ oder „Auslastung“ scheinen allgegenwärtig.

Aber wir erleben eben nicht nur die Ökonomisierung der Kultur – sondern auch die Kulturalisierung der Ökonomie.

Die „Harvard Business Review“ rätselt regelmässig über „Das Wechselspiel von Kreativität und Innovation“.

Das „McKinsey-Quarterly“ beschäftigt die Frage: „Wie fördert man Kreativität?“

Und das „Fortune“-Magazin weiss, ich zitiere: „Wieso Unternehmen dringend kreative Mitarbeiter brauchen“.

Die Diagnose in Wirtschaftskreisen ist klar: Die Wirtschaft muss unbedingt kreativer werden.

Denn nur so werden Innovationen möglich.

Nur so kann ein Unternehmen im internationalen Wettbewerb mithalten, der heute in erster Linie ein Wettbewerb der Ideen ist.

Das dürfte im Zuge der digitalen Revolution noch stärker gelten als bis anhin.

Denn Kreativität kann nicht digitalisiert werden – im Gegensatz zu repetitiven Tätigkeiten.

Diese Annäherung zwischen Kultur und Wirtschaft geschieht schleichend, ist aber durchaus bemerkenswert.

Denn so löst sich ein altes Ritual der Abgrenzung und des gegenseitigen Misstrauens allmählich auf.

Ich will nicht gerade von einer Konvergenz dieser vermeintlich so getrennten Sphären sprechen.

Aber das gegenseitige Verständnis ist doch stark gewachsen.

Kultur und Wirtschaft sind von höchster gesellschaftlicher Relevanz.

Deshalb ist auch der Dialog zwischen den Akteuren von Kultur und Wirtschaft so wichtig.

Und deshalb ist es wichtig, dass dieses Forum breit abgestützt ist und sich weiterentwickeln kann.

Dass der Dialog vermehrt auch zwischen öffentlicher und privater Kulturföderung stattfinden soll, ist begrüssenswert.

Meine Damen und Herren

In den letzten Jahren hat sich das Phänomen Crowdfunding global stark entwickelt: Die Anzahl realisierter Projekte und die Summe gesammelter Gelder wachsen stetig.

Dieser weltweite Trend lässt sich auch in der Schweiz beobachten.

Die Kultur- und Kreativwirtschaft hat diese neue Art der Finanzierung rasch als Chance verstanden und genutzt.

Kulturpolitisch ist das Phänomen Crowdfunding aus verschiedenen Gründen bemerkenswert:

Crowdfunding fördert die Interaktion zwischen den Initianten eines Projekts und den Menschen, die sich dafür interessieren.

Crowdfunding stärkt die Vielfalt des Kulturangebots, dann mit Crowdfunding gibt es mehr Möglichkeiten, um Kulturprojekte zu finanzieren.

Crowdfunding kann Kulturprojekte weiterbringen. Der neue Kanal mobilisiert die kollektive Intelligenz und animiert die Leute zum Mitmachen.

Das gilt auch für politische Projekte, wie wir eindrücklich bei der Durchsetzungsinitiative gesehen haben.

Kulturprojekte sind auf den Crowdfunding-Plattformen gut vertreten und erfolgreich: Sie vereinen über einen Viertel der Gelder, die in der Schweiz über Crowdfunding vermittelt werden.

4,5 Millionen Franken flossen im Jahr 2014 über Crowdfunding in die Kultur.

Das mag bescheiden sein, angesichts der rund 2,5 Milliarden Franken, die die Gemeinden, die Kantone und der Bund jährlich für die Kultur ausgeben.

Die aktuelle Entwicklung zeigt jedoch das grosse Potenzial von Crowdfunding für den Kulturbereich.

Für viele Kulturprojekte reichen nämlich bereits bescheidene Einzelbeiträge und eine kleine Zahl von Unterstützenden.

So bietet Crowdfunding gerade auch Nischenprojekten oder Newcomern die Chance, über eine populäre Plattform ein Publikum zu finden.

Das stärkt die Freiheit der Kunst. Denn Crowdfunding ergänzt wirkungsvoll die Kulturförderung der öffentlichen Hand, gerade für kleine Projekte oder für Vorhaben, die nicht den Förderkriterien entsprechen.

Verschiedene öffentliche und private Kulturförderer haben deshalb den Aufbau von Crowdfunding-Plattformen unterstützt oder eigene Beratungs- und Vermittlungsangebote lanciert.

Meine Damen und Herren

Politik und Kulturförderung müssen mehr über die Bedeutung und Entwicklung von Crowdfunding im Kulturbereich wissen.

Deshalb haben Pro Helvetia und das Bundesamt für Kultur bei der Hochschule Luzern eine Studie in Auftrag gegeben.

Deren Institut für Finanzdienstleistungen Zug veröffentlicht bereits ein jährliches Crowdfunding-Monitoring.

Die nun vorliegende Studie leistet Pionierarbeit, auch im internationalen Vergleich:

Sie analysiert den Crowdfunding-Markt im Kulturbereich, liefert eine Bestandesaufnahme der Projekte und formuliert Thesen zur Entwicklung des Phänomens.

Crowdfunding hilft, ein breites gesellschaftliches Bewusstsein zu entwickeln, unter welchen Bedingungen Kunst und Kultur entsteht

Kulturelles Schaffen ist relevant. Davon sind breite Kreise der Gesellschaft heute überzeugt. Aber wie Kultur im Alltag entsteht und finanziert wird, das wissen die Wenigsten.

Hier lauert eine überraschende Einsicht: Die ideale Start-up-Unternehmerin, der ideale Start-up-Unternehmer – nach denen ja alle rufen – das sind die Künstlerinnen und Künstler

Was ihr Leben prägt, sind Visionen, Mut und Durchhaltewillen.

Kulturschaffende geben alles, zunächst ohne sich die Frage zu stellen, ob sie von der Gesellschaft einen adäquaten Gegenwert bekommen.

Wobei sie natürlich nach Selbstverwirklichung und Anerkennung streben und nicht nach pekuniärem Gewinn.

Mesdames et Messieurs,

Pour les artistes, le retour sur investissement revêt une tout autre dimension que pour les acteurs économiques établis.

Ce sont des investisseurs à haut risque avec un rapport assez extrême au succès et à l’échec. Dans leur travail, c’est souvent « tout ou rien ».

Quelle autre profession pourrait en dire autant ?

Les conseillers fédéraux réformant la prévoyance vieillesse ?

Peut-être, mais ils ne sont pas nombreux – vous avez l’unique spécimen devant vous.

Sérieusement : lorsqu’on se met à écrire un livre ou qu’on prend son pinceau, on ne peut pas savoir à l’avance si l’on va avoir du succès.

Pourtant, ce travail va prendre beaucoup de temps, d’énergie, demander parfois un investissement de départ élevé, sans forcément être lié au moindre salaire.

On pratique l’« autodumping » : on s’exploite soi-même.

En fait, dans certains cas de figure, la promotion de la culture peut être assimilée à du capital-risque :

On évalue un potentiel artistique avant d’investir dans une personne, un projet ou une œuvre.

Souvent sans garantie de succès.

Mais refuser cette prise de risques, ce serait aussi dire non à l’innovation, aux nouvelles approches, aux nouvelles voies.

Le terme innovation, même parfois galvaudé, reste étroitement lié à la culture et à la créativité.

Recherche-développement-essais, pour finalement perdre ou gagner. C’est le jeu. C’est ce qui fait avancer notre société, la culture et l’économie.

Certains affirment que la promotion de la culture n’est pas novatrice, qu’elle ne quitte jamais les sentiers battus ou alors après des décennies de tergiversations.

Évidemment, ce sont les mêmes qui affirment qu’en économie, c’est tout l’inverse.

Pourtant, si l’on regarde les jeux vidéo, c’est bien la promotion de la culture qui a reconnu en premier leur fabuleux potentiel créatif, mettant sur pied un programme d’encouragement.

C’est pour cette raison que dans le domaine de la culture, on parle de plus en plus souvent de promotion de start-up et autres business angels.

La promotion de la culture a toujours voulu donner des ailes aux artistes. Et puis, « business angels », c’est quand même plus moderne et glamour que notre bon vieux soutien à la création.

Mesdames et Messieurs,

La création culturelle est le berceau de l’innovation.

Mais il faut à la fois renforcer la collaboration entre la promotion publique et privée de la culture,

et la collaboration entre la promotion de la culture, la promotion de l’innovation et la promotion économique.

La promotion privée de la culture est une charnière essentielle car ses acteurs sont souvent en contact direct avec les bailleurs de fonds et les entreprises.

Ils connaissent tant la logique de la culture que celle de l’économie et sont à même de trouver des solutions win-win.

Selon le contexte, ils peuvent s’avérer plus innovants que les acteurs du secteur public.

Ils identifient souvent plus rapidement les thèmes latents et arrivent donc plus fréquemment à les aborder.

Renforcer la collaboration, c’est justement l’objectif de l’axe d’action Création et innovation du Message culture 2016-2020.

La culture est un facteur d’implantation – mais c’est aussi bien plus que ça.

C’est elle qui nous fait sortir de nos schémas préconçus.

et fait souffler un vent frais sur nos têtes et le monde.

C’est aussi elle qui fait naître le sentiment d’appartenance à une société en général ; et à la nôtre en particulier.

Notre pays est un laboratoire de la création.

La créativité naît de collisions, elle pousse sur les frontières, comme l’écrivait le spécialiste franco-américain de la littérature George Steiner.

Nous sommes en tête de peloton pour l’innovation technico-économique. Tel doit aussi être notre objectif pour la culture.

La créativité au sens large du terme devient la compétence-clé d’une société en pleine révolution numérique. La promotion de la culture, qu’elle soit publique ou privée, joue ici un rôle décisif.

L’incarnation de cette créativité universelle, c’est Léonard de Vinci.

Il a dessiné la première cirrhose du foie de l’histoire de la médecine,

rédigé le mode d’emploi pour construire un cœur artificiel,

inventé un aéronef doté d’une hélice à vol vertical, soit l’ancêtre de notre hélicoptère,

et aussi le premier parachute, un modèle pyramidal de bois et de toile,

dessiné à Venise un équipement de plongée avec tuba et cloche à plongeur ;

enfin, c’est aussi lui qui a construit le premier sous-marin et la première automobile.

Accessoirement – ! – il a aussi peint la Joconde.

Dessiné l’homme de Vitruve.

Et travaillé à la production d’énergie solaire.

Seul son planeur s’est écrasé, ce qui aurait presque un côté rassurant pour le commun des mortels.

À noter que De Vinci avait la manie de ne terminer que rarement ses projets, ce qui lui causa bien des problèmes avec ses commanditaires, souvent des personnages de haut rang.

Le crowdfunding lui aurait peut-être donné davantage de liberté.

Mais voilà, c’est l’une des rares choses qu’il n’ait pas inventée !

Sérieusement : lorsqu’on évoque la créativité et l’innovation, il faudrait penser plus souvent à l’œuvre plurielle de Léonard de Vinci.

Nous aurions tout à y gagner.

D’un point de vue culturel, économique, mais aussi sociétal.

Je pense ici aussi au « Da Vinci suisse », le savant universel Conrad Gessner :

La palette de ses compétences était elle aussi impressionnante : Conrad Gessner était à la fois médecin, physicien, zoologiste, philologue, botaniste et un dessinateur d’exception.

Ce qui ne l’empêchait pas de manquer régulièrement d’argent.

En 1551, il écrit ainsi que s’il avait la chance d’avoir un mécène et si ses moyens financiers n’étaient pas aussi limités, il aurait exploré les mers et les pays les plus lointains armé d’une soif de connaissances inextinguible.

Il aurait aimé un soutien privé mais à cette époque, il n’y avait ni promotion publique de la culture ni crowdfunding.

L’idée que se faisait Conrad Gessner des « connaissances » nous aurait toutefois donné du fil à retordre.

Dans son ouvrage de zoologie « Historia Animalium », on trouve en effet, aux côtés de la chèvre domestique et de l’araignée, une licorne et une hydre à sept têtes.

Ce n’est peut-être pas si absurde, peut-être M. Gessner était-il simplement visionnaire ?

« Licorne », n’est-ce pas aujourd’hui le nom donné aux start-up les plus performantes ?

Et s’agissant de l’hydre à sept têtes, peut-être anticipait-il sur le Conseil fédéral ?

Vous voyez : la promotion de la culture traditionnelle n’est pas faite pour les vrais précurseurs.

Là, il ne reste vraiment plus que le crowdfunding.

Je vous remercie.

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