Berne
Manuscrit, non publié à l’époque. Seul le prononcé fait foi. Les notes de travail ont été retirées.
Discours prononcé en allemand et en français. Texte original, non traduit.
Kann weniger mehr sein?
Führt die Konzentration auf das Wesentliche zu besseren Ergebnissen?
Diese Position hat viele Verfechter.
Der berühmte Architekt Ludwig Mies van der Rohe war überzeugt: „Less is more“.
Das gilt auch für Antoine Saint-Exupéry, der einst schrieb: „Perfektion ist nicht dann erreicht, wenn man nichts mehr hinzufügen, sondern wenn man nichts mehr weglassen kann.“
Aber am überzeugendsten finde ich die Formulierung eines ehemaligen Bundesbeamten – Sie sehen, die Politik hört eben gut auf die Verwaltung.
Der Bundesbeamte, den ich meine, ist Albert Einstein, der einst Experte 3. Klasse im Patentamt war.
Einstein also sagte: „Mache die Dinge so einfach wie möglich – aber nicht einfacher.“
Das ist sehr helvetisch gedacht – wir mögen keine Übertreibungen, in welche Richtung auch immer.
Man könnte auch sagen: Wir mögen das Relative lieber als das Absolute.
Vielleicht ist es ja auch kein Zufall, dass Albert Einstein die Relativitätstheorie 1905 – just in seiner Zeit als Bundesbeamter – entwickelt hat.
Ich will jetzt nicht darüber mutmassen, wieso Einstein ausgerechnet als Bundesbeamter die Relativität der Zeit entdeckt hat…
Aber rückblickend muss man sagen: zum Glück lief damals beim Bund kein Sparprogramm…
Meine Damen und Herren
Wir alle haben in den letzten Jahren Schlagzeilen wie die folgenden gelesen:
„Tausende Meniskus-Operationen unnötig“,
„Ärzte machen vorschnell Herzkatheter-Untersuchungen“,
„Schweizer Weltmeister im Operieren“.
Das sind einige der Titel über Artikeln, die den medizinischen Aktivismus in der Schweiz beklagen.
Und das durchaus Datengestützt – was ja in der Berichterstattung nicht immer der Fall ist…
Die Diagnose der Überversorgung hören wir auch immer wieder im Alltag.
Es werde zu viel oder Unnötiges gemacht, heisst es dann
dies bestätigt sich, wenn wir mit Pflegenden sprechen oder mit Patienten, die einen Spitalaufenthalt hinter sich haben.
Die Überversorgung wurde ja auch im Rahmen der letztjährigen nationalen Gesundheitskonferenz zur koordinierten Versorgung thematisiert.
Der Verdacht, es werde zu viel gemacht, drängt sich auch auf, wenn wir den Blick auf die Situation im Ausland richten.
Auch Vergleiche der hiesigen Praxis mit etablierten Guidelines legen einen solchen Schluss nahe.
Analysen von BAG und Obsan konstatieren ebenfalls, dass zusatzversicherte Patienten in einigen Bereichen ein deutlich erhöhtes Risiko haben, hospitalisiert oder operiert zu werden – namentlich in der Orthopädie oder der invasiven Kardiologie.
Es entstehen hier im Vergleich zu den Grundversicherten 50’000 Hospitalisierungen oder 200’000 Spitaltage, die nur durch den Versicherungsstatus erklärbar sind.
Hier zeigt sich besonders deutlich, was natürlich ganz allgemein gilt: Nämlich, dass Überversorgung nicht zuletzt eine Folge von Fehlanreizen sein kann.
Aber diese konstatierte Überversorgung ist nicht einfach ein teurer Leerlauf.
Überversorgung ist in erster Linie ein Problem der Qualität.
Wir alle wissen, dass unnötige Diagnostik auch zu unnötigen Eingriffen führen kann, deren Nutzen kleiner ist als deren möglichen Nebenwirkungen. Dies führt zu unnötigem Leiden der Patienten.
Wir sind also alle aufgerufen zu handeln, wenn wir die gute Qualität unseres Gesundheitssystems weiter verbessern wollen.
Meine Damen und Herren
Was sind die Ursachen dieser Überversorgung?
Gewiss, der technologische Fortschritt in der Medizin ist rasant.
Und wir alle wollen an diesem Fortschritt teilhaben.
Die gesamte Problematik der Überversorgung an übertriebenen Anspruchshaltungen der Patienten festmachen zu wollen, greift aber zu kurz.
Zumal wenn wir in Betracht ziehen, dass 75 Prozent der Gesundheitskosten von 10 Prozent der Versicherten verursacht werden.
Von jenen Menschen also, die zumeist sehr krank und in besonderem Masse von medizinischen Entscheidungen abhängig sind.
Tatsächlich ist Überversorgung ein Problem mit vielen Facetten, das sich einfachen Lösungsansätzen entzieht.
Es freut mich ganz besonders, dass die Ärzteschaft selbst sich seit einiger Zeit mit grossem Engagement dieser Herausforderung annimmt. Denn es ist in erster Linie an den Leistungserbringern, nachhaltige Lösungen zu finden.
Die internationale Kampagne unter dem Titel „Choosing Wisely“ will Ärzten und Patienten näher bringen, dass manche medizinische Untersuchungen und Behandlungen nicht nur unnötig, sondern auch gefährlich sein können.
Sie werden sich heute dem Thema Überversorgung aus Ihren jeweiligen Perspektiven widmen – und ich bin sicher, dass die Diskussionen erkenntnisreich sein werden.
Meine Damen und Herren
Es geht beim Thema Überversorgung nicht nur und nicht in erster Linie um Kosten, sondern auch und vor allem um gute und patientengerechte Medizin.
Das wird nirgends deutlicher als am Lebensende.
Hier erhalten die Möglichkeiten der medizinischen Technik gegenüber einer realistischen Einschätzung des Nutzens – und den Bedürfnissen von Patienten und ihren Angehörigen – heute vielleicht ein zu hohes Gewicht.
Überversorgung oder das geeignete Mass an medizinischer Betreuung ist nicht ein Thema, das durch staatliche Regulatoren oder Versicherer gelöst werden kann.
Es gehört vielmehr zur ureigensten Verantwortung der Medizin.
Meine Damen und Herren
Die Antwort, wie wir das Problem der Überversorgung lösen können, werden wir nur im ständigen Dialog finden.
Also in einem Prozess, in den sich alle – Ärztinnen und Ärzte, Pflegende, Patienten und ihren Angehörigen – einbringen müssen.
Gefragt ist dabei Pragmatismus und ein Sinn für Verhältnismässigkeit – also helvetische Kerntugenden.
Deshalb bin ich auch optimistisch, dass wir einen Wandel herbeiführen können, an dessen Ende eine verbesserte medizinische Alltagskultur steht.
Eine Kultur, in der das „choosing wisely“ das Handeln ganz selbstverständlich prägt.
Diese Tagung wird einen Beitrag dazu leisten, diesen Dialog und diese gemeinsame Entscheidungsfindung zu fördern.
Meine Damen und Herren
Effizienzüberlegungen prägen sämtliche Projekte der Strategie Gesundheit2020.
Es gilt, gleichzeitig die gute Qualität unseres Gesundheitswesens als auch dessen langfristige Finanzierbarkeit zu gewährleisten – und das geht nur durch stetige Verbesserung der Abläufe und Prozesse.
In diesem Zusammenhang wollen wir heute mit Ihnen die Diskussion zur Überversorgung lancieren.
Sie alle wissen, es kommen grosse Herausforderungen auf uns zu:
Die Bevölkerung wird immer älter.
Damit nimmt auch die Zahl der chronischen Krankheiten in den nächsten Jahren weiter zu.
Dies nicht zuletzt auch deshalb, weil wir dank dem medizinischen Fortschritt heute auch mit schweren Krankheiten lange und verhältnismässig gut leben können.
Nicht zuletzt nehmen auch die psychischen Belastungen zu.
Auf diese tiefgreifenden Herausforderungen muss die Strategie Gesundheit2020 gute, pragmatische, zukunftstaugliche Antworten geben.
Mesdames et Messieurs,
Les réformes ne peuvent aboutir que si vous, Mesdames et Messieurs, apportez votre pierre – vos compétences et vos différents points de vue – à l’édifice.
Voilà pourquoi l’approche participative joue un rôle essentiel pour Santé2020.
Les conférences comme celles d’aujourd’hui, les tables rondes, les échanges d’idées ne sont pas des « nice-to-have », des cerises sur le gâteau, mais bien un ingrédient majeur pour une réforme réussie.
Nous en sommes au début de la deuxième mi-temps de la stratégie Santé2020.
J’aimerais profiter de l’occasion pour vous présenter les quatre autres priorités de cette prochaine législature, qui s’ajoutent à l’efficacité maximale du système de santé que j’ai déjà évoquée.
La deuxième priorité, c’est la promotion des soins coordonnés.
Ici, le diagnostic est clair et a été confirmé sans appel au cours des discussions de la conférence 2015 :
Il y a encore et toujours des problèmes d’information et de coordination, en particulier aux interfaces entre fournisseurs de prestations.
Au mieux, cela occasionne des traitements superflus, au pire de sérieux problèmes de qualité et de sécurité.
Vos retours lors de la conférence 2015 nous ont permis de cibler la comorbidité des patients âgés.
Il s’agit de renforcer la coordination des soins destinés à ces patients, ce qui permettra aussi d’optimiser leur qualité.
Différentes mesures ont été élaborées ou le seront prochainement en collaboration avec les acteurs concernés. Par exemple :
une meilleure préparation des séjours hospitaliers,
la rédaction de directives anticipées et
une coordination de qualité entre spécialistes et généralistes à la sortie de l’hôpital.
Il s’agit en outre de former davantage de spécialistes en mesure de répondre aux besoins spécifiques des patients âgés.
La troisième priorité, c’est la lutte contre les maladies non transmissibles. Les cancers, les diabètes, les maladies cardio-vasculaires et les pathologies chroniques des voies respiratoires sont les causes de décès les plus fréquentes aujourd’hui.
Avec les affections musculo-squelettiques, elles représentent en outre environ 40 % du total des dépenses de santé.
Ces deux dernières années, l’ensemble des acteurs concernés a donc élaboré une stratégie de prévention des maladies non transmissibles, dites MNT, qui sera transmise au dialogue Politique nationale de la santé au printemps prochain.
Cette stratégie montre les différentes voies qui doivent permettre de prévenir les maladies non transmissibles, de retarder leur apparition, ou tout au moins d’en atténuer les effets.
Autre thématique décisive en matière de santé : la formation et la formation postgrade.
Pour réduire la pénurie de personnel soignant, nous devons mettre sur pied une politique d’avenir en matière de formation.
Fin 2015, le Conseil fédéral a approuvé le message relatif à la loi sur les professions de la santé.
Notre objectif est de garantir que notre pays continue à disposer d’un nombre suffisant de soignants bien formés. La Confédération et les cantons sont en train d’élaborer une feuille de route commune à ce sujet.
Enfin, il reste une dernière priorité : le renforcement de la qualité des prestations et des soins.
Cette qualité est le fondement de tout système de santé efficace.
Et pour la garantir, il faut notamment savoir choisir les prestations utiles et pertinentes et laisser les autres de côté.
Ici, nous avons encore du potentiel.
Eviter les prestations inutiles : je m’y tiens aussi, m’arrête là et vous souhaite à tous des discussions intéressantes !