Interlaken

Manuscrit, non publié à l’époque. Seul le prononcé fait foi. Les notes de travail ont été retirées.

Discours prononcé en allemand et en français. Texte original, non traduit.

Sehr geehrte Damen und Herren

Dieses Jahr steht ja im Zeichen der geschichtlichen Erinnerung: Morgarten, Marignano, Wiener Kongress, Ende des Zweiten Weltkrieges.

Dabei schwingt stets die Frage mit: Was hat sich wirklich verändert, was ist im Kern gleich geblieben?

Das könnte man sich auch bei wirtschaftsgeschichtlichen Themen fragen:

Denken wir nur an den ersten grossen öffentlichen Auftritt von Interpharma.

Das war an der Landesausstellung von 1939, der berühmten „Landi“.

Und wie präsentierte sich die Pharmaindustrie damals?

Mit einem Turm!

Der sogenannte Interpharma-Turm war allerdings mit 25 Metern noch nicht besonders hoch im Vergleich zu heutigen Türmen.

Am Interpharma-Turm zeigt sich jedoch nicht nur die Kontinuität, sondern auch der Wandel.
Denn damals wurden die Details dieser Turmkonstruktion auf den Chefetagen besprochen.

Der Publizist Karl Lüönd hat recherchiert, dass die Mitglieder der Konzernleitung sich um kleinste Details kümmerten. Ein Sandoz-Direktor stellte nämlich fest, dass eine Stufe zu Stürzen führen könnte. Er verlangte die sofortige Behebung des Mangels.

Man sieht: Der Schweiz-Bezug des Top-Managements war sichergestellt…

Heute ist das in den global tätigen Firmen nicht mehr immer im gleichen Mass der Fall.

Und umso wichtiger ist die Arbeit von Interpharma.
Denn sie ist die Schnittstelle zwischen den politischen Strukturen der Schweiz und den Interessen der multinationalen Unternehmen.

Im Zusammenhang mit dem Landi-Auftritt von Interpharma 1939 habe ich mich auch gefragt, ob Thomas Cueni damals eigentlich schon im Amt war. Oder ist das nur seine gefühlte Amtszeit?

Im Ernst: Interpharma vertritt seit Jahren hartnäckigdie Interessen einer unserer wichtigen und innovativsten Branchen.

Man braucht gute Nerven, wenn man mit ihnen verhandelt. Aber das gleiche werden sie wohl auch über mich sagen…

Meine Damen und Herren

Die Türme der Pharma standen und stehen heute für den Fortschrittsgedanken.

Dass die Schweiz bei der Innovation und punkto Wettbewerbsfähigkeit an der Weltspitze steht, verdankt sie nicht zuletzt ihrer Pharmaindustrie.

Man denke nur an den gewaltigen Beitrag an die Ausgaben für Forschung und Entwicklung der Schweiz.

Und die Pharmaindustrie verdankt natürlich auch der Schweiz viel – nicht nur attraktive Rahmenbedingungen.

Sondern auch ein gutes Bildungssystem und ein solides Arbeitsethos sowie eine Kultur, die Sicherheit und Innovation verbindet wie kaum eine andere.

Innovation, Fortschritt, Optimismus – das sind die Voraussetzungen unseres gemeinsamen Erfolges.

Aber: Der Glaube an den Fortschritt – sei es medizinischer oder sozialer Fortschritt – ist seit einiger Zeit in der Krise.

Manchmal scheint es, als brauche unsere Gesellschaft mehr Energie für die Fortschritts-Skepsis als für den Fortschritt selber.

Das ist im anbrechenden asiatischen Jahrhundert bedenklich.
Denn in Asien ist der Fortschrittsbegriff so robust, wie er es bei uns in den Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg war.
Asien holt auch punkto Spitzenforschung rasch auf.

Weshalb ist die Idee des Fortschritts bei uns in der Krise? Dazu lassen sich höchstens Mutmassungen anstellen:

Globalisierung und Europäisierung verunsichern viele Menschen, auch in der erfolgreichen Schweiz.
In der Bevölkerung herrscht ein gewisses Unbehagen gegenüber einer Wirtschaft, die als von den Menschen abgekoppelt wahrgenommen wird.
Ein weiterer Grund ist wohl auch die beispiellose demographische Verschiebung, die unsere Gesellschaften tiefgreifend verändern wird. Und die beunruhigende Frage, ob alternde Gesellschaften per se Fortschrittsskeptischer sind.
Schliesslich hilft die Situation in Europa nicht. Die EU ist zurzeit die grösste Herausforderung ihrer Geschichte am Bewältigen.

Fazit: Es braucht Selbstbewusstsein und Kraft und Innovationen, damit wir nicht ständig ein bisschen zurückfallen. Und das in allen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Bereichen.

Meine Damen und Herren

Das gehört zum politischen Hintergrund, auf dem wir die gesundheitspolitische Debatte führen müssen.

Das Ziel ist klar:
Den Menschen in unserem Land eine möglichst hohe Lebensqualität zu ermöglichen.
Und zwar allen Menschen.

Alle sollen Zugang haben zu einer medizinischen Versorgung in hoher Qualität, Zugang zu Innovationen und die Möglichkeit, ihre Gesundheit zu schützen.
Gesundheitspolitik bedeutet also nicht einfach Kosten senken. Auch wenn das System bezahlbar zu halten eines der wichtigsten Ziele der vom Bundesrat verabschiedeten Strategie „Gesundheit 2020“ ist.

Meine Damen und Herren

Unser Gesundheitswesen ist leistungsfähig und erbringt die Leistungen in hoher Qualität.
Die Bevölkerung ist grundsätzlich zufrieden damit. Der diesjährige Gesundheitsbarometer hat den höchsten je ermittelten Wert bezüglich Zufriedenheit ergeben.
Es hat aber auch seinen Preis.

Die Gesundheitskosten werden auch in Zukunft steigen.

Gemäss den Prognosen der Eidgenössischen Finanzverwaltung werden die Gesundheitskosten 2060 in der Schweiz knapp 16 Prozent des Bruttoinlandprodukts ausmachen. Heute sind es 11 Prozent.
Die USA hatten 2012 bereits einen Anteil von 16 Prozent.

Die Gesundheit wird in jeder Umfrage als wichtigster Faktor für ein glückliches und erfülltes Leben genannt.
Wir können wohl davon ausgehen, dass die Menschen in der Schweiz bereit sind, mehr Geld dafür auszugeben als heute.

Auch wenn es hoffentlich nicht 16 Prozent des BIP sein werden. Schliesslich ist der Prognosehorizont sehr lang und die Finanzverwaltung hat sich auch schon verschätzt.

Die Gründe des Kostenwachstums sind klar:
Der medizinischtechnische Fortschritt,
der demographische Wandel
und der zunehmende Wohlstand.

Konkret: reichere Gesellschaften geben einen immer grösseren Teil ihres Einkommens für Gesundheit aus.

Die Kostenfrage und die Finanzierungsfrage sind zu unterscheiden.

Zur Finanzierungsfrage, wie wir die Kosten aufteilen

Heute verteilen sich die Kosten zu 2/3 auf die Haushalte – in Form von Prämien – und zu 1/3 auf die Steuerzahler.
Wenn die Kosten weiter steigen, wird sich die Frage stellen, ob die Ärmsten und der untere Mittelstand dies noch bezahlen können.
In der politischen Diskussion geht man davon aus, dass die privaten Haushalte nicht mehr als 8 bis 10 Prozent für die Krankenkassen-Prämien ausgeben sollten.
Möchte man dieses Ziel auch in Zukunft einhalten, müssten die individuellen Prämienverbilligungen stark ausgebaut werden.
Damit würde der Anteil der Finanzierung über die Steuern steigen. Doch wir alle kennen den politischen Druck auf die Prämienverbilligung angesichts der Sparrunden bei Kantonen und Bund.

Es geht daher aktuell vielmehr darum, die Effizienzpotenziale im Gesundheitssystem mit den richtigen Massnahmen auszuschöpfen.

Und so das Kostenwachstum so weit als möglich zu bremsen – und gleichzeitig die Versorgungsqualität weiter zu erhöhen.

Dabei muss immer das Wohl der Menschen im Zentrum stehen.

Mesdames et Messieurs,

S’agissant du prix des médicaments, nous avons pris plusieurs mesures ces dernières années.

La plus récente illustre bien notre capacité, en Suisse, à trouver des compromis et des solutions gagnant-gagnant.

Grâce aux adaptations effectuées au niveau du contrôle et de la fixation des prix des médicaments remboursés par les caisses, les assurés profitent d’ores et déjà de 600 millions de francs d’économies chaque année. Ces adaptations devraient permettre des économies supplémentaires se chiffrant en millions dès l’année prochaine.
Nous travaillons par ailleurs à un système de prix de référence pour les médicaments tombés dans le domaine public, qui devrait permettre de réaliser des économies supplémentaires. Notre engagement porte également sur les génériques.
Parallèlement, nous avons aussi renforcé la position de la Suisse en tant que pôle d’innovation – car c’est un domaine où les intérêts du pays et de l’industrie pharmaceutique concordent.
Nous avons notamment adapté les directives en matière de contrôle et d’autorisation des médicaments afin de les rendre plus attrayantes pour l’industrie.
Idem pour les dispositions relatives à la protection des innovations dans le domaine pharmaceutique.

Concernant le tarif des médecins Tarmed – c’est-à-dire la rémunération des prestations ambulatoires (hospitalières), le Conseil fédéral a demandé que toute révision respecte le principe de neutralité des coûts.

Les partenaires tarifaires travaillent actuellement à une révision complète du Tarmed.

Une adaptation partielle, en 2014, a permis de réduire les incitations négatives du système. Les prestations intellectuelles sont mieux rémunérées, tandis que certaines prestations techniques le sont moins.

Nous avons en outre pris des mesures au niveau du système des forfaits par cas, qui rétribue les prestations hospitalières des hôpitaux (SwissDRG).

Nous avons notamment posé des conditions claires aux partenaires tarifaires, qui doivent réduire voire supprimer le surfinancement systématique concernant certains groupes de patients.

La stratégie Santé2020 regroupe l’ensemble des mesures visant à renforcer l’efficacité du système de santé et la qualité des soins.

Ces mesures sont mises en œuvre de manière progressive et coordonnée ; certaines d’entre elles sont d’ores et déjà effectives.

Laissez-moi vous donner quelques exemples :

La cybersanté occupe une place toujours plus importante :
La cybermédication, le dossier électronique du patient et le soutien numérique des processus de traitement et de soins vont renforcer la qualité.
Mais aussi la sécurité des patients et l’efficacité du système de santé.

Dans le cadre de la stratégie fédérale en matière de qualité dans le système de santé, la fondation Sécurité des patients Suisse a lancé, sur mandat de la Confédération, deux programmes pilotes nationaux dédiés au renforcement de la qualité :

celui relatif à la sécurité en chirurgie est terminé ;
celui relatif à la sécurité de la médication aux interfaces est encore en cours.
Un troisième programme sera lancé prochainement afin de réduire les infections des voies urinaires associées aux cathéters.

Le Conseil fédéral entend poursuivre cette stratégie et la renforcer encore, moyennant la création d’un réseau Qualité, en coopération les prestataires, les assureurs et les patients. Qui dit + de qualité, dit + d’efficacité et, par là, baisse des coûts.

Les soins coordonnés sont un dossier majeur.
Lors d’une conférence nationale réunissant les principaux acteurs du domaine de la santé, nous avons discuté de la manière dont on peut améliorer les choses dans ce domaine.

Deux groupes sont particulièrement concernés : les patients âgés, d’une part, et ceux atteints d’une maladie chronique, d’autre part.
Il s’agit surtout de mieux s’organiser au niveau des interfaces et des passages de témoin, et d’identifier les doublons.
Ici aussi, le renforcement de l’efficacité est un aspect important – mais le renforcement systématique de la qualité des traitements l’est encore davantage.

Les médecins jouent un rôle-clé. Les généralistes et tous ceux qui coordonnent le travail des spécialistes, comme les médecins de famille, les pédiatres et, de plus en fréquemment, les gériatres. Là encore, nous avons posé des jalons importants avec l’article constitutionnel et le Masterplan sur la médecine de famille et la médecine de base.
Autre question à laquelle nous devrons trouver des réponses probantes ces prochaines années : comment empêcher les traitements superflus voire néfastes ?

Non seulement pour réduire les coûts correspondants ;
mais aussi pour améliorer la qualité des soins ;
et réduire le nombre de complications, qui sont synonymes de traitements coûteux supplémentaires.

Soins superflus, inappropriés, lacunaires : lors de la prochaine conférence nationale Santé2020, nous nous pencherons avec nos partenaires sur l’inadéquation des soins.
Il s’agit d’une thématique nouvelle, qui doit nous permettre de gagner encore en efficacité.

Un système de santé est un système complexe. Il faut le prendre comme tel, l’analyser et l’optimiser.

Sans oublier que derrière ce système, il y a des personnes.
Des personnes qui sont malades.
Mais aussi des personnes qui travaillent, qui soignent.

Et, paradoxalement, pour améliorer le système, ce n’est pas le système sur lequel il faut se focaliser, mais bien sur ces personnes.

Mesdames et Messieurs,

Le progrès est un tout.

Le progrès économique, le progrès scientifique et le progrès social vont de pair.
Ils interagissent et se complètent.

C’est une dynamique, une dialectique, qu’il ne faut pas sous-estimer.

A propos dialectique sur le progrès :

Le poète anglais Aldous Huxley, a dit un jour : « La recherche sur les pathologies a fait de tels progrès qu’il n’y a quasiment plus personne en bonne santé ».

Je vous remercie.

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