Bâle

Publié en allemand sous le titre « Schweizer Kunstpreise in Basel »

Allocution du Conseiller fédéral Alain Berset à l’occasion des Prix suisses d’art à Bâle – Seules les paroles prononcées font foi.

Discours prononcé en allemand. Texte original, non traduit.

„Nichts können ist noch lange keine neue Richtung“, donnerte einst Arnold Böcklin. Er war, zusammen mit Albert Anker, Mitglied in der Ersten Eidgenössischen Kunstkommission, die 1888 erstmals tagte.

Heute wie damals geht es darum, sich in harten Auseinandersetzungen darüber klar zu werden, wer einen Schweizer Kunstpreis verdient hat.

Böcklins Mahnung ist von zeitloser Relevanz. Auch heute muss die Kunstkommission unterscheiden zwischen Kunst und künstlerischer Pose. Die Aufgabe ist vielleicht so schwer wie noch nie:

  • Der Kunstmarkt und damit auch die Kunstproduktion sind förmlich explodiert.
  • Und der Kunstbegriff ist weit weniger fassbar, als er es zu Zeiten Böcklins und Ankers war.

Heute lautet die Frage: Ist ein Kunstwerk wirklich originell ? Steht es in einer kunstgeschichtlichen Tradition und löst es sich gleichzeitig ein Stück weit von dieser? Man könnte auch fragen: Fällt der Künstler wirklich eine Entscheidung?

Dieses Kriterium stand in der Geschichte der modernen Kunst immer im Zentrum. Wie urteilte doch einst Picasso – ziemlich maliziös – über seinen Künstler-Kollegen Bonnard: „Wenn Bonnard einen Himmel malt, dann malt er ihn vielleicht zuerst in Blau, mehr oder weniger so, wie er aussieht. Dann schaut er etwas länger hin und entdeckt ein wenig Violett darin, also fügt er ein oder zwei Pinselstriche Violett dazu, nur zur Sicherheit. Dann findet er, dass der Himmel möglicherweise auch ein klein bisschen rosa ist. Warum also nicht auch ein wenig Rosa dazutun? Das Ergebnis ist ein Potpourri der Unentschiedenheit. So kann man nicht malen.“

Picasso kontrastiert Bonnard mit Matisse, vor dem er bekanntlich grossen Respekt hatte: „Matisse ist immer fähig eine klar durchdachte Entscheidung über die Wahl seiner Farben zu treffen.“

Kunst entsteht indem wir herauszufinden versuchen, ob es sich um Kunst handelt.

Er wisse nie, was er denken solle, wenn er mit einem neuen Werk eines zeitgenössischen Künstlers konfrontiert sei, sagte einst der Direktor der Tate Gallery in London. Das ist bemerkenswert offen und stellt einen produktiven Zugang zur modernen Kunst dar.

Verunsicherung als Vorsatz: Das ist gar nicht so leicht in einer Zeit, in der sich viele in einem fixen Weltbild eingebunkert haben.

Aber wenn man die Verunsicherung zulässt, und sie auch bei anderen spürt: Dann beginnt man sich für Kunst zu interessieren.

Paradoxerweise ist also ein Gefühl der Überforderung, wie viele Menschen es in der Konfrontation mit zeitgenössischen Werken spüren, ein idealer Ausgangspunkt für die Auseinandersetzung mit Kunst.

Deshalb freue ich mich, dass die Preisträgerinnen und Preisträger uns mit ihren Werken überraschen, verwirren, vielleicht auch verstören.

Für die Künstlerinnen und Künstler ihrerseits bedeutet ein Preis genau das Gegenteil: Ihre Sicherheit, ihre Selbstsicherheit wächst.

Der Preis ist eine wichtige Zäsur auf ihrem künstlerischen Weg – eine Ehrung, die sie fortan begleiten wird.

Die ihnen Aufmerksamkeit verspricht. Die sie motiviert. Preise sind Signale, die den künstlerischen Werte eines Werkes bestätigen und Grosses erwarten lassen.

Avec les Prix suisses de design et les Prix suisses d’art, la Confédération est doublement présente à Bâle.

La Suisse possède une infrastructure de pointe dans plusieurs domaines, notamment dans les domaines ferroviaire ou des hautes écoles. Mais aujourd’hui, il est grand temps qu’elle se dote d’une. infrastructure propice à l’épanouissement de ses créateurs.

Faire du pays un véritable – soyons modernes – cluster artistique international est un objectif ambitieux, et aussi l’un des grands axes du Message culture 2016 – 2019 qui vient d’être mis en consultation.

Il passe forcément par une politique culturelle nationale cohérente.

Le Message soutient aussi la participation culturelle. Il faut que le plus grand nombre de citoyens possible s’implique de manière active ou passive dans la vie culturelle.

Cela permet de contrebalancer la polarisation sociale et c’est donc un élément-clé de réponse aux défis d’une société multi-culturelle.

Au cœur de cet engagement, on trouve d’ailleurs le projet d’une « galerie d’art nationale virtuelle » qui permettra un large accès aux œuvres majeures de la Collection d’art de la Confédération.

Notre pays est un laboratoire de la créativité et d’exploration, un terrain depuis longtemps propice à la découverte de nouveaux mondes, de nouvelles voies.

Sa réputation en matière d’innovation n’est plus à faire.

Mais justement, qu’est-ce qui permet l’innovation ? Que ce soit en matière de science, d’économie ou de culture, la préparation du terrain est la même : il faut remettre en question les logiques installées et oublier les théories sacro-saintes.

Ou, comme le disait l’inventeur américain Edwin Land, « ne pas avoir une nouvelle idée, mais arrêter d’avoir une vieille idée ».

Ainsi, les artistes sont le plus souvent de grands novateurs.

Alors à la question « Pourquoi l’art est-il nécessaire ? », je réponds « parce qu’il permet l’innovation, parce qu’il permet au monde d’avancer ».

Toutes mes félicitations aux lauréats des prix suisses d’art, artisans de l’innovation helvétique !

Source : Conseil fédéral, admin.ch · Document original (PDF)

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