Berne
Manuscrit, non publié à l’époque. Seul le prononcé fait foi. Les notes de travail ont été retirées.
Discours prononcé en allemand et en français. Texte original, non traduit.
Sehr geehrte Damen und Herren
Politik und Gastronomie: Das sind zwei Welten.
Könnte man meinen. Aber das Gegenteil ist der Fall:
Im Bundesrat haben wir sieben Köchinnen und Köche, die politisch backen, braten, grillieren – zum Glück nicht einander.
Die zubereiten, verfeinern, abschmecken, anrichten – hoffentlich nichts Schlimmes.
Und die dann ein Menu servieren, von dem sie wissen, dass es nicht so heiss gegessen wird, wie es gekocht wurde.
In der Vernehmlassung und dann erst recht im Parlament kocht manchmal die Wut hoch. Manchmal findet sich aber auch nur ein Haar in der Suppe.
In die Welt des Kochens übersetzt: Das ist, als ob sich Hunderte von Restaurant-Kritiker sich über ein Essen beugten.
Sogar das Dessert wird hart beurteil. Und nicht einmal der Kaffee ist davor sicher, kritisiert zu werden.
So wie das Abraham Lincoln einst tat, als er zu einem Kellner sagte: „Falls das Kaffee ist, dann bringen Sie mir bitte Tee. Und falls das Tee ist, dann hätte ich gerne Kaffee.“
In der Schweizer Demokratie gilt: Je mehr Köche, desto besser.
Für Küchenchefs ist diese Vorstellung wahrscheinlich ein Graus:
8 Millionen Köchinnen und Köche, die sich um den Herd drängen.
Und alle – völlig zu Recht – sagen: Wir sind der Koch!
Und trotzdem funktioniert unsere vielfältige Schweiz.
Wie schaffen wir das nur?
Indem wir die politischen Themen nicht flambieren, sondern auf halber Flamme köcheln.
Da brennt nichts an.
So wird aus einfachen Zutaten eine gute Mahlzeit.
Alle müssen etwas nachgeben, alle bringen etwas durch.
Das ist kein Eintopf – das ist die Schweizer Kultur von Kompromiss und Konkordanz.
Meine Damen und Herren
Gerade, weil die Zeiten nicht einfach sind, müssen wir uns darauf besinnen, was unser Land stark gemacht hat:
Wettbewerb UND Ausgleich.
Exzellenz UND Solidarität.
Effizienz UND Rücksichtnahme.
Gewagte Innovation UND verlässliche Präzision
Es braucht alle diese Zutaten für eine erfolgreiche Schweiz.
Das gilt ganz besonders für unsere Gastro-Branche in diesen schwierigen Zeiten.
Die Währungssituation ist zwar momentan etwas einfacher als sie es vor einem Monat war.
Aber der starke Franken bleibt eine gewaltige Herausforderung.
Für alle.
Der Bundesrat hat wegen des starken Frankens Kurzarbeit ermöglicht, was das Problem in gewissen Branchen mittelfristig lindern, aber natürlich nicht lösen kann.
Der Bundesrat beobachtet die Situation denn auch weiterhin genau.
Wenn es aber eine Berufsgruppe gibt, die auch unter schwierigsten Bedingungen professionell und konzentriert zu arbeiten vermag, dann sind es die Köchinnen und Köche.
Denn was Sie alle täglich leisten – und zwar zu einer Zeit, in der viele andere sich entspannen –, ist nicht einfach ein Beruf. Es ist eine Berufung.
Wir in der Schweiz lassen uns jedenfalls gern von Ihnen inspirieren.
Von Ihrem Leistungsethos und Ihrem Qualitätsbewusstsein, aber auch von der freundschaftlicher Atmosphäre, die eine gute Küchenbrigade auszeichnet.
Bedingung ist – in der Politik wie in der Küche – dass nicht jeder sein eigenes Süppchen kocht.
All das zeigen Sie in als Teilnehmerinnen und Teilnehmer an diesem Wettbewerb auf höchstem Niveau.
Hier erleben wir auf einmalige Weise, dass Kochen von Können kommt.
Meine Damen und Herren
Essen und kochen: Das gehört zu den wichtigsten Themen unseres Lebens.
Und dabei ist das Kochen so geheimnisvoll wie unsere Existenz.
Aus eigentlich einfachen Zutaten werden köstliche Mahlzeiten. Diese Verwandlung ist schlicht Magie.
Das haben wir hier und heute eindrücklich erlebet. Und zwar auf höchstem Niveau.
Ich freue mich, bald den Preis für die beste Leistung zu verleihen!
Im Alten Griechenland gab es für „Koch“ und „Priester“ nur ein Wort: „Mageiros“ – also „Magier“, Zauberer.
Bis heute stellt uns das Kochen vor grosse Rätsel:
Wieso kochen wir immer weniger – aber sehen gleichzeitig im Fernsehen immer häufiger anderen dabei zu, wie sie kochen?
Ein Mysterium!
Das Essen hat auch die Politik immer wieder vor grosse Fragen gestellt:
Zum Beispiel wunderte sich Charles de Gaulle über sein Frankreich: „Wie kann man ein Land regieren, in dem es 246 verschiedene Käsesorten gibt?“
Und vieles in der Politik versteht man nur, wenn man es aus kulinarischem Winkel betrachtet:
So vermuten gewisse Historiker, die Briten hätten im 19. Jahrhundert nur deshalb die halbe Welt erobert, weil sie auf der Suche nach einer guten Mahlzeit waren…
Mesdames et Messieurs,
Bref, ce sont les cuisinières et les cuisiniers qui ont fait de l’humanité ce qu’elle est aujourd’hui.
Il y a très, très longtemps, nos ancêtres ont commencé à faire du feu et à l’utiliser pour cuire leurs aliments.
Nous sommes la seule espèce à cuisiner. Parfois juste un œuf au plat, certes, mais quand même…
Aucun autre animal n’y arrive, pas même les plus proches de nous.
Certains arrivent à utiliser des outils, à communiquer et même à faire des selfies.
Mais aucun ne cuisine.
Ce n’est donc ni l’assurance-maladie, ni – comme le disait l’écrivain Antoine Blondin – les arrière-pensées, qui nous distinguent de l’animal, mais bien le fait de faire la cuisine !
Mesdames et Messieurs,
La gastronomie suisse jouit d’une excellente réputation…et pas que dans notre pays !
Les grands chefs suisses sont les ambassadeurs de la qualité helvétique.
Pour préparer leurs plats, ils font en outre appel à leur créativité, se nourrissent d’émulation, soignent l’esprit d’équipe.
Ils nous montrent d’une certaine manière comment notre pays peut asseoir sa réussite.
Avec des résultats convaincants qui mettent l’eau à la bouche.
Difficile, en voyant leurs talents et leurs performances de ne pas envisager l’avenir avec confiance.
Quel que soit le stress, quelle que soit la pression, à la fin, le résultat est là.
Je le disais : c’est de la magie !
Je tiens d’ores et déjà à féliciter l’équipe gagnante, mais aussi tous les autres participants de cette compétition unique !
Merci.