Thoune
Manuscrit, non publié à l’époque. Seul le prononcé fait foi. Les notes de travail ont été retirées.
Discours prononcé en allemand et en français. Texte original, non traduit.
Liebe A cappella-Sängerinnen, Action-Comedy-Darsteller, Akrobatinnen und Artisten,
Liebe Bänkelsängerinnen, Bauchredner und Burleske-Tänzerinnen
Liebe Cantautore und Clowns
Liebe Illusionisten, Improvisatorinnen und Jongleure,
Liebe Klangperformance-Künstlerinnen und Komiker
Liebe Liedermacher und Luftartistinnen
Liebe Magierinnen, Märchenerzähler und Miminnen
Liebe Darbieter von Playback-Shows und Politchansons
Liebe Vertreterinnen und Vertreter der Salonmusik, der Satire, des Slapstick, der Stand-up Comedy, des Strassentheaters
Liebe Varieté-Künstlerinnen
Liebe Zauberer
Meine Damen und Herren
Sich kurz fassen: Das ist wohl das Schwierigste, was es gibt.
Verknappung und Verdichtung: Das ist keine kleine Kunst.
Im Gegenteil: Das ist Kleinkunst.
Auch die Vertreter der Grosskunst sehen das übrigens so:
Zitat: „Entschuldige die Länge des Briefes, ich hatte keine Zeit, mich kurz zu fassen.“
Das schrieb der Gross-Dichter Goethe.
Oder war es der Gross-Aufklärer Voltaire?
Oder war es der Gross-Satiriker Mark Twain?
Man weiss es nicht genau.
Es tobt ein grosser Kampf um diesen kleinen Satz.
Nur schon, dass dieser Satz so vielen Grossen zugeschrieben wird, spricht Bände.
Oder eben keine Bände – sondern vielmehr: nur ein paar Zeichen.
Wie auch immer: Weglassen ist schwierig.
Ich versuche es trotzdem:
So werde ich Sie heute Abend mit dem obligaten Hinweis auf die Formel „small is beautiful“ verschonen.
Meine Damen und Herren
Was ist Kleinkunst?
Das ist schwer zu definieren angesichts des breiten Spektrums.
Und vielleicht ist gerade das charakteristisch für die Kleinkunst.
Denn
sie spielt mit den Genres,
sie pflegt eine Ästhetik, die Anleihen macht beim Stummfilm, bei der Music Hall, beim Variété.
Wenn es im Genre Kleinkunst Leitmotive gibt, dann sind es die Eigensinnigkeit und die Verspieltheit.
Sie hinterfragt Konventionen – aber ohne den Gestus der grundstürzenden Erkenntnis.
Sie entlarvt die Absurditäten unseres Alltags.
Manchmal liebevoll, manchmal satirisch scharf.
Kleinkunst ist gerade deshalb grosse Kunst, weil sie sich selber nicht so ernst nimmt.
Weil sie fest an die Überlegenheit des Leisen über das Laute glaubt.
Weil sie eher skizziert als mit Inbrunst ausmalt.
Weil sie die Ironie dem Pathos vorzieht – auch dann, wenn es um ernsthafte Themen geht.
Kleinkunst ist vielseitig und vielschichtig.
Kleinkunst erzielt mit bescheidenem Aufwand grosse Wirkung.
Sie bringt uns zum Nachdenken – und das scheinbar mühelos.
Es reicht ihr, vermeintlich Bekanntes in ein neues Licht zu tauchen.
Um Picasso zu paraphrasieren:
„Kleinkunst ist die Kunst, die nicht sucht, sondern findet.“
Liebe A cappella-Sängerinnen, Action-Comedy-Darsteller, Akrobatinnen und Artisten,
Liebe Bänkelsängerinnen, Bauchredner und …
Nein, keine Angst…
Meine Damen und Herren
Ist die Kleinkunst die idealtypische Kunst im Kleinstaat?
Ich glaube, es ist komplizierter.
In der Schweiz scheint alles klar – aber nichts ist klar.
Wir sind so vielfältig, dass eigentlich nichts funktionieren sollte – aber es funktioniert eben doch.
Nehmen wir als Beispiel…: den Schweizer Kleinkunstpreis!
Genauer:
Die Integration des Schweizer Kleinkunstpreises in die Theaterpreise.
Der Erste ist ja jetzt Teil der Zweiten.
Aber er wird nicht mit dem anderen zusammen vergeben.
Also nicht in Genf, sondern eben hier, in Thun, zur Eröffnung der Schweizer Künstlerbörse.
Also gleichzeitig innerhalb und ausserhalb des Theatertreffens.
Wobei hier in Thun die bereits bekannten Preisträger von Genf vorgestellt werden.
Und bei den Theaterpreisen Ende Mai in Genf dann die Preisträgerinnen und Preisträger von Thun vorgestellt werden.
Wenn Ihnen das alles völlig normal vorkommt, sind Sie reif für den Bundesrat.
Und das war noch ziemlich einfach.
Also ohne Vernehmlassungs- und Differenzbereinigungsverfahren.
Ohne Ämterkonsultation und ohne die Zustimmung einer Konferenz der Kantonsvertretungen.
Im Ernst:
Gerade weil in der Schweiz vieles ziemlich kompliziert ist, ist vielleicht auch die Kunst des Weglassens hierzulande so stark entwickelt.
Darin wurzelt unser Talent, uns auf das Wesentliche zu konzentrieren, auf den Kern der Dinge.
Wenn es eine Beziehung zwischen Kleinkunst und Kleinstaat geben sollte, dann ist es vielleicht diese.
Mesdames et Messieurs,
Les Prix suisses de théâtre récompensent des prestations exceptionnelles du théâtre suisse actuel.
C’est une reconnaissance pour leurs lauréats.
Qui deviennent connus – encore plus connus.
Mais ces Prix permettent également de sensibiliser un public plus large à l’art théâtral.
Les lauréats des éditions 2014 et 2015 sont le reflet de l’incroyable diversité de la création théâtrale suisse.
L’intégration du Prix de la scène a en outre permis de mettre l’accent sur les arts de la scène.
Cette évolution – que l’on ne peut que saluer – fait aussi la part belle au théâtre musical.
Un mot enfin sur la participation culturelle, qui fait partie des trois axes d’action prioritaires du Message culture 2016-2020 du Conseil fédéral.
Et c’est un objectif auquel l’association Artistes-Théâtres-Promotion (KTV ATP), forte de ses 1200 membres, contribue incontestablement.
Parmi les autres acteurs incontournables de la participation culturelle, n’oublions jamais les bénévoles.
Leur travail, à la fois précieux et porteur de sens, est essentiel.
Surtout dans les régions périphériques, où il contribue fortement à la cohésion sociale et culturelle.
Mesdames et Messieurs,
Dans la dramaturgie des Prix de théâtre attribués chaque année, la remise du Prix de la scène représente le premier acte.
Le deuxième et le troisième actes se jouent sur la scène genevoise et mettent une nouvelle fois à l’honneur le lauréat du Prix de la scène, aux côtés des autres Prix de théâtre.
Quant au Grand prix, ou anneau Hans-Reinhart, son attribution constitue le dénouement tant attendu.
Enfin, à titre d’épilogue, nous avons prévu de fêter ensemble le théâtre sous toutes ses formes :
Ce sera au Théâtre de Carouge – Atelier de Genève.
Le 26 mai prochain.
Nous sommes donc appelés à nous revoir, ce qui me ravit !
Pour terminer, je tiens à remercier chaleureusement la KTV ATP pour sa précieuse contribution.
Merci au conseil de nomination pour sa sélection avisée.
Merci à la présidente, au comité et au bureau de l’association pour l’organisation de cette cérémonie.
Et, bien sûr, un grand merci à tous les artistes, rois de la scène,
pour leur passion, qu’ils partagent avec nous,
et leur inspiration, qui nous offre des moments magiques.
Je vous remercie.