Berne

Manuscrit, non publié à l’époque. Seul le prononcé fait foi. Les notes de travail ont été retirées.

Discours prononcé en français et en allemand. Texte original, non traduit.

Mesdames et Messieurs,

L’égalité des personnes handicapées me tient à cœur. C’est donc un plaisir pour moi d’inaugurer cette conférence, surtout après une entrée en matière si inattendue.

Recevoir des plaintes, c’est le lot quotidien de tout conseiller fédéral. Mais en chanson, voilà qui est nouveau. Il faudrait d’ailleurs le faire plus souvent. Non que les réclamations soient ainsi mieux perçues. Mais elles nous touchent alors davantage.

Faut-il pour autant que je vous chante ce discours ? Je préfère m’en abstenir, craignant que mes vocalises ne soulèvent des tonnerres d’applaudissements …

Mesdames et Messieurs,

Sa diversité, la Suisse la doit aussi à la création artistique des personnes handicapées. Que celles-ci puissent exprimer tout leur potentiel créatif et artistique ne peut que nous enrichir. J’en veux pour preuve la production de Beweggrund à laquelle nous aurons le plaisir d’assister aujourd’hui.

Doit-on parler de production de handicapés ? Non, certainement pas. Production suffira.

Je me souviendrai toujours d’une représentation de la troupe hollandaise Stap au Festival Belluard Bollwerk International de Fribourg qui avait suscité l’enthousiasme. C’était une mise en scène bouleversante réunissant de nombreux acteurs. Certains avec, d’autres sans handicap, mais surtout plus fantastiques les uns que les autres.

Wildwuchs à Bâle, Okkupation à Zurich, Dansehabile à Genève, le festival du film look&roll et bien d’autres manifestations et expositions nous montrent bien à quel point il est arbitraire de vouloir à tout prix tracer une ligne entre le handicap et ce que l’on pense être la normalité.

Meine Damen und Herren

Nicht alle Menschen sind Künstlerinnen und Künstler. Aber wir alle, mit oder ohne Behinderung, nehmen am kulturellen Leben teil.

Allerdings erfolgt diese Teilhabe nicht für uns alle unter gleichen Bedingungen. Denn nicht nur die erwähnte kulturelle Vielfalt der Schweiz ist eine Realität. Real sind leider auch die Hindernisse, die es Menschen mit Behinderungen erschweren, aktiv und selbstständig am kulturellen Leben teilzunehmen.

Kein Lift im Theater, keine Untertitelung im Kino, kein Audioguide im Museum. Das sind nur einige Beispiele.

Aber auch die Kulturvermittlung, die Aus- und Weiterbildung im Kulturbereich oder die Kulturförderung erfolgen oft ohne ausreichende Berücksichtigung der Situation von Menschen mit Behinderung – auch dort, wo dies möglich wäre. Aber genau das muss unser Ziel sein: Denn es braucht meistens wenig, um Ausgrenzung zu verhindern, um Gleichstellung zu garantieren.

Ist die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen am kulturellen Leben wirklich so wichtig? Ja. Weil wir alle auf Kreativität und vor allem auch auf den Austausch angewiesen sind. Aber auch, weil Gleichstellung – unabhängig von einem bestimmten Lebensbereich – immer auch eine Frage der Würde ist. Oder, anders formuliert, des Respekts. Denn es ist der Respekt vor dem einzelnen Menschen, dass jede und jeder die Chance hat, sein Potential zu entfalten.

Wie dieser Respekt im Bereich der Kultur eingelöst werden kann, lässt sich am Beispiel des heutigen Tagungsorts in idealer Weise aufzeigen. Das Zentrum Paul Klee ist zugänglich für Kulturinteressierte mit und solche ohne Behinderung. Es hat sich zum Ziel gesetzt, seine Angebote generell so auszugestalten, dass alle davon profitieren können. Das Zentrum Paul Klee versteht es als Auftrag, andere Kulturinstitutionen dabei zu unterstützen, ihrerseits Schranken abzubauen.

Zugegeben, die Ausgangslage in diesem Gebäude ist gut. Was die Zugänglichkeit des Gebäudes angeht, würde Herr Spillmann vom Landesmuseum wohl gerne tauschen – nicht wahr? Das Landesmuseum ist einem Gebäude aus dem vorletzten Jahrhundert untergebracht. Und auch für kleinere Institutionen mag es schwierig sein, Anpassungen vorzunehmen.

Aber gleichwohl habe ich festgestellt, wie viel mit wenig Massnahmen erreicht werden kann. Ihr Themendossier zeigt eindrücklich, wie viele Behindertenorganisationen und Kulturinstitutionen bereits heute unternehmen. Sie alle tragen auf verschiedene Weise dazu bei, die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen am kulturellen Leben zu ermöglichen.

Die heutige Veranstaltung ist ein Abbild dieses Engagements. Die Initiativen, die im Verlauf des Tages vorgestellt werden, zeigen auf, wie viel schon erreicht wurde. Dafür möchte ich Ihnen danken.

Aber vergessen wir bei all diesen guten Beispielen nicht, was der Beschwerdechor eingefordert hat. Es bleibt vielzu tun.

Die heutige Tagung stellt nur eine Etappe im Schwerpunktprogramm „Teilhabe am kulturellen Leben“ des Eidgenössischen Büros für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen dar.

Sie soll Aufforderung sein, noch mehr zu tun. Die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen am kulturellen Leben – wie auch an weiteren Bereichen des öffentlichen und gesellschaftlichen Lebens – muss eine Selbstverständlichkeit werden.

Lieber Beschwerdechor, ich wünsche uns allen, dass Ihnen die Beschwerden rasch ausgehen. Dies sage ich natürlich aus politischen und nicht aus musikalischen Gründen.

Sehr geehrte Damen und Herren, ich wünsche Ihnen eine erfolgreiche Tagung.

Icônes : Icons8