Berne
Manuscrit, non publié à l’époque. Seul le prononcé fait foi. Les notes de travail ont été retirées.
Discours prononcé en allemand et en français. Texte original, non traduit.
Sehr geehrter Präsident des Forums Gesundheit Schweiz
Sehr geehrte National- und Ständeräte
Sehr geehrter Professor Heberer
Meine Damen und Herren
Zuerst einmal möchte ich betonen, wie sehr ich es begrüsse, dass wir uns hier im Rahmen eines Steh-Lunches treffen.
Das zeigt: Die Präventionskampagne gegen einen sitzenden Lebensstil wirkt – und das sogar bei ihren härtesten Kritikern!
Tatsächlich gibt es für einen Bundesrat nichts Besseres als eine Rede vor stehenden Menschen zu halten.
Regelmässiges Unterbrechen von langem Sitzen soll laut dem Bundesamt für Gesundheit nämlich nicht nur Muskeln, Knochen, Gelenke und Organe stärken, sondern auch das Lernvermögen.
Im Ernst: Das Gesundheitsbewusstsein hat in der Schweiz einen hohen Stellenwert – auch im Vergleich zu anderen Ländern.
So traf ich meinen österreichischen Amtskollegen einst in Wien zu einem Gespräch über Qualität und Prävention.
Und zwar im Sitzen!
Und das nicht irgendwo – sondern ausgerechnet im Hotel Sacher.
Zwei Gesundheitsminister treffen sich im Hotel Sacher.
Das dürfte der kürzeste Witz zum Thema Prävention sein.
Kein Wunder, ist der Nationaltrainer der Österreicher ein Schweizer.
Meine Damen und Herren
Die Schweiz befindet sich momentan wirtschaftlich in einer schwierigen Situation.
Aber sie bleibt – das darf man auch einmal betonen – ein erfolgreiches Land.
Wir figurieren seit Jahren auf den Top-Rängen internationaler Rankings – sei es punkto Wettbewerbsfähigkeit, Innovationskraft oder Lebensqualität.
Wir dürfen zufrieden sein.
Aber nicht in Selbstzufriedenheit verharren.
Denn es bleibt viel zu tun.
Gerade in unserem hoch leistungsfähigen Gesundheitssystem gibt es noch zahlreiche Möglichkeiten, die Qualität zu steigern.
Behandlungsfehler und medizinische Zwischenfälle kommen noch allzu häufig vor, seien dies
Spitalinfektionen,
falsche Medikation
oder gar Verwechslungen von Organen bei der Operation.
Es geht nicht um ein Luxusproblem. Die Verbesserung der Qualität ist dringlich:
In den Schweizer Spitälern erlebt laut Schätzungen einer von zehn Patienten einen unerwünschten Zwischenfall; dies verlängert den Spitalaufenthalt im Schnitt um eine Woche.
Laut einer vom Commonwealth Fund durchgeführten repräsentativen Umfrage in der Schweizer Bevölkerung geben 9,4 Prozent der Patientinnen und Patienten an, nach einem Spitalaufenthalt oder einer Operation von einer Infektion betroffen gewesen zu sein.
Dies ist ein viel höherer Anteil als beispielsweise in Frankreich oder in Deutschland.
Rechnet man die Ergebnisse internationaler Studien auf die Schweiz hoch, kann man davon ausgehen, dass 2000 bis 3000 Todesfälle pro Jahr auf vermeidbare medizinische Fehler zurückzuführen sind.
Das sind mehr als die Opfer von Verkehrsunfällen, Grippe und Aids zusammen.
Die Hälfte dieser Fälle könnte vermieden werden.
Und damit bliebe vielen Menschen grosses Leid erspart.
Auch das finanzielle Verbesserungspotenzial ist gross. Man spricht von einem Sparpotenzial von mehreren Hundert Millionen Franken pro Jahr.
Gefragt ist das Engagement aller Beteiligten.
Meine Damen und Herren
Die Sicherheit der Patientinnen und Patienten ist seit langem ein Anliegen des Bundes.
Bereits im Jahr 2000 hat das Eidgenössische Departement des Innern eine Task Force zu dieser Thematik eingesetzt.
Diese schlug verschiedene Massnahmen vor.
So wurde 2003 die Stiftung Patientensicherheit Schweiz ins Leben gerufen.
Seither spielt die Stiftung eine zentrale Rolle bei der Patientensicherheit, insbesondere bei der Umsetzung der nationalen Qualitätsprogramme.
2013 hat der Bundesrat die Strategie Gesundheit2020 beschlossen. Mehr Qualität und Patientensicherheit geniessen darin eine hohe Priorität.
In den letzten Jahren hat sich im Bereich der Qualität einiges getan. Nicht zuletzt weil der Bund das Heft in die Hand genommen hat, sind verschiedene Akteure aktiv geworden.
Die Spitäler sind hier am weitesten. Zu nennen ist insbesondere der Nationale Verein für Qualitätsentwicklung in Spitälern und Kliniken (ANQ). Dieser realisiert und koordiniert Qualitätsmessungen in Spitälern.
Aber auch andere Projekte wurden von privaten Akteuren ins Leben gerufen, wie zum Beispiel „QualiCCare“, zur Verbesserung der Qualität in der Behandlung chronischer Krankheiten in der Schweiz.
Der Bundesrat begrüsst diese Entwicklungen und Projekte.
Er stellt jedoch auch fest, dass sich die Tarifpartner nicht auf Massnahmen zur Qualitätssicherung festlegen konnten und diese daher nicht flächendeckend für verbindlich erklärt haben.
Es mangelt noch an der Koordination.
Es fehlt eine gemeinsame strategische Ausrichtung.
Und es braucht eine langfristige Finanzierung.
Mit diesen drei Zielen vor Augen – Koordination, gemeinsame Strategie und Finanzierung – schlägt der Bundesrat die Bildung eines nationalen Netzwerks vor.
Die Revision des Krankenversicherungsgesetzes baut auf Bewährtem auf. Der Bundesrat sieht bewusst einen bottom up-Ansatz vor. Und schlanke Strukturen.
Eine ausserparlamentarische Kommission soll die verschiedenen Akteure einbeziehen und den Bundesrat bei strategischen Fragen und der Auswahl der Projekte beraten.
Mit der Qualitätsstrategie erfüllt der Bundesrat auch ein Anliegen des Parlaments. Die Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit des Nationalrats sowie der Geschäftsprüfungskommission des Ständerats haben namentlich ein stärkeres Engagement des Bundes zur Verbesserung der Patientensicherheit gefordert.
Meine Damen und Herren
Der Bund will medizinische Zwischenfälle dank einer allgemeinen Einführung von good practice in den Spitälern und den Pflegeheimen nachhaltig reduzieren.
Die nationalen Programme spielen dabei eine Schlüsselrolle.
Sie helfen den Leistungserbringern, die Qualität zu verbessern und die Patientensicherheit zu stärken.
Sie werden von der Stiftung Patientensicherheit Schweiz in ihrer Rolle als strategische Partnerin des Bundes umgesetzt.
Die ersten Resultate des Programms Sichere Chirurgie, das den Einsatz einer standardisierten Checkliste in den Operationssälen allgemein zur Anwendung bringt, sowie die Resultate des Programms Sichere Medikation an Schnittstellen sind sehr ermutigend.
Das Programm Sichere Chirurgie wurde als Pilotprojekt in zehn Schweizer Spitälern lanciert und 2015 abgeschlossen.
Die Evaluationen haben gezeigt, dass die Checkliste seit der Einführung des Programms doppelt so häufig verwendet wird.
Und vor allem hat mehr als die Hälfte der befragten Personen eine Situation erlebt, wo die Checkliste zur Vermeidung eines Zwischenfalls geführt hat.
Aufgrund dieser Feststellung haben alle wichtigen Organisationen eine Charta unterzeichnet, womit die Checkliste zur verbindlichen Norm in allen Schweizer Operationssälen erklärt wird.
Dieses Beispiel zeigt: Man kann auf diese Weise zu einer neuen Berufsnorm kommen, die von allen Akteuren anerkannt wird.
Das ist ein sehr sinnvolles Vorgehen: die betroffenen Parteien einigen sich auf Standards, wenn sich gezeigt hat, dass diese sich in der Praxis bewähren und effizient sind.
Das ist besser, als eine neue Regelung einzuführen.
Zwei weitere Programme sind in Vorbereitung und sollten in nächster Zeit starten:
Das Programm «Sicherheit bei Blasenkathetern» hat das Ziel, dass in den Spitälern weniger Blasenkatheter gesetzt werden, wodurch das Infektions- und Verletzungsrisiko vermindert werden soll.
Die Lancierung ist für den Sommer 2016 geplant.
Es wird in Zusammenarbeit mit der nationalen Strategie zur Überwachung, Verhütung und Bekämpfung von therapieassoziierten Infektionen (Strategie NOSO) durchgeführt.
Das Programm zur Sicheren Medikation in Pflegeheimen befindet sich in der Erarbeitungsphase.
Mesdames et Messieurs,
Autre domaine d’action prioritaire : le renforcement de la transparence dans le domaine de la santé.
L’OFSP publie depuis 2006 chaque année les indicateurs de qualité des hôpitaux suisses de soins aigus.
Depuis 2015, l’OFSP publie le nombre de cas en Suisse pour 49 pathologies et traitements
Cet instrument facilement accessible au grand public permet aux patients de comparer le nombre de traitements et d’opérations effectués dans les différents hôpitaux suisses et de choisir leur hôpital en fonction.
Car plus le nombre de cas traités est élevé, plus l’expérience de l’hôpital sera grande.
Nous entendons adapter et optimiser les indicateurs de qualité dans chaque domaine, y compris dans le secteur ambulatoire et dans les EMS.
S’agissant du secteur ambulatoire, nous ne disposons actuellement d’aucune donnée au niveau national.
Il nous faut urgemment disposer des statistiques nécessaires et d’indicateurs pertinents. Par exemple pour améliorer le suivi des personnes atteintes d’une maladie chronique.
Ici aussi, la révision de la LAMal doit garantir les bases financières nécessaires à l’optimisation des indicateurs de qualité. Et ici aussi, l’on travaille avec les différents acteurs concernés.
Le financement est garanti par le biais d’une participation de 3,50 francs par assuré adulte et par année. Cela représente environ 20 millions de francs par année (plus exactement 19,85 millions).
Mesdames et Messieurs,
Je le dis très clairement : la révision de la loi proposée par le Conseil fédéral, c’est le minimum que nous puissions et devions faire pour la qualité dans le secteur de la santé. Elle permettra :
d’améliorer la coordination ;
de poursuivre une stratégie commune ;
de financer durablement la qualité et la sécurité des patients.
Suite à la consultation, nous avons désormais une version « light » du projet.
Lequel, je le rappelle, ne change rien à la répartition actuelle des rôles.
L’assurance-qualité fait partie intégrante des prestations de soins et le restera.
La Confédération continue à disposer des instruments habituels :
C’est elle qui fixe par exemple les conditions minimales relatives à la planification hospitalière des cantons.
Elle peut aussi définir les mesures pour assurer la qualité pour l’admission ou la réévaluation des prestations.
Dans le cadre de l’approbation des structures tarifaires, elle peut exiger des partenaires qu’ils prennent les mesures nécessaires pour garantir la rentabilité et la qualité des prestations.
La qualité et l’efficacité de la médecine hautement spécialisée sont également primordiales. Dans ce domaine, le Conseil fédéral approuvera prochainement un premier rapport d’évaluation. Les cantons sont tenus de définir ensemble une planification de la médecine hautement spécialisée pour toute la Suisse.
Il s’agit de concentrer géographiquement les prestations relatives aux interventions rares, complexes et coûteuses afin qu’elles ne soient pas proposées dans de trop nombreux centres.
Mesdames et Messieurs,
En résumé, une qualité et une sécurité accrues du système de santé permettent :
d’éviter de nombreuses souffrances aux patients et à leurs proches et
de réduire les coûts liés à des incidents évitables.
Cela simplifie aussi les procédures tout en renforçant l’efficacité.
Le projet contribue également à freiner l’augmentation des coûts dans l’assurance obligatoire des soins.
La promotion de la qualité est l’une des priorités que le Conseil fédéral a inscrites dans sa stratégie Santé2020.
Cela n’a rien d’étonnant.
Notre pays a la réputation d’être un, voire LE pays de la qualité. Du travail soigné, de la perfection manufacturière, de l’éthique professionnelle.
Nous sommes le pays de l’horlogerie, du génie mécanique, de l’industrie de précision, des technologies médicales.
Nous aimons les tâches qui font appel à notre sens de la précision, de l’exactitude et de la qualité. A tel point que pour nos montres, nous sommes particulièrement fiers des complications. Qui ont un impact direct sur le prix et constituent un critère de qualité.
Voyez aussi le tunnel de base du Gothard qui sera inauguré le 1er juin. C’est un an plus tôt que prévu, ce qui, à ma connaissance, est une première pour un projet d’infrastructure.
Sans compter que non seulement le tunnel fait 57 kilomètres,
mais qu’en plus, il a été percé avec une variation du tracé de seulement 0,00014 %.
En fait, il s’agit tout simplement d’helvétiser encore la Suisse.
Dans le domaine de la santé aussi. Surtout ! Notre pays doit se rapprocher au maximum de cet idéal.
La Suisse peut et doit répondre aux plus hautes exigences de qualité dans le domaine le plus existentiel de notre société.
Mesdames et Messieurs,
Vous savez pourquoi les Anglais ont inventé les discours lors des repas ?
Pour qu’on oublie le repas justement.
Chez nous, ce n’est pas nécessaire.
Car la cuisine aussi y est de qualité.
J’arrête donc de parler et vous souhaite bon appétit !
Je vous remercie.