Berne
Manuscrit, non publié à l’époque. Seul le prononcé fait foi. Les notes de travail ont été retirées.
Discours prononcé en allemand et en français. Texte original, non traduit.
Sehr geehrter Herr Regierungsrat
Sehr geehrte Präsidentin von Public Health Schweiz
Meine Damen und Herren
Es gibt sie noch, die Fakten.
Die Welt erlebt derzeit die grössten Flüchtlingsströme seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs.
Die diesjährige Public Health Conference widmet sich also einem ebenso aktuellen wie existentiellen Thema.
Im Zentrum stehen dabei folgenden Fragen:
welche gesundheitlichen Probleme haben die Flüchtlinge?
wie sind die Versorgungsstrukturen in der Schweiz darauf vorbereitet?
und welche Erfahrungen und Best-Practice-Beispiele liegen bereits vor?
Das Thema „Migration“ stellt uns nicht nur vor konkrete Herausforderungen.
Es ist auch ein Lackmus-Test für unsere politische Kultur und die Art, wie wir in unserem Land debattieren und Lösungen finden.
Migration darf nicht zu einem Thema werden, das ausschliesslich mit Problemen assoziiert wird.
Wenn wir unser Gesundheitswesen betrachten, stellen wir fest, dass wir in diesem Bereich in erster Linie von der Zuwanderung profitieren.
Ohne Arbeitskräfte aus dem Ausland könnten unsere Spitäler und Institutionen der Alters- und Langzeitpflege ihre Leistungen gar nicht erbringen.
Diese Arbeitskräfte haben oft auch besondere Kompetenzen, um auf die Bedürfnisse von Zugewanderten gut einzugehen.
Meine Damen und Herren
Unser Gesundheitssystem beruht auf dem Grundprinzip der Offenheit und Solidarität: Es muss den Bedürfnissen aller Bevölkerungsgruppen gerecht werden.
In der bundesrätlichen Strategie „Gesundheit 2020“ legen wir ein besonderes Gewicht auf die Chancengleichheit und auf eine gute Versorgungsqualität für ALLE Menschen.
Also unabhängig von ihrer Sprache, ihrer Herkunft, ihrem sozialen Status und ihrem Bildungsniveau.
Gewiss: Die Anforderungen an die Gesundheitsfachleute, Menschen unterschiedlichster Herkunft zu betreuen, sind beträchtlich:
Über 30 Prozent der Patientinnen und Patienten in der Schweiz haben einen Migrationshintergrund.
Und sie sind überdurchschnittlich von Fehlversorgung betroffen, was in vielen Fällen auf sprachliche Schwierigkeiten zurückzuführen ist.
Im Rahmen des „Nationalen Programms Migration und Gesundheit“ hat das Bundesamt für Gesundheit im Auftrag des Bundesrates deshalb bereits Angebote aufgebaut,
welche die Gesundheit besonders verletzlicher Bevölkerungsgruppen fördern
und das Gesundheitspersonal im Umgang mit Migrantinnen und Migranten unterstützen können.
Es geht darum, diese Angebote zu nutzen, sie zu verfeinern, weiterzuentwickeln und weiter bekannt zu machen.
Meine Damen und Herren
Die Ankunft von Flüchtlingen trifft die Schweiz also nicht unvorbereitet.
Menschen auf der Flucht stellen uns allerdings vor Herausforderungen, auf die wir uns noch besser einstellen sollten.
Handlungsbedarf gibt es vor allem im Zusammenhang mit traumatisierten Flüchtlingen.
Experten gehen davon aus, dass rund 50 Prozent derjenigen, die derzeit nach Europa einreisen, traumatisiert sind.
Für traumatisierte Personen gibt es in der Schweiz noch zu wenig Behandlungsangebote.
Die Wartezeiten bei den entsprechenden Stellen wie den Ambulatorien für Folter- und Kriegsopfer betragen bis zu 18 Monaten.
Eine nicht behandelte Traumatisierung bedeutet nicht nur grosses Leid. Sie behindert oder verunmöglicht auch den Einstieg ins Arbeitsleben.
Mesdames et Messieurs,
L’autre source de préoccupation, ce sont les migrants mineurs voyageant seuls. Ils n’ont jamais été aussi nombreux.
Aujourd’hui, plus de 5000 enfants réfugiés se trouvent ainsi dans une procédure d’asile.
Rien qu’en 2016, entre janvier et fin août, les autorités ont enregistré 1358 nouveaux cas de ce qu’on appelle des « requérants d’asile mineurs non accompagnés ».
Nombreux sont ceux qui présentent des signes de négligence et souffrent de problèmes psychiques.
Les professionnels de la santé sont souvent dépassés par ces jeunes.
J’aimerais aussi évoquer les sans-papiers, qui font eux aussi partie des groupes particulièrement vulnérables d’un point de vue sanitaire.
Lorsqu’ils ont des problèmes de santé, c’est souvent très tard – pour ne pas dire trop tard – qu’ils se rendent chez le médecin ou à l’hôpital, de peur de se faire remarquer.
Mesdames et Messieurs,
Je tiens à saluer le fait que vous consacriez cette conférence au thème « Migration et santé ». C’est une très bonne chose.
Aussi parce que vos discussions porteront sur des éléments concrets.
Et sont ainsi la meilleure réponse à apporter aux discussions simplistes – ou post-factuelles justement – qui sont trop souvent le lot d’un sujet comme celui de la migration.
C’est important que ce sujet ne soit pas toujours abordé sous le signe de la peur, avec un réflexe de défense et de fermeture.
Ce n’est pas avec la peur et le repli sur soi qu’on relève les défis qui se présentent.
Les réfugiés et les personnes relevant du domaine de l’asile – c’est-à-dire les requérants d’asile et les personnes admises à titre provisoire – sont souvent particulièrement vulnérables sur le plan sanitaire.
Nous nous devons donc de leur offrir une attention particulière.
Et si je peux me permettre de paraphraser le préambule de la Constitution fédérale :
La force de notre système de santé se mesure aussi à sa capacité de s’occuper des plus faibles.