Bienne

Manuscrit, non publié à l’époque. Seul le prononcé fait foi. Les notes de travail ont été retirées.

Discours prononcé en allemand. Texte original, non traduit.

Sich Zeit nehmen.

Zum diesjährigen Tag der Kranken wird die Bevölkerung eingeladen, sich Zeit zu nehmen. Zeit für die Kranken, aber auch Zeit für sich selber.

Jedes Jahr pflegen rund 270 000 Menschen unentgeltlich ihre Angehörigen. Familien, die sich um einen Kranken kümmern – oder um eine Person mit einer Behinderung –, machen schwierige Zeiten durch. Die Betreuungsaufgaben lasten schwer, und den Angehörigen fehlt oft die Zeit, um sich zu erholen oder sich um die eigene Gesundheit zu kümmern.

Das Zentrum für Entwicklungsförderung und pädiatrische Neurorehabilitation in Biel betreut Kinder mit Behinderungen und bietet ihnen eine medizinisch-soziale Pflegestruktur.

Hier können sie spielen, Musik machen oder sich sportlich betätigen. Das Zentrum bietet eine Tagesbetreuung, aber auch wochenweise Entlastungsaufenthalte. Für die Eltern und betreuenden Angehörigen ist dies eine wertvolle Unterstützung.

Das Engagement der Angehörigen für die Kranken verdient hohe Wertschätzung.

Dieses Engagement ist nicht nur zwischenmenschlich, sondern auch gesellschaftlich von grosser Bedeutung.

Denn das Gesundheitswesen hat weder die finanziellen Mittel noch genug Pflegepersonal, um die Arbeit zu übernehmen, die von den pflegenden Angehörigen tagtäglich geleistet wird.

Wie die Familie Gribi gesagt hat: Die Angehörigen zählen die Stunden nicht, sie gelangen regelmässig an die Grenzen ihrer Belastbarkeit und oft überschreiten sie diese auch, bis hin zur Erschöpfung.

Pflegende Angehörige brauchen mehr als unsere Anerkennung, sie brauchen unsere tatkräftige Unterstützung. Sie müssen ihre Betreuungsaufgaben mit Zuversicht leisten können – und ohne dabei in finanzielle Engpässe zu geraten.

Die Unterstützung der pflegenden Angehörigen ist eines der Ziele der Strategie Gesundheit2020 des Bundesrats. In den nächsten Monaten werden konkrete Vorschläge in die Vernehmlassung geschickt.

Vorgesehen ist beispielsweise ein längerfristiger Betreuungsurlaub für Eltern schwer erkrankter Kinder. So sollen die Angehörigen Erwerbstätigkeit und Betreuungsaufgaben besser vereinbaren können.

Angesichts der demografischen Entwicklung wird das Engagement der Angehörigen immer wichtiger, um die Kranken zu pflegen und ihre Leiden zu lindern.

Lassen Sie uns alle dabei helfen, dass das den Angehörigen der Kranken in ihrem Alltag immer wieder gelingt.

Wer anderen hilft, darf sich selber nicht vergessen. Wer für andere da ist, braucht zwischendurch auch Zeit für sich selber. Zeit, um neue Kraft und neuen Mut zu schöpfen.

Hier sind wir alle gefordert. Uns gegenseitig zu unterstützen und füreinander da zu sein.

Ich danke allen, die sich Zeit für die Kranken nehmen.

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