Berne
Manuscrit, non publié à l’époque. Seul le prononcé fait foi. Les notes de travail ont été retirées.
Discours prononcé en allemand et en français. Texte original, non traduit.
Sehr geehrte Frau Ständerätin
Sehr geehrte Frau Landammann
Sehr geehrter Herr Regierungsrat
Meine Damen und Herren,
Winston Churchill weilte im Spätsommer 1946 mit seiner Familie in Bursinel am Genfersee.
Am Morgen diktierte der ehemalige Premierminister jeweils seine Memoiren – immerhin 4852 Seiten in der deutschen Ausgabe – und am Nachmittag malte er den Genfersee.
Als das Wetter sich verschlechterte lieh ihm General Guisan kurzerhand eines seiner Zelte.
Ganz pragmatisch und unkompliziert.
Schliesslich brauchte Guisan sein Feldzelt 1946 ja nicht mehr.
Der einflussreiche Churchill wohnte in der Villa einer Genfer Bankiersfamilie und war eingeladen von den grossen international tätigen Schweizer Unternehmen.
Ja, auch das ist Schweizer Pragmatismus.
Meine Damen und Herren
Pragmatismus ist heute mehr denn je gefragt. Auch – und vor allem – in der Sozialpolitik.
Pragmatisch ist auch der Ansatz dieser «Nationalen Konferenz zur Arbeitsmarktintegration von Menschen mit Behinderung».
Im Januar haben wir uns hier mit einem gemeinsamen Ziel getroffen:
Menschen mit Beeinträchtigungen aus Krankheit, Unfall oder Behinderung sollen am Arbeitsleben teilhaben können wie Menschen ohne Beeinträchtigungen.
Niemand soll wegen einer Behinderung diskriminiert werden.
Das ist ein grosses Ziel, das in unserer Verfassung verankert ist. Und es ist ein wichtiger Test für unsere Gesellschaft. Es ist der Test, ob wirklich alle dazugehören.
Unser Vorgehen an dieser Konferenz ist ganz lösungsorientiert: Präzise Kleinarbeit statt grosse Gesten.
An der ersten Konferenz im Januar haben alle zuerst für ihren Tätigkeitsbereich eruiert, wo am meisten Handlungsbedarf besteht und eine erste gemeinsame Erklärung zur Zusammenarbeit verabschiedet.
Im Mai, an der zweiten Konferenz, standen Beispiele im Zentrum und der Austausch mit vielen Spezialistinnen und Spezialisten aus der Praxis.
Seit dem ersten Treffen ist viel gegangen:
Heute ist weitherum bekannt, was alles bereits getan wird, um Menschen mit Beeinträchtigungen beruflich stärker zu integrieren. Das Engagement ist bereits gross.
Wir haben aber gemerkt, dass die erfolgreichen Angebote noch zu wenig bekannt sind und zu wenig breit genutzt werden. Und wo sie verbessert werden können.
Eine zentrale Erkenntnis ist auch: Damit die Integration erfolgreich sein kann, müssen alle am gleichen Strick ziehen. Hier besteht Handlungsbedarf.
Und: Sie alle haben sich stärker vernetzen können – der wichtigste Schritt, um voneinander zu lernen und miteinander Lösungen zu suchen. Das ist eine gute Grundlage, um heute am dritten Konferenzteil die gemeinsame Erklärung zu verabschieden die Handlungsansätze zu diskutieren, und damit das Vorgehen für die Zeit nach der Konferenz zu besprechen.
Meine Damen und Herren
Die Konferenz hat auch gezeigt: Es ist nötig eine doppelte Perspektive einzunehmen. Die eine Perspektive setzt beim Individuum an. Sie analysiert, welche Massnahmen notwendig sind, damit eine Person bereit ist für eine Arbeit. Die andere Perspektive setzt bei der Umgebung an. Sie fokussiert darauf, wie die Rahmenbedingungen gestaltet werden müssen, damit dieser Mensch auch wirklich arbeiten kann.
Nur wenn beide Sichtweisen vereint werden, kann die «erstmalige berufliche Eingliederung», die «Wiedereingliederung» und der «Erhalt der Arbeitsmarktfähigkeit» von Menschen mit Beeinträchtigung gelingen. So wie es in der gemeinsamen Erklärung festgehalten ist, die wir heute verabschieden wollen.
Meine Damen und Herren
Eine bessere Integration von Menschen mit Behinderung in die Arbeitswelt ist auch Ziel der Weiterentwicklung der IV und der Behindertenpolitik. Für beide Vorlagen des Bundesrats kommt die Konferenz zur richtigen Zeit.
Die IV ist erfolgreicher geworden bei der beruflichen Eingliederung und die nächste Reform soll die IV hier nochmals einen Schritt weiterbringen.
Es besteht Handlungsbedarf bei Kindern und Jugendlichen mit Gesundheitsproblemen sowie bei psychisch Kranken.
Junge Menschen sollen nicht als Rentnerinnen und Rentner ins Erwachsenenleben starten.
Das erachte ich als eine der wichtigsten Aufgaben unserer Gesellschaft.
Der Bundesrat hat die Botschaft zur Weiterentwicklung der IV verabschiedet und die Diskussionen im Parlament starten demnächst.
In der Behindertenpolitik ist die Gleichstellung zwar in den letzten Jahren vorangekommen, etwa beim öffentlichen Verkehr.
In vielen Bereichen ist sie aber noch nicht so weit, insbesondere in der Arbeitswelt. Die Hürden sind zahlreich, vom Bewerbungsgespräch über den Arbeitsplatz bis zur Software, die nicht barrierefrei ist.
Das ist stossend, weil eine gleichberechtigte Teilnahme am gesellschaftlichen Leben ohne die gleichberechtigte Teilnahme am Arbeitsleben kaum möglich ist. Eine Arbeitsstelle hat eine grosse integrative Kraft, schafft soziale Kontakte und erhöht das Selbstwertgefühl.
Und es ist nicht klug, weil unsere Wirtschaft auf Fachkräfte angewiesen ist. Es gibt unter den Menschen mit Behinderung viele, die gut qualifiziert sind und das Zeug haben, mehr Verantwortung zu übernehmen – wenn die Bedingungen stimmen.
Das EDI hat deshalb das Programm «Gleichstellung und Arbeit» lanciert.
Der Bundesrat wird im Frühjahr über das weitere Vorgehen in der Behindertenpolitik entscheiden.
Mesdames et Messieurs,
Aujourd’hui, à cette troisième conférence, nous souhaitons récolter les fruits du travail réalisé en amont.
L’objectif est d’adopter la déclaration commune Et de discuter les pistes d’action.
La déclaration commune est un instrument-clé. D’une part, elle rend compte du cheminement qui a été fait cette année. D’autre part, elle est résolument orientée vers le futur, car notre travail ne s’arrête évidemment pas aujourd’hui. Au contraire, nous avons tous une responsabilité : celle d’assurer la continuité des actions entreprises jusqu’ici.
Les axes priorisés vont nous aider à atteindre les buts que nous nous sommes fixés pour cette Conférence : les conventions collectives pour l’intégration et la réinsertion professionnelles ; la coordination des différentes actions ; la collaboration entre la psychiatrie et le monde du travail ; la reconnaissance des compétences professionnelles ; et la promotion des systèmes d’incitation pour l’embauche de personnes en situation de handicap.
Mesdames et Messieurs,
Nous vivons à une époque où la mondialisation et la croissance du numérique en désécurisent plus d’un. où la pression professionnelle augmente. et où l’on préfère économiser sur le dos des personnes en situation de handicap plutôt que sur les expositions de bétail.
Bref, nous vivons à une époque où il faut redoubler d’efforts pour faire de notre société une société axée sur l’intégration et l’inclusion.
Cette Conférence n’oblige personne à faire quelque chose.
Mais les attentes sont claires : les personnes en situation de handicap entendent pouvoir mettre leurs ressources au service de l’économie et de la société.
Et ils attendent que la Suisse fasse un grand pas en avant dans ce domaine.
Nous avons sur la table des propositions quant aux mesures à mettre en œuvre après la Conférence et je vous propose de les discuter sans attendre.
Un grand merci à toutes les organisations présentes, qui ont permis la tenue de cette Conférence nationale.