Fribourg

Manuscrit, non publié à l’époque. Seul le prononcé fait foi. Les notes de travail ont été retirées.

Discours prononcé en allemand. Texte original, non traduit.

Sehr geehrter Herr Minister
Sehr geehrte Damen und Herren

Es ist mir eine Ehre und eine besondere Freude, Sie hier in Fribourg empfangen zu dürfen.

Fribourg hat für mich persönlich eine ganz besondere Bedeutung, denn ich bin hier aufgewachsen und lebe auch jetzt noch hier.

Als Zuständige für die Rentenreform teilen wir, Herr Minister, ein seltsames Schicksal.

Eigentlich könnten wir uns mit der Gesellschaft über ein grosses Glück freuen, nämlich darüber, dass wir alle länger leben.

Stattdessen sind wir dazu verurteilt, dieses Glück dauernd als „demographisches Problem“ diskutieren zu müssen.

Da ist man schon manchmal versucht, sich in Utopien zu flüchten.

Woody Allen hat sich einst ausgemalt, wie es wäre, umgekehrt zu leben:

„Man fängt tot an und hat dieses Problem also gleich am Anfang schon erledigt.

Dann wacht man in einem Altersheim auf und fühlt sich jeden Tag etwas besser.

Eines Tages wird man rausgeschmissen, weil man zu gesund ist.

Man erhält eine Altersrente und fängt danach an zu arbeiten. Schon am ersten Tag gibt es eine Feier und ein Geschenk.

Dann arbeitet man 40 Jahre, bis man jung genug ist, um seine Pensionierung zu geniessen.“

Das wäre natürlich die beste Reform unserer Altersvorsorge – aber daraus wird leider nichts…

Sehr geehrter Herr Minister
Sehr geehrte Damen und Herren

Unsere Gespräche haben gezeigt: Wir beschäftigen uns mit den gleichen Themen und stehen vor den gleichen Herausforderungen.

Im Zentrum stehen dabei die Fragen:

Wie können wir dafür sorgen, dass die Menschen wirklich bis zum Rentenalter arbeiten?

Wie schaffen wir es, Menschen mit Invalidenrenten wieder in den Arbeitsprozess zu integrieren?

Mit guten Antworten auf diese Frage schaffen wir eine Win-win-Situation.

Aber eben, die Antworten müssen wir erst einmal finden.

Ich habe unseren Austausch sehr geschätzt. Wir haben an vergangene Diskussionen angeknüpft und Lösungsansätze weiter diskutiert.

Es ist eine Chance, dass heute viele Länder mit analogen Herausforderungen konfrontiert sind. Wir werden uns zunehmend bewusst, dass wir voneinander lernen können.

Und dies eben nicht nur theoretisch – sondern auch in der Praxis.

Deshalb freut es mich besonders, dass wir heute zusammen zwei Integrationsstellen in der Stadt Fribourg besuchen.

Beide leisten einen äusserst wertvollen Beitrag an unsere Gesellschaft. Sie setzen sich für die Eingliederung von gesundheitlich beeinträchtigten Personen in die Arbeitswelt ein. Jede hat dabei ihren eigenen Weg gewählt.

Aber vor diesem Besuch freue ich mich jetzt auf ein gemeinsames Mittagessen im Zeichen unserer gutnachbarschaftlichen Beziehungen.

Apropos Beziehungen: Fribourg war eines der letzten österreichischen Gebiete in der heutigen Schweiz.

Und die Stammburg der Habsburger – eben die Habsburg – liegt unweit von hier im Kanton Aargau.

Sie sehen: Unsere Länder sind trotz einer gewissen Rivalität sehr eng verbunden. Wir gönnen Österreich sogar seine Triumphe im Skisport.

Aber wir werden auch nicht deprimiert zusammenbrechen, wenn die Sieges-Serie dann wieder einmal endet…

Und jetzt, meine Damen und Herren, wünsche ich Ihnen einen guten Appetit.

Sie können alle herzhaft zubeissen, die Nahrungsmittelsicherheit ist heute maximal.

Denn gleich zwei hierfür zuständige Minister essen das gleiche wie Sie.

Auf Ihr Wohl!

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