Berne

Manuscrit, non publié à l’époque. Seul le prononcé fait foi. Les notes de travail ont été retirées.

Discours prononcé en allemand et en français. Texte original, non traduit.

Sehr geehrte Eidgenössische Parlamentarierinnen und Parlamentarier,
Sehr geehrte Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren
Sehr geehrte Damen und Herren

Ich begrüsse Sie herzlich zur ersten nationalen Konferenz „Gesundheit 2020“.

Seit ich Gesundheitsminister bin, habe ich viele Vertreterinnen und Vertreter des Gesundheitswesens getroffen – einzeln, in Gruppen, an runden Tischen.

Aber eine so geballte Ladung von Expertinnen und Experten auf einmal versammelt zu sehen – das ist doch ziemlich überwältigend!

Von hier vorne sieht es fast so aus, als ob das Gesundheitswesen tatsächlich zu einem Wesen geworden wäre – zu einem riesigen Wesen!

Aber zum Glück ist dieses Wesen ja gutmütig. Es heilt und beisst nicht – ich hoffe, das gilt auch für Politiker…

Meine Damen und Herren

Sie alle verkörpern unser Gesundheitswesen, um das uns im Ausland so viele beneiden.

Es ist leistungsfähig, es ist sozial und es ist zuverlässig. Darauf dürfen wir stolz sein. Umso mehr, als die Menschen in unserem Land grundsätzlich zufrieden sind mit ihrer Gesundheitsversorgung. Und deren Leistungen schätzen – auch wenn sie dafür relativ viel Geld bezahlen.

Wir sind aber nicht hier, um uns selbst zu feiern und uns auf unseren Lorbeeren auszuruhen.

Wir alle wissen es: Es kommen grosse Herausforderungen auf uns zu: Die Bevölkerung wird immer älter. Damit nimmt auch die Zahl der chronischen Krankheiten in den nächsten Jahren weiter zu – nicht zuletzt auch deshalb, weil wir dank dem medizinischen Fortschritt heute auch mit schweren Krankheiten lange und gut leben können. Auch die psychischen Belastungen nehmen zu; und auch die Erwartungshaltung, alle Leiden heilen zu können.

Solche Themen gilt es bei der Weiterentwicklung des Gesundheitswesens zu berücksichtigen:

Heute leiden etwa 100 000 Menschen bei uns an Demenz. In zehn Jahren sind es 150 000, in dreissig Jahren 300 000. Darauf sind wir noch nicht vorbereitet. In der Akutversorgung erbringen wir Höchstleistungen. Das habe ich kürzlich wieder eindrücklich erlebt, als ich die Spitäler Interlaken und Meiringen besucht habe; wo im Winter unzählige verunfallte Sportler behandelt werden. Und das ganze Jahr über stellen diese Spitäler die Grundversorgung für die Bevölkerung sicher.

Für Langzeitbehandlungen aber braucht es neue Strukturen und integrierte Versorgungsmodelle. Nur so können wir sicher stellen, dass kranke Menschen ihre Lebensqualität so weit als möglich erhalten können – und zwar ohne dass gewaltige Kosten entstehen.

Es braucht zudem mehr medizinische Fachpersonen, die wir teilweise anders ausbilden müssen als heute.

Und es braucht innovative Ideen, wie wir Effizienz und gesundes Verhalten erhöhen können. Also eine Stärkung der Gesundheits-Kompetenz der Menschen. Aber auch mehr eHealth.

Wenn Sie mir hier einen kleinen Abstecher erlauben: Bei einem kürzlichen Besuch in Indien war ich beeindruckt, wie flächendeckend und selbstverständlich dort SMS und das Handy generell als Instrument eingesetzt werden. Natürlich macht dies nur dann wirklich Sinn, wenn Mobile-Anwendungen mit dem e-Patientendossier verbunden sind. Hier ist grosses Potenzial für die Medtech-Branche. Auch Dänemark ist schon viel weiter als wir im Bereich eHealth, wie ich in einem Regionalspital vor Ort sehen konnte. Auch das ist eben wichtig: Wir können und sollen von anderen Ländern lernen, von deren Erfahrungen profitieren. Mir sind daher diese direkten Kontakte auf internationaler Ebene sehr wichtig – vor allem im Rahmen der europäischen Gesundheitsministertreffen.

Meine Damen und Herren

Ihr zahlreiches Erscheinen heute zeigt mir, dass Sie bereit sind, aktiv und konstruktiv am Gesundheitswesen der Zukunft mitzuarbeiten. Dafür danke ich Ihnen.

Der Bundesrat hat im Januar die Gesamtstrategie „Gesundheit 2020“ verabschiedet. Mit 36 Massnahmen in allen Bereichen der Gesundheitsversorgung.

Die Strategie « Gesundheit 2020 » ist ein zielgerichteter, aber offener Prozess. Sie geht bewusst noch nicht ins Detail. Die Strategie steckt den Rahmen ab, braucht aber eine Konkretisierung. Diese soll mit den gesundheitspolitischen Akteuren gemeinsam erfolgen.

Der partizipative Ansatz ist bei „Gesundheit 2020“ zentral. Von Konferenzen wie dieser bis zu Input-Runden, Masterplänen und runden Tischen.

Allein letzte Woche habe ich drei runde Tische durchgeführt. Zu den Themen Zulassungssteuerung, Masterplan Hausarztmedizin und Medikamentenpreisfestsetzung. Die Teilnehmenden werden Ihnen bestätigen – das hoffe ich zumindest! -, dass wir dort intensiv und offen um Lösungen ringen. Abmachungen gelten und werden umgesetzt.

Wir brauchen eine Gesamtschau mit klaren Konzepten. Die Herausforderungen sind zu gross, als dass wir weiterhin isoliert an einzelnen Stellen des Gesundheitssystems schrauben könnten. „Gesundheit 2020“ soll der Orientierung und der Transparenz dienen und so zum politischen Referenzrahmen werden.

Wir brauchen eine Gesamtschau über die verschiedenen Massnahmen, die wir in den nächsten Jahren im Gesundheitsbereich anpacken und umsetzen wollen. Das schafft Transparenz und Berechenbarkeit.

Aber wir brauchen keine Revolution im Gesundheitssystem, keine riesige Reform, sondern gezielte, überschaubare Massnahmen – koordiniert, abgestimmt und eingebettet in einem grossen Ganzen. So gehen wir mit „Gesundheit 2020“ vor.

Ein Teil dieser Massnahmen ist bereits in der Umsetzung. Andere sind noch in der Vorbereitung, wieder andere müssen wir erst noch konkretisieren.

Wir halten die Massnahmen aber alle für nötig. Und wollen deren Umsetzung zusammen mit Ihnen vorantreiben. Gerade den Kantonen kommt dabei eine grosse Bedeutung zu. Sie sind zusammen mit dem Bund die stärksten Gestalter unserer Gesundheitsversorgung. Es ist erfreulich, dass die Kantone echtes Engagement zeigen und damit einen grossen Sinn für Verantwortung für das ganze Land.

Wir können nicht alle Massnahmen gleichzeitig umsetzen, weil uns dies überfordern würde. Wir setzen auf konkrete, mit der Gesamtstrategie abgestimmte Reformschritte.

Ein helvetisches Vorgehen ist gefragt. Mit Umsicht und dem Sinn für die Realitäten und das Machbare.

Es darf nicht um Ideologie gehen, sondern um das behutsame und kluge Weiterentwickeln einer bereits guten Strategie:

Unsere Diskussionen sollen sich daher nicht um die Grundsatzfrage „Staat versus Markt“ drehen. Das bringt uns nicht weiter. Es gibt im Gesundheitswesen kein ordnungspolitisches Entweder-Oder, sondern nur ein Sowohl-als-Auch. Es gibt gewachsene, bewährte Strukturen, die es zu verbessern gilt. Lassen Sie uns zusammen über die Ausgestaltung konkreter Massnahmen diskutieren, statt über abstrakte grundsätzliche Ausrichtungen.

Das zeigt auch ein Blick über die Grenze. Es gibt sie nicht mehr, die reinen staatlichen oder liberalen Gesundheitswesen. Es braucht in diesem sensiblen Bereich sowohl Steuerung wie auch freie Wahl. Die Patientinnen und Patienten wollen und sollen mitreden in der Wahl der Leistungserbringer. Aber sie brauchen auch eine Garantie, dass bei Bedarf für alle der Zugang zur Leistung garantiert ist.

Unser Gesundheitssystem ist zu wichtig, um es den Dogmatikern zu überlassen.

Mesdames et Messieurs,

Dans ce contexte, le Conseil fédéral mise avec Santé2020 sur des mesures claires et pragmatiques, une approche que nous savons largement partagée.

En vue de cette conférence, nous avons en effet demandé à différents partenaires majeurs d’évaluer Santé2020.

Vous aurez l’occasion d’avoir un aperçu de leurs conclusions dans les deux petits films que nous allons vous montrer.

Sur le fond, la plupart d’entre eux approuvent la direction prise et les objectifs définis. C’est une bonne nouvelle !

Tous n’ont pas les mêmes priorités, c’est logique.

Sur la forme, tous ne privilégient pas les mêmes approches. C’est logique aussi.

Ce qui pose problème, c’est lorsque les critiques et les oppositions sont des critiques et des oppositions de principe, car cela laisse planer le risque d’un blocage.

Toutes les parties doivent être prêtes à discuter et à faire des compromis. Dans notre pays, personne ne peut imposer ses exigences maximales au Parlement ou devant le peuple.

Aujourd’hui, il s’agit de discuter avec vous pour savoir quel acteur peut fournir quelle contribution pour faire de Santé2020 un succès. Lors de l’élaboration de mesures précises, vous aurez, en tant que partenaire à part entière, largement l’occasion de soumettre vos revendications.

Nous vous avons promis une approche participative. Et nous respecterons cette promesse.

Lors de cette conférence et chaque fois que l’occasion se présentera ensuite, nous vous écouterons attentivement et prendrons note de vos contributions avant de nous mettre au travail pour avancer dans la bonne direction.

Notre devise à tous doit être : Pas d’esprit carré lors de nos tables rondes !

Mesdames et Messieurs,

Nous en sommes aux prémices d’un processus à la fois long et complexe.

Mais au final, nous voulons tous la même chose :

le bien du patient,
le bien de la collectivité,

Et, je n’ai pas peur de le dire, le bien du pays.

Pour atteindre cet objectif, c’est un triple défi que nous devons relever. Il s’agit en effet de maîtriser durablement les coûts de la santé malgré le vieillissement de la population, tout en continuant à garantir la qualité des soins, et l’accès de chacun d’entre nous à ce système de santé.

C’est là l’équation à respecter si nous voulons que dans la Suisse du XXIe siècle, justice sociale et confiance riment avec efficacité et excellence.

Aujourd’hui, on parle beaucoup de durabilité, que ce soit dans l’écologie ou dans l’économie. C’est un terme qu’il faudrait appliquer plus souvent au domaine de la santé. Et à son financement. Actuellement, le rapport coûts-avantages est équilibré – et nous devons tout faire pour qu’il le reste.

Or si pour ce faire, nous ne réformons pas notre système de santé, par ailleurs excellent, il s’effritera durablement. Ce qui constituerait un immense pas en arrière pour une immense majorité de la population de ce pays.

Mesdames et Messieurs,

Vous êtes tous des spécialistes, des experts, lorsqu’il s’agit de santé. Mais vous représentez aussi les intérêts de vos organisations respectives. C’est normal et tout à fait légitime.

Mais n’oubliez pas une chose : vous êtes aussi les experts du bien-être de vos patients et donc du bien-être de la collectivité. Un bien-être que nous ne pourrons préserver, voire renforcer qu’avec votre engagement.

Ce qu’il nous faut aussi, ce sont des idées novatrices, le regard de l’extérieur, une diversité d’opinions.

A mon sens, il nous faut un comité indépendant, qui soit en mesure d’examiner nos propositions, de poser un diagnostic et de prescrire des concepts novateurs. Nous en aurons besoin, d’innovation, durant ce processus complexe qui va s’étendre sur plusieurs années. J’ai donc décidé de mettre sur pied ce groupe d’experts, dont voici les membres :

Luca Crivelli et Willy Oggier, économistes de la santé
Samia Hurst, médecin et éthicienne
Ilona Kickbusch, politologue et experte des questions de santé publique
Markus Moser, juriste
Peter Suter, médecin

Thomas Zeltner, juriste et médecin, que vous avez peut-être connu à une autre fonction…

J’ai été heureux que toutes ces personnes aient tout de suite accepté de faire partie de ce comité et de contribuer activement à la mise en œuvre de Santé2020. Leur expertise nous sera précieuse.

Mesdames et Messieurs,

Il nous faudra à tous beaucoup d’énergie et de détermination pour faire en sorte que notre système de santé garde le bon cap.

La politique de la santé est un domaine à part puisque, comme je l’ai dit, nous serons tous concernés, un moment ou un autre. Woody Allen a dit un jour : « Je n’ai pas peur de la mort, je préfère juste ne pas être là quand elle arrivera. »

Il en va de même pour les maladies, celles que nous avons, et celles que nous aurons. Nous préférerions ne pas être là, mais nous sommes et serons tous là.

Mais nous avons, et c’est notre motivation à tous, la chance de faire en sorte que notre système de santé reste performant et abordable pour les prochaines générations.

Je suis donc très heureux des discussions que nous allons avoir aujourd’hui. Elles auront lieu dans un cadre inhabituel, c’est-à-dire en très petits groupes, afin que chacun puisse s’exprimer, dire ce qu’il pense et faire des propositions.

Mais commençons par le commencement : rendez-vous dans deux heures pour évaluer les résultats de nos discussions d’aujourd’hui.

Je vous souhaite des échanges passionnants et fructueux !

Merci de votre attention.

Icônes : Icons8