Zurich
Manuscrit, non publié à l’époque. Seul le prononcé fait foi. Les notes de travail ont été retirées.
Discours prononcé en allemand et en français. Texte original, non traduit.
Sehr geehrter Direktor Dahinden
Sehr geehrte stellvertretende Direktorin Tissafi
Sehr geehrte Frau Nationalrätin Doris Fiala
Sehr geehrte Damen und Herren
Sie haben heute schon viel über Aids in Afrika, Migration und Diskriminierung gehört. Von mir als Gesundheitsminister werden Sie zuerst hören, worauf unser Land stolz sein darf. Und im zweiten Teil, vor welchen Problemen wir und unsere Aids-Arbeit stehen.
Gegen Ende der Achtzigerjahre zeigte sich, dass die Schweiz gleich drei Probleme auf einmal hat: Das HI-Virus hatte sich erstens unerkannt und früh unter schwulen Männern ausgebreitet. Diese konzentrierte Epidemie war und ist vergleichbar mit dem Problem der meisten Länder in West- und Nordeuropa.
Zweitens wurde das Aids verursachende Virus in den Drogenszenen der grossen Städte sehr schnell verbreitet – über den Tausch von gebrauchten Spritzen. Wir erinnern uns an die Bilder von den grauenhaften hygienischen Verhältnissen und Zuständen – zum Beispiel auf dem Platzspitz hier in Zürich. Von diesem Problem waren damals neben der Schweiz vor allem die Staaten Südeuropas betroffen.
Und drittens waren wir mit einer konzentrierten Epidemie unter der afrikanischen Migrationsbevölkerung konfrontiert. Sie spiegelt die generalisierte Pandemie in den Herkunftsländern dieser Migrantinnen und Migranten.
Für Europa sehr speziell ist, dass die Schweiz von allen drei konzentrierten Epidemien stark und gleichzeitig betroffen war und es heute immer noch ist. Deshalb hat in Europa die Schweiz jahrelang die Statistik betreffend HIV-Diagnosen in Bezug auf die Einwohnerzahl angeführt.
Weil jede der drei von HIV stark betroffenen Gruppen im Kontakt mit der Bevölkerung steht, war das Risiko der Verbreitung von HIV in die Allgemeinbevölkerung von Anfang an gross. Und der Entscheid, die ganze Bevölkerung mittels einer Kampagne zu informieren, richtig. Ich bin stolz auf 25 Jahre STOP AIDS-Kampagne, beziehungsweise heute LOVE LIFE-Kampagne. Dank dieser Kampagne konnte eine Generalisierung der Epidemie bei uns verhütet werden. Und dank den Solidaritätsbotschaften der Kampagne hat unsere Gesellschaft einen weitgehend vernünftigen Umgang mit Betroffenen gelernt – auch wenn in der Schweiz immer noch vereinzelt Betroffene diskriminiert werden.
Die Aids-Organisation der Vereinten Nationen – UNAIDS – rät den Staaten „know your epidemic – know your response.” Nach diesem Leitsatz hat die Schweiz fast von Anfang an Epidemiologie betrieben und die Prävention für die betroffenen Gruppen organisiert. Wir haben in wissenschaftlich evaluierten Pilotprojekten erst Spritzentausch, dann Fixerräume und Methadonabgabe und zuletzt gar die Heroin-Verschreibung erprobt. Dank Schadensminderung als Teil der vier Säulen-Drogenpolitik – unter meiner Vor-Vor-Vorgängerin Ruth Dreifuss entwickelt und umgesetzt – dank Schadensminderung also ist es der Schweiz gelungen, die HIV-Epidemie unter intravenös Drogen konsumierenden Menschen praktisch zu stoppen. Das ist ein wichtiger Erfolg. Auch das Volk-„Ja“ in mehreren Abstimmungen zur Heroin-Verschreibung.
Leider machte die Schweiz nicht nur aufgrund der hohen HIV-Diagnosezahlen, von Platzspitz und von Letten Schlagzeilen. Unser Land ist auch in den internationalen Statistiken über strafrechtliche Verurteilungen von Betroffenen weit vorne zu finden. In der Schweiz wird der Artikel 231 des Strafgesetzbuches mit dem Titel „Verbreiten menschlicher Krankheiten“ seit 1988 auch im Zusammenhang mit HIV angewendet.
Der Bundesrat hat in den letzten 25 Jahren mit jeder nationalen Strategie zu HIV beziehungsweise Aids das Prinzip der Nicht-Diskriminierung bekräftigt. Es besteht bei der WHO und UNAIDS Konsens, dass HIV-Infizierte nicht kriminalisiert werden sollen. Die Eidgenössischen Räte haben diesen Artikel im Rahmen des revidierten Epidemiengesetzes nun präziser gefasst. Dieses tritt voraussichtlich im 2016 in Kraft.
Mesdames et Messieurs,
Pour terminer, j’aimerais aborder les défis qu’il nous faut relever :
Il faut poursuivre dans notre devoir d’information, et rappeler qu’il est aujourd’hui facile d’éviter une infection par le virus du VIH : il suffit d’utiliser un préservatif.
Quant aux personnes déjà infectées, elles ne contractent plus obligatoirement le sida, et ne meurent plus, si elles ont accès suffisamment tôt, et durablement, aux antirétroviraux nécessaires.
Je considère comme une mission-clé de notre Etat de veiller à ce que, dans notre pays, tous ceux qui en ont besoin puissent avoir accès aux moyens de se protéger et de se soigner.
Ensuite, s’agissant de la situation mondiale, le Conseil fédéral soutient les efforts de la communauté internationale en vue d’améliorer la situation.
Mais le rapport de la « commission mondiale VIH et droit », (Global Commission on HIV and the Law) paru en juillet dernier, démontre qu’il y a encore beaucoup à faire. Selon cette commission, la prostitution reste un crime dans plus d’une centaine de pays. En règle générale, l’Europe de l’Est et l’Asie centrale punissent sévèrement la consommation de drogues. Quant aux prisons, elles comptent de nombreuses personnes dépendantes. VIH et hépatites y sont légion, et les responsables rejettent toute politique de réduction des dommages. 78 pays condamnent encore les rapports sexuels entre personnes du même sexe.
Et pourtant, la prostitution, la consommation de drogues et l’amour entre personnes du même sexe existent dans tous les pays et dans toutes les cultures.
Ces problèmes pourraient être abordés activement par la Coopération suisse au développement. Par exemple en inscrivant explicitement la « non-discrimination » dans les critères des projets financés par la Suisse.
Mesdames et Messieurs,
L’épidémie de VIH a été et reste une catastrophe pour l’humanité. Plus de trente ans après l’apparition des premiers cas de sida à San Francisco et à New York, nous savons ce qu’il faut faire.
Nous disposons de nombreuses données scientifiques qui prouvent que le respect des droits de l’Homme et des droits sexuels, combiné à l’accès à la prévention et au traitement, peut régler le problème… Et cela au niveau mondial, car, ne l’oublions pas, « l’humanité ne se divise pas ! »