Berne
Manuscrit, non publié à l’époque. Seul le prononcé fait foi. Les notes de travail ont été retirées.
Discours prononcé en allemand et en français. Texte original, non traduit.
Sehr geehrte Eidgenössische Parlamentarierinnen und Parlamentarier
Sehr geehrter Herr Präsident
Sehr geehrte Damen und Herren
Meine Damen und Herren
Es freut mich, dass Sie mich – einen Angehörigen eines nichtfreien Berufes – an ihr 50-jähriges Jubiläum eingeladen haben.
Die Bezeichnung „frei“ trägt dem Umstand Rechnung, dass der Beruf ohne äussere Abhängigkeiten ausgeübt wird. Selbstständig, eigenverantwortlich und persönlich.
Das klingt schon beneidenswert für jemanden, der Entscheidungen im Kollektiv trifft.
Aber das war beim Bund schon immer so und das tröstet mich ein wenig.
1885 kaufte der Bundesrat die erste Schreibmaschine des Bundes.
Der damalige Vorsteher des EDI, also einer meiner Vorgänger, wollte eigentlich zwei Schreibmaschinen kaufen.
Aber der Bundesrat bewilligte nur eine.
Angesichts der heutigen IT-Probleme gibt es wohl Leute, die von Schreibmaschinen träumen…
Meine Damen und Herren
Der Schweizerische Verband freier Berufe ist eine Schweiz im Kleinen.
Erstens: Das Spektrum der Mitglieder ist breit
Ärztinnen, Anwälte, Apothekerinnen, Chiropraktiker, Architekten, Ingenieure, Ingenieur-Geometer, Notarinnen, Privatbankiers, Psychologinnen, Psychotherapeuten, Tierärztinnen, Zahnärzte, Vermögensverwalter. Ich könnte noch länger weiterfahren…
Und ich dachte, wir hätten im Bundesrat eine breite Koalition…
Ihr Verband steht für eine der grössten Stärken der Schweiz: Dass Wissen darum, dass das Verbindende meist grösser ist als das Trennende.
Zweitens: Bei den freien Berufen sieht man, dass Freiheit und Regulierung keine Widersprüche sein müssen
Regulierungen haben in Wirtschaftskreisen einen zweifelhaften Ruf.
Häufig zu Unrecht.
Gerade bei den freien Berufen verdankt sich die hohe Kompetenz – die mit ihnen zu Recht assoziiert wird – eben gewissen staatlichen Regulierung; denken Sie nur an die Ärzte- oder an die Anwaltsausbildung.
Die Schweiz insgesamt hat eine gute Balance gefunden zwischen Freiheit und sozialem Ausgleich. Eine Balance, die wir natürlich nur halten können, wenn wir in Bewegung bleiben.
Drittens: Die Grundlage der freien Berufe sind Vertrauen und Verlässlichkeit
Die freien Berufe basieren auf der hohen Kompetenz jener, die sie ausüben. Aber sie leben auch in besonderem Masse vom Vertrauensverhältnis zu den Kundinnen und Kunden; beziehungsweise zu den Patientinnen und Patienten.
Meine Damen und Herren
Vertrauen – dafür steht die Schweiz.
Vertrauen in unsere Institutionen.
Vertrauen unter den Menschen in unserem Land.
Die Ökonomen nennen es Sozialkapital. Das ist ein eher hässliches Wort für eine wunderbare Sache.
Das Vertrauen ist unsere wichtigste Ressource.
Wir müssen diese Ressource pflegen – denn starke Kräfte drohen sie zu schwächen: Die Globalisierung, die Individualisierung, der demographische Wandel.
Der demografische Wandel könnte zu Verteilkämpfen und Spannung zwischen den Generationen führen.
Deshalb ist es so wichtig, dass es gelingt, unsere Altersvorsorge so zu reformieren, dass sie nachhaltig gesichert ist und als fair empfunden wird.
Sozialer Frieden kann nur erreicht werden, wenn ein Ausgleich zwischen den verschiedenen Interessen hergestellt wird.
Durch zukunftsgerichtete Reformen erhalten wir die soziale Absicherung der Bevölkerung, und damit sichern wir den sozialen Frieden in einer Zeit der Unsicherheit.
Meine Damen und Herren
Worum geht es bei der Altersvorsorge 2020 des Bundesrates?
Ganz einfach: Darum, dass die materielle Sicherheit im Alter für alle auch in Zukunft gewährleistet ist.
Wer ein Leben lang arbeitet, hat im Alter genug zum Leben.
Das ist eines der wichtigsten Versprechen der Schweiz und deshalb ist unsere AHV so populär.
Dank der AHV und den Ergänzungsleistungen muss sich bei uns niemand vor Altersarmut fürchten – und dank der beruflichen Vorsorge können wir den gewohnten Lebensstandard fortführen.
Das Niveau der Renten soll auch in unserer alternden Gesellschaft erhalten bleiben.
Bei der Reform Altersvorsorge2020 legt der Bundesrat alle Karten auf den Tisch. Er herrscht Klarheit. Wir sehen, wie viel wir für die Altersvorsorge bezahlen und was wir dafür konkret erhalten.
Das geht nur, wenn wir die erste und zweite Säule – also AHV und berufliche Vorsorge – gemeinsam reformieren.
Die Reform ist realistisch und fair. Alle tragen dazu bei, die Renten auch in Zukunft zu sichern:
die Konsumentinnen und Konsumenten mit einer um maximal 1,5 Prozent höheren Mehrwertsteuer
und die Arbeitgeber und -nehmer mit höheren Lohnbeiträgen.
Alle erhalten dafür auch etwas ganz Wichtiges zurück, nämlich eine sichere Rente auf dem heutigen Niveau.
Die Wirtschaft profitiert von der sozialen Stabilität unseres Landes.
Für die Frauen soll künftig das Referenzrentenalter 65 gelten. Aber im Gegenzug werden sie in der beruflichen Vorsorge deutlich besser gestellt – 150 000 Teilzeit-Arbeitnehmerinnen bekommen erstmals eine Rente aus der zweiten Säule.
Und wer ein Leben lang in einem anstrengenden Beruf zu niedrigem Lohn gearbeitet hat, kann es sich endlich auch leisten, früher in Rente gehen. Auch davon profitieren vor allem Frauen.
Die Flexibilisierung des Rentenalters, die in der Reform vorgesehen ist, gilt nach unten und nach oben.
Mesdames et Messieurs,
Sans transparence, une réforme de ce type ne trouvera pas de majorité.
Sans compromis non plus : il faut oublier l’unilatéral, arrêter de camper sur des positions extrêmes.
En s’obstinant dans une retraite à 67 ans ou dans une réduction des dépenses sans augmentation des recettes, on menace la réforme et, par-là, la stabilité de notre prévoyance professionnelle.
Or si l’on se projette dans quinze ans, on voit que le coût d’un échec serait tout simplement considérable.
Le déficit annuel 2029 est estimé à 8, voire 10 milliards de francs.
Il est donc largement temps d’avoir recours à l’un des grands atouts de la Suisse, celui de toujours trouver, au-delà des divergences, un dénominateur commun avec lequel nous puissions tous vivre.
La réforme Prévoyance vieillesse 2020 du Conseil fédéral n’est rien de moins qu’un compromis, un compromis au format XXL.
Bien sûr, je le sais, la capacité de notre pays à faire des compromis a déjà connu des jours meilleurs. Pourtant, nous lui devons beaucoup. Mais c’est ainsi, plus le monde politique est polarisé et plus il faut de courage, je dirais presque de « grandeur », pour faire un pas vers l’autre.
Mesdames et Messieurs,
Cette réforme permettrait d’opposer une politique de la sécurité aux incertitudes croissantes en matière de prévoyance professionnelle.
Le système de retraites helvétique est l’un des fondements de notre pays.
Garantir sa stabilité malgré l’évolution démographique, le pérenniser, est un véritable défi. Et c’est le cas pour tous les pays.
La Suisse est un pays qui tient ses promesses. Et il n’en ira pas autrement pour les retraites. Nous serons à la hauteur du défi.
Car une chose est sûre : nous savons qu’il faut s’attaquer aux problèmes et les résoudre – pas les balayer sous le tapis.
Le tapis des générations futures ou le tapis des cantons.
Une réforme globale, voilà qui peut sembler inhabituel dans notre culture politique « des petits pas ».
Mais l’expérience a clairement montré que les réformes isolées des retraites ne trouvent pas de majorité. Nous avons compris le message et proposons une alternative constructive et vraiment équilibrée.
Sur le fond, cette réforme est 100 % suisse :
Pour commencer, elle est raisonnable, pragmatique, viable.
C’est aussi une réforme dont le rythme permet à la société et à l’économie de ne pas être dépassées.
Qui laisse aux gens le temps de s’adapter mais aussi de discuter dans le détail de ses objectifs et des alternatives possibles. C’est là une condition sine qua non pour qu’elle soit acceptée. Et donc pour garantir sa durabilité.
Car ne l’oublions pas : derrière la dialectique technocratique, il y a des gens.
N’oublions pas non plus que la société n’est pas une entreprise et que le pouvoir n’est pas concentré à un seul étage, celui avec les boiseries et la jolie moquette. Heureusement. Les réformes majeures ont donc besoin de larges majorités.
Mesdames et Messieurs,
La solution proposée renforce les faibles sans affaiblir les forts – dans la plus pure tradition helvétique des solutions à la fois justes et compétitives.
C’est un facteur de confiance et de cohésion sociale.
D’autant plus important que la Suisse, contrairement à d’autres pays, ne peut pas s’appuyer sur une culture commune unique.
En garantissant à chacun d’entre nous une retraite dans la dignité et la sécurité, on ne renforce donc pas que la prévoyance vieillesse, on renforce la Suisse et la démocratie de la concordance.
Notre pays a la possibilité de montrer à quel point on est fort lorsqu’on tire tous à la même corde.
Et du même côté bien sûr…
Tous mes vœux à l’Union suisse des professions libérales pour son cinquantième anniversaire !
Je vous remercie.