Berne
Manuscrit, non publié à l’époque. Texte établi d’après l’exemplaire de lecture. Seul le prononcé fait foi. Les notes de travail ont été retirées.
Discours prononcé en allemand. Texte original, non traduit.
Sehr geehrter Herr Bundesrat
Sehr geehrter Herr Nationalratspräsident
Sehr geehrter Herr Ständeratspräsident
Sehr geehrte ehemalige Nationalrätinnen und Nationalräte
Sehr geehrte ehemalige Ständerätinnen und Ständeräte
Ich bin hier wohl aus zweierlei Gründen als Redner eingeladen worden: Einerseits als ehemaliges Mitglied der kleinen Kammer und andererseits als Mitglied des Bundesrates.
Mein Abschied aus dem Parlament verlief extrem schnell, aber natürlich nicht ungewollt meinerseits… Er dauerte nur wenige Minuten. Ständerats-Präsident Hans Altherr gab kurz vor Mittag des 14. Dezembers das Wahlergebnis bekannt. Anschliessend schritt ich vor die Bundes-Versammlung, nahm die Wahl an und wurde vereidigt. Es blieben nur 16 Tage – darunter viele Festtage – bevor ich meine Arbeit als Bundesrat aufnahm.
Ich habe mich gefreut, dass ich das EDI übernehmen durfte. Ein äusserst vielfältiges Departement. Angeblich soll Ruth Dreifuss in schwierigen Momenten manchmal gesagt haben: „Das EDI hat so viele Ämter, in einem geht es immer gut.“
Das EDI ist wirklich sehr breit. Es deckt das ganze Leben ab. Das beginnt schon vor der Geburt – mit Fragen der Familien-Planung, der Fertilität oder der Präimplantations-Diagnostik. Und kommt das Kind dann auf die Welt, so erfassen wir seine Geburt natürlich statistisch. Und wir erstellen eine Hitparade der beliebtesten Vornamen. Die Vornamen der jetzigen Bundesrats-Mitglieder sind übrigens gänzlich ausser Mode. Kein einziger Vorname figuriert unter den beliebtesten 50.
Danach kümmern wir uns vom EDI weiter um das Neugeborene und seine Eltern: Wir gewähren familienergänzende Betreuung und sorgen für die Bildung, die Gesundheits-Vorsorge wie auch die Altersrente.
Aber der EDI-Rundum-Service geht noch viel weiter: Meteoschweiz vermeldet, ob am Sonntag das Grillwetter gut ist. Und ein weiteres EDI-Amt kümmert sich um den kulturellen Genuss – wobei natürlich ein Massaker von Missen nicht alle genussvoll finden…
Doch wechseln wir das Thema zu Appetitlicherem. Schliesslich haben wir ja noch ein leckeres Dessert vor uns.
Meine Damen und Herren
Zurzeit befassen wir uns im EDI intensiv mit der Gesundheits-Politik und der Altersvorsorge. Wir wollen hierzu vor Ende Jahr die Strategie für die nächsten zwei Legislaturen vorstellen.
Mein Ziel ist es, ein Gleichgewicht im Wandel zu finden. Dafür braucht es Reformen, die ausgewogen sind. Es genügt nicht, Recht zu haben – man muss auch Mehrheiten finden.
Das ist anspruchsvoll. Das braucht Zeit und eine breite Abstützung.
Es gibt Stimmen, die sagen. Ungeachtet, wie du es machst, die eine Hälfte findet es gut, die andere schlecht. Daran musste ich kürzlich denken. In der Presse erschien ein Foto des Bundesrats, als er die Neat-Baustelle in Erstfeld besuchte. Ich trug als einziger die orangen Schutzhosen über den Stiefeln. Darauf erhielt ich geteilte Reaktionen: Sie sind der einzige Bundesrat mit Stil, schrieben die einen. Die anderen sagten, der Berset hat noch nie richtig gearbeitet und weiss darum nicht, dass man sich die Hosen in die Stiefel stopft.
Meine Damen und Herren
Ich kann Ihnen versichern, dass wir im EDI und im Bundesrat intensiv an der Arbeit sind. Zwar geht es der Schweiz momentan sehr gut. Wir gehören zu den klaren Gewinnern der Globalisierung. Und wir haben die Finanz- und Schuldenkrise bislang sehr gut überstanden. Doch das ist die Frucht bisheriger Arbeit – auch Ihrer Arbeit im Parlament – und wir können und werden auch weiterhin die Hände nicht in den Schoss legen.
Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit und wünsche weiterhin einen guten Appetit.