Davos

Manuscrit, non publié à l’époque. Texte établi d’après l’exemplaire de lecture. Seul le prononcé fait foi. Les notes de travail ont été retirées.

Discours prononcé en allemand et en français. Texte original, non traduit.

Sehr geehrte Damen und Herren

Es ist mir eine Freude, heute mit Ihnen das neue Wetterradarnetz zu eröffnen. Und damit Technik, Innovation und zukunftsträchtige Infrastruktur zu feiern.

Nur schon die Anreise war spektakulär. Näher komme ich wohl nicht mehr an James Bond heran. Sollten Sie in Zukunft weitere Wetterradare bauen, melde ich mich jetzt schon an für die Eröffnung.

Im Ernst: Mit dem neuen Wetterradar wird ein Wunderwerk der Präzision in Betrieb genommen.

Allerdings bin ich als Politiker auch ein wenig neidisch…

Denn die Wetterprognosen werden jetzt NOCH genauer – während die politischen Prognosen IMMER UNGENAUER werden.

Brexit, Trump, Macron: Alles kam völlig überraschend. Zumindest für die Experten – bei den Laien sah es wahrscheinlich etwas anders aus. Damit stellt sich natürlich die Frage, ob die Laien jetzt Experten sind. Wer will, kann sich aber trösten.

Denn bei politischen Themen tappten die sogenannten Experten immer schon im Dunklen:

Wie sagte doch Napoleon am Vorabend der Schlacht bei Waterloo: „Ce sera l’affaire d’un déjeuner“.

Der deutsche Kaiser Wilhelm der Zweite war sich sicher: „Das Auto ist eine vorübergehende Erscheinung – ich glaube an das Pferd.“

Mesdames et Messieurs,

Le savoir-faire qui se cache derrière les prévisions de MétéoSuisse est colossal.

Les images en apparence si simples de MétéoSuisse sont générées par un réseau de cinq radars à la pointe de la technologie, entièrement automatisés, qui délivrent 24 heures sur 24 des informations précises sur les précipitations en Suisse.

Toutes les 5 minutes, ces radars effectuent un balayage complet de l’atmosphère, jusqu’à une distance de 240 kilomètres. Ils génèrent donc 12 fois par heure une nouvelle image en trois dimensions. Si les conditions l’exigent, cette cadence de 5 minutes peut même être réduite à 2,5 minutes. Le balayage vertical, qui se limitait auparavant à 12 km, atteint désormais 18 km. Une amélioration décisive pour détecter et annoncer les violents orages.

Le nouveau système permet aussi de mieux distinguer la pluie de la neige, de la grêle et du grésil.

Contrairement aux pays à la topographie très plate comme les Pays-Bas, la Suisse et ses montagnes représentent un véritable défi pour le relevé d’images radar.

Car les vallées alpines situées derrière une chaîne de montagne ou un sommet se trouvent dans les zones d’ombre des radars et sont donc inaccessibles à leurs faisceaux. Les appareils ne peuvent donc pas y récolter de données sur les précipitations.

Les deux nouvelles stations radar en Valais et aux Grisons améliorent sensiblement la couverture de la zone alpine et atténuent le problème des zones d’ombre.

Ces avancées dans les prévisions météorologiques profitent à tous, à commencer par les régions alpines. Car elles renforcent notre sécurité.

Les avis d’intempérie ou d’orage jouent un rôle particulièrement important car les précipitations peuvent occasionner de la grêle, des rafales de vent, des crues ou des coulées de boue.

Les informations fournies par les radars constituent une source de données indispensable pour établir les prévisions et les alertes.

Les autorités responsables de la protection de la population, mais aussi la sécurité aérienne, s’en servent pour prendre les décisions qui s’imposent.

Ces informations sont aussi utilisées par des services météorologiques privés, par de nombreux secteurs économiques, comme les assurances ou le tourisme, mais aussi par la communauté scientifique.

Enfin, grâce à l’appli de MétéoSuisse, les données fournies par les radars sont accessibles à un large public. L’histoire de la Suisse nous montre que la population a appris à se confronter et à se protéger face aux dangers naturels. Ce qui est arrivé il y a un peu plus de deux semaines à Bondo nous rappelle aussi notre impuissance face à la nature.

Tout n’est pas prévisible mais la prévention et les systèmes d’alerte sont fondamentaux.

Les données fournies par les nouveaux radars nous aident à développer des systèmes de surveillance et d’alerte automatiques encore inimaginables il y a quelques années.

Cette aide est précieuse pour gérer les dangers naturels. Elle sera aussi de plus en plus appréciée dans le cadre du réchauffement climatique.

Meine Damen und Herren

Das neue Radarnetz ist das Resultat von grossem Engagement.

Nicht nur bei den Mitarbeitern von MeteoSchweiz sondern auch bei allen Partnern die bei diesem Grossprojekt mitgemacht haben.

MeteoSchweiz gewährleistet mit seinen Radaranlagen eine vollautomatische Dienstleistung – und das rund um die Uhr.

Die Erneuerung der Radaranlagen sowie der Bau von zwei zusätzlichen bildet die Basis für Innovation und für weitere Produkte durch die Radaranwendung.

Das Radarnetzwerk strahlt über die Grenzen hinweg. Die Radaranlagen überwachen Teile von Italien, Österreich, Deutschland, Frankreich und Liechtenstein.

Das Radarteam arbeitet eng zusammen mit der Wissenschaft wie zum Beispiel die EPFL, ETHZ oder die Uni Bern sowie mit weiteren Radarbetreibern und der globalen Industrie.

MeteoSchweiz ist ein Pfeiler des Schweizer service public. Ein wichtiger Teil der „weichen Infrastruktur“ unseres Landes.

Zuverlässig, zugänglich und von einer beeindruckenden Expertise. Dienstleistungen auf diesem hohen Niveau sind nur möglich, wenn eine Organisation von Neugier getrieben ist.

Wenn sie – auch im übertragenen Sinn – über einen hervorragenden Radar verfügt, der den Horizont stets nach Innovationen absucht. Und nach neuen Herausforderungen.

Meine Damen und Herren

Die Wetter-Prognose – wie auch das Wetter ganz generell – das sind hochemotionale Themen.

Das Wetter ist ja nie perfekt – sondern immer zu heiss, zu kalt, zu windig, mühsam windstill, zu neblig – und dann der Föhn!

Schon Mark Twain beklagte sich: „Alle reden vom Wetter – und keiner tut etwas dagegen“.

Die Gespräche übers Wetter erinnern mich – nur nebenbei bemerkt –ein wenig an die Reform der Altersvorsorge, mit der wir die AHV und die berufliche Vorsorge bis Ende nächstes Jahrzehnt sichern und weiterentwickeln wollen.

Man kann es nie allen recht machen – und vielleicht ist ja gerade das die grösste Stärke dieser Vorlage:

Dass sie uns den Wert des demokratischen Kompromisses vor Augen führt.

Dass wir uns für ein wichtiges Ziel zusammenraufen, obwohl wir nicht gleicher Meinung sind, was den Weg angeht – ist nach wie vor das wichtigste Fundament einer erfolgreichen, stabilen Schweiz.

Meine Damen und Herren

Das Wetter wird wohl immer ein Mysterium bleiben. Trotz der Wissenschaft. Das Wetter macht uns klar, wie nahe wir immer noch mit der Natur verbunden sind. Wir spüren den Frühling. Wir verkriechen uns im Winter gern hinter den Ofen. Unsere Stimmung hängt noch immer stark vom Wetter ab. Marcel Proust meinte gar – ich zitiere: „Ein Wetterwechsel genügt, um die Welt und uns selbst gleichsam neu zu erschaffen.“ Wem das zu poetisch ist, für den habe ich eine praktische Frage:

Wenn die Regenwahrscheinlichkeit 23 Prozent beträgt – soll ich dann am Morgen einen Regenschirm mitnehmen oder nicht?

Diese Frage kann mir auch kein Hochleistungsradar beantworten…

Sie sehen: Das Wetter bleibt eine rätselhafte Sache.

Meine Damen und Herren

Allzu lange Reden fühlen sich ja manchmal an wie ein Tief, das sich von Norwegen über England bis ans Rednerpult erstreckt.

Und mit dem neuen Wetter-Radar werden solche Redner sicher in Rekordzeit entdeckt und gemeldet.

Deshalb höre ich jetzt schleunigst auf.

Ich danke allen, die an diesem grossartigen Projekt beteiligt waren!

Icônes : Icons8