Arosa
Manuscrit, non publié à l’époque. Seul le prononcé fait foi. Les notes de travail ont été retirées.
Discours prononcé en allemand et en français. Texte original, non traduit.
Sehr geehrte Präsidentin von Schweiz Tourismus
Meine Damen und Herren
Der Schweizer Tourismus steht vor einem weiteren schwierigen Jahr.
Nach zwei Jahren Corona-pandemie nun der russische Angriffskrieg auf die Ukraine. Dieser erschüttert uns alle.
Wie nahe wir dem Kriegs-geschehen sind, zeigt uns nicht zuletzt die Wahrnehmung der Gäste aus Übersee.
Aus amerikanischer Perspektive herrscht in Europa Krieg. Damit hat natürlich auch die Destination Schweiz einen schweren Stand.
Dazu kommt:
Die konjunkturelle Verunsicherung, die Inflation in vielen Ländern Europas und natürlich der starke Franken.
Hinzu kommt auch, dass es wohl noch eine Weile braucht, bis sich nach der Pandemie der Berufs-reiseverkehr erholt.
Und dass viele Menschen erst kurzfristig buchen werden, weil sie befürchten, dass im Herbst eine erneute Zunahme der Virusinfektionen droht.
Das alles könnte in diesem Jahr die Nachfrage schmälern.
Aber ich bin überzeugt: Der Binnen-tourismus wird einiges kompensieren, wie das ja schon in den Corona-Jahren der Fall war.
Die Menschen in der Schweiz haben die Schweiz entdeckt.
Und diese Entdeckung ist ja nicht abgeschlossen – die Schweiz hat mehr zu bieten, als man in zwei Jahren sehen kann.
Viel mehr!
Ich darf ja als Bundesrat keine Werbung machen.
Deshalb kann ich jetzt auch keine Empfehlung abgeben, in den Frühlingsferien zum Beispiel das Zürcher Sechseläuten zu besuchen.
Ganz unter uns: Ich war bei meinem ersten Besuch schon etwas überrascht, dass in unserem so friedlichen und demokratischen Land der Winter mit Sprengstoff in die Luft gejagt wird.
Und zwar ganz ohne vorheriges Vernehmlassungs-verfahren.
Weniger überraschend ist, dass die Elite sich währenddessen im Kreis dreht…
Ok, das Sechseläuten ist natürlich kein Geheim-Tipp.
Aber andere faszinierende Bräuche waren mir völlig unbekannt.
Bevor ich Kulturminister wurde, hatte ich zum Beispiel keine Ahnung, was das «Woldmanndli» aus dem Kanton Uri ist.
Oder die «Gansabhauet» aus Luzern:
Auch sie kannte ich nicht – jetzt natürlich schon, ich bin ja auch noch für das Veterinärwesen zuständig.
Und die «Tschäggäta» kommt wie die «Tschugger» aus dem Wallis – sind aber Fasnachts-gestalten, die durch die Dörfer streifen.
Sie sehen: Reisen bildet.
Meine Damen und Herren
Der Schweizer Tourismus hat sich immer durch Resilienz und Optimismus ausgezeichnet.
Blenden wir zurück in der Geschichte:
Erstmal musste sich der Schweizer Tourismus etablieren:
Lange mieden die Briten, die den Schweizer Alpin-tourismus ja später erfanden, unser Land auf ihren «grand tours» durch Europa.
Stellvertretend hier die Meinung von Thomas Burnett Gartenarchitekt und Schriftsteller im 17. Jahrhundert, der die Alpen kurzerhand als «Schutthalde» bezeichnete.
Auch später gab es kritische Stimmen, die die Schweiz als trostloses Ödland schilderten:
Der englische Theologe und Schriftsteller Sydney Smith bekannte: «Ich sehe die Schweiz als eine Art minderwertiges Schottland».
Nun, mit der Aufklärung und der Romantisierung der Alpen gelang ja dann doch der Durchbruch:
Seither gilt die alpine Schweiz als Sehnsuchtsland.
Und 1871 erschien das vielleicht wichtigste Werk für den Schweizer Tourismus: «The Playground of Europe» von Leslie Stephens – nur schon der Titel! – ein Bestseller über den Schweizer Alpinismus, der die Glanzzeit des Schweizer Tourismus einleitete, als Luzern, Montreux, Interlaken, Zermatt und St. Moritz zu jenen weltberühmten Destinationen wurden, die sie ja auch heute noch sind.
Damals wurde enorm viel investiert, was ja immer ein Zeichen von Fortschritts-glauben ist.
So wurden zwischen 1888 und 1914 nicht weniger als 40 Seil- und 13 Zahnrad-bahnen errichtet und die Zahl der Hotels verdoppelte sich von 1’700 auf rund 3’500.
Meine Damen und Herren
Was zeichnet heute den Schweizer Tourismus aus?
Sicher das vielfältige Angebot der verschiedenen Regionen, unsere imposante Natur und die gelebten Traditionen, die wiederkehrenden Events und Festivals und das grosse, modern ausgebautes Kulturangebot.
Zu den Stärken gehören auch gut ausgebildete Mitarbeitende und unsere gute Berufsbildung, unsere gelebte Sprachenvielfalt und die sprachliche Flexibilität im Umgang mit Touristen und nicht zuletzt die Leidenschaft, den Gästen ein unverwechselbares Erlebnis zu bieten.
Diese Stärken werden auch nötig sein, um die Herausforderungen zu meistern: Zum Beispiel die starke Währung und das hohe Lohn- und Preisniveau die Erneuerung der Infrastruktur der demographische Wandel oder der Klimawandel und die nachhaltige Entwicklung
Auch hier wird es darum gehen voneinander zu lernen.
Gerade deshalb ist dieser Ferientag so wichtig.
Es freut mich, dass der Bund bei der Nachhaltigkeit etwas beitragen kann. Das Bundesamt für Statistik wird Ihnen das Nachhaltigkeits-konzept des UN World Data Forums vorstellen.
Das Konzept wurde für das Forum letztes Jahr unter anderem zusammen mit Schweiz Tourismus entwickelt.
Der Bund hat damit bei der nachhaltigen Durchführung von Konferenzen eine Vorreiter-rolle eingenommen
Verschieden Bundestellen verwenden dieses Konzept als Vorlage für ihre Konferenzen.
Meine Damen und Herren
Nicht nur die aktiven Winterferien wurden im Engadin erfunden – sondern auch deren Gegenteil:
Der deutsche Philosoph Nietzsche sass häufig sinnierend am Ufer des Silsersees auf einer Parkbank.
Darüber schrieb er im «Zarathustra», ich zitiere:
«Hier sass ich wartend, wartend – auf Nichts».
Vielleicht verspüren ja auch Sie schon dieses Gefühl des ewigen Wartens und fragen sich bang:
Wann kommt der Berset endlich aufs Thema Corona?
Die Antwort lautet: Jetzt.
Der Bund hat viel getan, damit der Schweizer Tourismus die Corona-Krise übersteht.
Nicht zuletzt hat der Bundesrat ein «Recovery Programm» für den Schweizer Tourismus für die Jahre 2022 bis 2026 beschlossen.
Die Pandemie hat uns gezeigt, was auch für andere Bereiche gilt: Es ist die Solidarität, die uns stark macht.
Nur gemeinsam sind wir erfolgreich oder gar nicht.
Das hat sich auch in der engen Zusammenarbeit zwischen dem Bund und Ihrer Branche gezeigt in den letzten zwei Jahren.
Gelohnt hat sich das gemeinsame Engagement auf jeden Fall.
Das hat sich etwa in den letzten beiden Wintern gezeigt.
Die Wintersaison fand hierzulande bekanntlich in beiden Corona-Wintern statt, Die Skigebiete und die Hotels waren offen.
Und zu grossen Ausbrüchen kam es – allen Unkenrufen zum Trotz – nicht.
Für den Tourismus haben wir gemeinsam immer wieder pragmatische Lösungen gefunden:
Zum Beispiel für die Zertifikate für Touristinnen und Touristen.
So waren unsere Anforderungen an Impfstoffe weniger streng als in anderen Ländern.
Wir haben dafür extra ein Schweizer Zertifikat entwickelt.
Hier haben unseren Handlungs-spielraum ausgenutzt
All das ist gelungen, weil wir im engen Austausch miteinander waren. Vor allem auch in Phasen der Unsicherheit.
Ich möchte Ihnen für diesen guten Austausch danken.
Mesdames et Messieurs, La position de la Suisse au cœur de l’Europe, avec ses importants flux frontaliers, ses étroites connexions internationales n’a assurément pas facilité les choses dans notre pays d’un point de vue épidémiologique.
Et pourtant, notre approche plutôt libérale a bien fonctionné.
Dans les comparaisons internationales qui prennent en compte différents aspects de la pandémie, la Suisse occupe régulièrement les premières places, en tête de classement.
The Economist, par exemple, estime que la Suisse a eu la meilleure qualité de vie de toute l’Europe durant l’essentiel de la crise.
Un classement mondial du Spiegel parvient aux mêmes conclusions : la Suisse y occupe la quatrième place.
Le Conseil fédéral s’est toujours efforcé de trouver un équilibre entre notre santé, d’une part, et la vie sociale et économique, de l’autre.
Et nous y sommes parvenus.
Mais effectivement :
tout ne s’est pas passé pour le mieux dans le meilleur des mondes.
Il y a eu des retards, des malentendus, des problèmes de coordination.
Entre la Confédération et les cantons.
Mais aussi, et c’est une petite consolation pour le Conseil fédéral, entre les cantons eux-mêmes.
Nous devons analyser tous ces points de friction dans le cadre d’un bilan et en tirer les conclusions qui s’imposent.
Nous devons bien sûr aussi examiner si les restrictions de voyage et les interdictions de vol étaient justifiées.
Nous avons également vu que l’adaptation constante des listes des pays était compliquée pour votre secteur.
Il ne faut toutefois pas oublier que l’acceptation des mesures dans notre pays a été un élément central de la gestion de la crise.
Des voix se sont élevées pour demander que l’on renforce les contrôles aux frontières et que l’on contrôle davantage l’ensemble des frontaliers.
Je me souviens de janvier 2021, lorsque tout le monde a exigé un renforcement des règles de dépistage et de quarantaine ; après les vacances d’été 2021, lorsque les hospitalisations ont recommencé à augmenter, un nouveau durcissement des conditions d’entrée en Suisse a été demandé ; de même lorsque de nouveaux variants sont apparus, une réaction rapide a été exigée.
Dans ces moments-là également, la voie du compromis choisie par le Conseil fédéral a été la bonne.
Mesdames et Messieurs, Le Conseil fédéral, au début de l’été 2020, est sorti de la situation extraordinaire dès que cela a été possible.
Et le 1er avril dernier, il a prononcé la fin de la situation particulière.
Les cantons ont maintenant assez de temps pour se préparer aux scénarios de l’automne prochain.
Car il faut être clair : nous ne sommes pas au bout de la pandémie. Ce n’est pas comme dans une pièce de théâtre, où le rideau tombe à la fin.
Nous nous trouvons dans une phase de transition et devons rester vigilants.
Les cantons et la Confédération doivent pouvoir réagir rapidement si cela devenait à nouveau nécessaire.
De nombreuses tâches sont de nouveau du ressort des cantons.
Cependant, les règles d’entrée en Suisse restent de la compétence de la Confédération.
C’est pourquoi le dialogue avec vous va garder toute son importance.
Mesdames et Messieurs, Cette crise a constitué la rupture la plus profonde depuis la Seconde Guerre mondiale, et ses conséquences économiques et sociales nous occuperont encore longtemps.
La Confédération continuera de soutenir le tourisme suisse dans toute la mesure de ses moyens.
Car le tourisme suisse est important pour la Suisse.
Il a un passé glorieux et un avenir radieux.
Je suis sûr que cette année encore, votre secteur va faire valoir ses atouts avec autant d’énergie que de créativité – et sera prêt pour l’après-COVID et l’après-guerre.
Car ce temps viendra, soyez-en sûrs !