Bâle

Manuscrit, non publié à l’époque. Seul le prononcé fait foi. Les notes de travail ont été retirées.

Discours prononcé en allemand et en français. Texte original, non traduit.

Sehr geehrte Preisträgerinnen und Preisträger
Meine Damen und Herren

„Die Schweizer stehen früh auf, aber sie erwachen spät“, sagte einst Bundesrat Jean-Pascal Delamuraz.

Tatsächlich: das stellt man immer wieder fest.

Aber wir können auch anders.

Manchmal erwachen wir durchaus früh.

So fiel der Entscheid für den ersten Schweizer Designwettbewerb 1917 – also mitten im Ersten Weltkrieg.

Man dachte damals also durchaus nach vorne, in die Zukunft.

Der Bundesrat – das muss man fairerweise zugeben – kam nicht selber auf diese Idee.

Sondern er ging dabei auf Forderungen der Verbände „Oeuvre“ und „Werkbund“ ein.

Das Schweizer Kunsthandwerk, so deren Argumentation, müsse gefördert werden, damit es bei Kriegsende konkurrenzfähig sei.

Bei der Einführung der Fördermassnahmen spielten also wirtschaftliche Überlegungen eine zentrale Rolle.

Meine Damen und Herren

Der Aspekt der Wirtschaftsförderung spielt immer noch eine Rolle – wie natürlich ebenso die Gestaltung unserer Lebenswelt.

Heute prägt Design unseren Alltag wie nie zuvor.

Wir leben in einer Zeit, in der sich die Grenzen zwischen Technik und Mensch allmählich aufzulösen scheinen.

Gibt es ein Leben ohne Handy?

Wir neigen spontan zu einem „Ja“ –

aber nur, bis wir unser Handy verloren haben.

Dann sind wir nicht mehr so sicher –

denn das Ding ist ein Teil von uns.

Denn designen heisst ja nichts anderes als: dingfest machen.

So formuliert es jedenfalls der Design-Theoretiker Volker Albus:

„Designerinnen und Designer vermitteln zwischen technischem Fortschritt und gesellschaftlich wechselnden Bedürfnissen – und machen beides dingfest.“

Designerinnen und Designer bewegen sich also nicht nur vermittelnd an der Grenze zwischen Kunst und Wirtschaftlichkeit.

Sie machen etwas noch viel Schwierigeres: Sie bringen ganz verschiedene, manchmal sogar gegenläufige Entwicklungen miteinander in Einklang.

Sie reduzieren Komplexität und machen Technik so für uns alle alltagstauglich.

Sie sind Moderatorinnen und Innovatoren zugleich.

Meine Damen und Herren

Bei der wirtschaftlichtechnischen Innovation sind wir als Land ganz vorne mit dabei.

Das gilt auch für die Kultur. Gerade die Erfolgsgeschichte des Schweizer Designs zeigt: Die Schweiz ist ein kreatives Labor, in dem Hervorragendes entsteht.

Und zwar gerade, WEIL sie wissenschaftlich und wirtschaftlich ein Powerhouse ist.

Denn Kreativität entsteht aus „Kollisionen“ und an den „Grenzlinien“, wie der amerikanischfranzösische Literaturwissenschaftler George Steiner geschrieben hat.

Hervorragendem Design gehört die Zukunft.

Denn Kreativität im umfassenden Sinne wird zur Kernkompetenz einer Gesellschaft im digitalen Umbruch.

Mesdames et Messieurs,

Culture et économie : une relation passionnante…

…mais aussi passionnée.

comme un défi permanent posé à chacun de ces deux mondes.

L’exposition Swiss Design Awards reflète parfaitement cette relation à deux dimensions.

Le souci de la qualité et la volonté d’innover se retrouvent dans chaque objet.

Le Concours suisse de design est une plateforme qui non seulement récompense un design exceptionnel, mais aussi le chemin qui y conduit.

C’est-à-dire qu’on y trouve des produits que l’on peut acheter.

Mais aussi des prototypes.

Sans oublier des projets à caractère plutôt expérimental.

Pour les lauréats, le prix décerné par la Confédération est un tremplin vers la réalisation.

La Confédération s’est engagée dès 1917 pour le design. Mais après 99 ans de soutien par une politique de prix et d’achats, il est temps de relever les défis de l’avenir.

Dans un marché intérieur très restreint pour envisager des succès commerciaux, il faut aujourd’hui développer des nouveaux modèles de promotion.

Il faut aussi concentrer les forces, alors que les ressources diminuent. La Confédération s’est fixé comme objectif de mieux coordonner les mesures d’encouragement en faveur de l’innovation et de la création.

De l’entrée dans le monde professionnel à l’entrée sur le marché : les instruments existants seront complétés par des contributions à des projets, à la création, ainsi qu’à l’introduction sur le marché.

La promotion économique et le soutien à l’innovation ne doivent pas intervenir une fois que les mesures d’encouragement de la culture se sont taries. Ces trois éléments doivent agir conjointement, de manière complémentaire et coordonnée.

Avec en ligne de mire un secteur créatif concurrentiel sur le marché international.

Meine Damen und Herren

Gutes Design zeichnet sich auch dadurch aus, dass es keine elaborierten Erklärungen braucht.

Gutes Design verweist auf sich selbst.

Anders gesagt: Es spricht für sich selbst.

Deshalb höre ich jetzt auf zu sprechen.

Aber nicht, ohne noch den Mitglieder der Eidgenössischen Designkommission zu danken für die sorgfältige und kenntnisreiche Auswahl der Preisträgerinnen und Preisträger.

Die drei Persönlichkeiten, die heute mit dem Grand Prix Design ausgezeichnet werden, sind ganz verschieden – aber sie haben auch einiges gemeinsam:

die rastlose Neugier,

der Blick für die Details,

der Sinn für Präzision.

Und alle drei haben die Designgeschichte im In- und Ausland massgeblich geprägt.

Ich gratuliere Claudia Caviezel, Hans Eichenberger und Ralph Schraivogel herzlich zum Schweizer Grand Prix Design.

Vielen Dank.

Icônes : Icons8